Seite:Das erste Jahrzehnt der Weltsprache Volapük.djvu/7

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einmal die Taufe erhalten, denn Schleyer benannte sein Geisteskind damals nur mit dem allgemeinen Namen „Weltsprache“. Die ersten schüchternen Versuche, es in die Oeffentlichkeit einzuführen, finden wir in der „Sionsharfe“, Monatsblätter für katholische Poesie, welche Schleyer seit seinem Aufenthalte in Litzelstetten (1875) herausgab. Zuerst gab er darin Proben seines Weltalfabets; in Nr. 33 (März 1879) erschien zum ersten Male ein „Silbenrätsel“ in weltalfabetischer Schreibung, sodann ebenso das Magnificat. Erst mit der Nummer 35 (Mai) erschien als Beilage ein „Entwurf einer Weltsprache und Weltgrammatik für die Gebildeten aller Völker der Erde“. Dieser Entwurf brachte die Grundsätze und grammatischen Formenendungen, wie sie in der Hauptsache noch heute bestehen, und die ersten Wörter, die aber später zum Teil abgeändert wurden und die wegen dem Einblick, den man dadurch einigermaßen in die Formation derselben bekommt, einiges Interesse bieten. So hieß damals der „Hahn = kok,“ welcher aber später den Amerikanern zulieb in „gok“ verwandelt wurde. „Sie kleiden sich“ ist mit „dlessomsok“ übersetzt; „sie sind gelesen worden“ mit „pelildoms“; „schildern“ heißt da „pentön;“ „nützlich = pofitik“. Der erste Probesatz lautete: Ko God beginobsöd dinis valik!

Von dieser Zeit an diente die „Sionsharfe“ als Organ für Mitteilungen der grammatikalischen Fortschritte der Weltsprache und so finden wir in Nr. 36 (Juni) die „Ersten Verse in unserer Weltsprache“, wovon einige hier citiert werden sollen. „If zesid gletikün: Goda yuf nilikün;“ ferner: „O kim falön – kanom mekön – sanikün kilgi (Kirche) – Goda kindomi (Reich)?“ Solche Weltspracheverse finden sich auch in den folgenden Nummern. Aus den Antworten im „Sionstelefon“ ist ersichtlich, daß sich bereits mehrere Personen mit dem Studium dieser Weltsprache befaßten, zunächst waren es freilich nur Abonnenten der „Sionsharfe“, darunter einige Bekannte, die heute noch im Dienste von Volapük thätig sind: Herr Oberlehrer Peitz in Büren