Seite:Das erste Jahrzehnt der Weltsprache Volapük.djvu/37

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Aufenthalte von 11 Tagen in Hall (Tirol) an seinem neuen Wohnsitze in Konstanz anzusiedeln. Am 7. Juli besuchte ich Herrn Schleyer in seinem neuen Heim in Begleitung von Herrn Einstein (auch Herr Scribanti stellte sich nachher ein). Am 27. August erhielt Schleyer endlich seine wiederholt erbetene Pension. Mit dem 1. Juli d. J. hatte er sein „Zentralbureau der Weltsprache“ eröffnet. Von Weltsprachelehrern, welche im Sommer d. J. diplomiert wurden, sind zu erwähnen die Herren: k. k. Oberlieutenant Julius Mally in Wien; Prof. Dr. T. C. Winkler in Haarlem; Henri Nonné in Paris; Präfekt Schnepper in München (174. tidel); die übrigen sind wiederum Holländer.

Indessen fand Volapük immer mehr Anhänger in den verschiedensten Ländern. Die New-Yorker Staatszeitung brachte im Juli mehrere große Artikel über Volapük, welche mit den Worten schließen, daß Volapük die größte Erfindung des 19. Jahrhunderts genannt werden müsse. Herr Professor Bauer in Agram hatte einen großen Vortrag über Volapük in slavonischer Sprache gehalten. Herr Campaolo Carminati in Fiume bereitete die Bildung eines Klubs vor (er bestellte sich von mir die Statuten unseres Vereins) und in Rumänien beschäftigte sich bereits ein Professor in Jassy mit Volapük. Namentlich aber machte Volapük in Frankreich die schönsten Fortschritte, wo Blätter mit einer Million Abonnenten, wie „Petit Journal“, ferner „Le Temps“, „La Liberté“, „Le Rappel“ etc. begeisterte Artikel für Volapük brachten. Im Juli erschien Kerkhoffs Vortrag über die Weltsprache nebst Grammatik, welche von anerkennenden Dankschreiben von Herrn Dietz-Monnin, Präsident der Pariser Handelskammer und Frédéric Passy, Deputirter derselben, begleitet war. Am Schlusse war eine Uebersetzung des 1. Verses der Marseillaise von mir, welchen die Schüler der Handelsakademie bereits gesungen hatten. In dieser Grammatik hatte Kerkhoffs es schon damals nach seinen eigenen Worten „für unerläßlich erachtet, einige kleine Aenderungen an den Regeln der Grammatik vorzunehmen.“ Mit diesen „kleinen Abänderungen“ hätte

Empfohlene Zitierweise:

Rupert Kniele: Das erste Jahrzehnt der Weltsprache Volapük. Schoy, Überlingen 1889, Seite 35. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_erste_Jahrzehnt_der_Weltsprache_Volap%C3%BCk.djvu/37&oldid=2102238 (Version vom 10.11.2013)