Seite:Das erste Jahrzehnt der Weltsprache Volapük.djvu/34

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wurden von ihm gehalten in Regensburg, Schwandorf und Schwabach, infolge deren sich an diesen Orten Klubs vorbereiteten, in Regensburg kam aber ein solcher erst im Dezember zustande nach einem nochmaligen Vortrag Einsteins. Dabei war derselbe fortwährend mit der Feder thätig, Artikel um Artikel erschienen in der „Nürnberger Presse“, aber auch in größeren Blättern, wie „Ueber Land und Meer“, „Illustrierte Welt“ erschienen Artikel von ihm. Herr Einstein hatte auch an den berühmten Sprachforscher Max Müller in Oxford wegen Volapük geschrieben und am 17. Februar eine Antwort von ihm erhalten, worin die bekannten Worte vorkommen: „Die Schleyer’sche Weltsprache ist mir bekannt und stimme ich den Prinzipien, auf welchen sie beruht, vollkommen bei. Alles was ich sagen kann, ist: fiat experimentum …“ In diesem Jahre lernte auch Herr Präfekt (jetzt Professor) Schnepper in München Volapük kennen und erteilte Volapük-Unterricht an der katholischen Erziehungsanstalt für Studierende. Unterricht in Volapük wurde aber bereits schon an vielen Orten erteilt: in Nürnberg an 150 Schüler, in Kitzbüchl (Tirol) durch Herrn Dr. Jos. Fellner (prakt. Arzt), in Heilbronn, Montabaur u. s. w.

Als bekannte Volapükisten, welche im Monat Februar das Diplom erhielten, nenne ich die Herren: Arthur Heyligers, Redakteur in Gertruidenburg (jetzt in Antwerpen), Holland; Jos. Hagmann, Sakristan in Degersheim (Schweiz); J. Stettner, Postinspektor a. D. in Wangen (jetzt Cannstatt); J. Hummler, Kaufmann in Saulgau; E. M. E. Keyzer, Oberlehrerin in Rotterdam; Aug. Ochsenreither, Kaufmann in Haidhof bei Regensburg (jetzt Schwandorf). Aus Amerika wird in dieser Zeit berichtet: Volapük macht die Reise um die Welt in Gesellschaft von Zeitungen und Zirkularen aus New-York. Vom Wörterbuch 3. Aufl. waren nun zwei Bogen erschienen. Ferner erschien eine kurze Volapük-Grammatik für die Hottentotten.

Indessen ruhte auch der württembergische Weltspracheverein nicht, indem er neue Vereinigungen bildete und stets neue Mitglieder gewann, so daß dieser Verein damals der

Empfohlene Zitierweise:

Rupert Kniele: Das erste Jahrzehnt der Weltsprache Volapük. Schoy, Überlingen 1889, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_erste_Jahrzehnt_der_Weltsprache_Volap%C3%BCk.djvu/34&oldid=2102235 (Version vom 10.11.2013)