Seite:De Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes (Möbius).djvu/108

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Wir können uns aber der Wahrnehmung nicht verschliessen, dass P. J. Möbius aus den Meinungsäusserungen seiner Gegner doch mancherlei gelernt hat. Wenn er auch auf die „Feministen, die eigentlichen Weiberfeinde“ seines Zornes Schale noch gehörig ausgiesst, so giebt er doch an anderer Stelle zu, dass „die Noth des Lebens, die die Eheschliessung hinausschiebt oder verhindert, das Weib zwingt, sich selbst die Nahrung zu erwerben“. Er versichert, dass „kein Verständiger eine „Emanzipation“ dieser Art bekämpfen“ wird. Und er versteigt sich sogar zu dem Bekenntniss: „Ungewöhnlich befähigte Mädchen hat es immer gegeben, aber ihrer sind wenige. Ihnen sollte man nichts in den Weg legen, im Gegentheil man soll ihnen den Weg möglichst erleichtern und ihnen alle Thüren offen lassen. Jedem Talente freie Bahn …“

Nach diesen Anfängen der Erkenntniss ist berechtigte Hoffnung dafür vorhanden, dass Dr. Möbius im Laufe der Zeit noch vieles einsehen wird, was er in seiner Abhandlung ignorirte. Es ist zu hoffen, dass er vermöge seines bevorzugten männlichen Gehirns zu der Ueberzeugung kommen wird, die Inferiorität des weiblichen Gehirns sei weder vorhanden, noch „nützlich und nöthig“. Es ist zu erwarten, dass er es mit der Zeit sehr viel richtiger und für die Menschheit gedeihlicher finden wird, wenn eine kluge Frau wenigen Kindern das Leben giebt und sie gut erzieht, als wenn eine bornirte im fortgesetzten „Gebären“ ihren einzigen Lebenszweck findet. –

In der Vorrede zur zwanzigsten Auflage wird sich P. J. Möbius gewiss als eifriger Freund und Förderer alles Frauenfortschritts bekennen, und seine Abhandlung über den physiologischen Schwachsinn des Weibes wird er nur noch des historischen Interesses wegen hinzufügen.

Margarete Pochhammer.


e) Frauenleben XIII. 4. Wien. April 1901.

„Wir möchten alle unsere Leserinnen, die sich ein paar vergnügte Stunden bereiten wollen, auf eine unbewusst komisch wirkende Broschüre aufmerksam machen, die unter obigem Titel erschienen ist. Da das Werkchen schon in den verschiedensten Blättern eine eingehende Besprechung und Wiederlegung (sic!) gefunden hat, begnügen wir uns, nachstehend einige Proben aus dem kleinen Sensationsschriftchen des Herrn Dr. Möbius anzuführen.“ [Es folgen 11 aus dem Zusammenhange gerissene Sätze meiner Abhandlung.]

„Sollte das intensive Studium des weiblichen Schwachsinnes nicht ohne Rückwirkung auf den Geist eines gewissen Herrn geblieben sein?“


f) Budapester Tageblatt.

Im Budapester Tageblatte vom 20. 7. 1901 erschien ein Artikel, der den Inhalt meines Aufsatzes wiedergeben wollte und mit folgenden Worten begann:

Empfohlene Zitierweise:

Paul Julius Möbius: Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes. 5. veränderte Auflage. Marhold, Halle a. S. 1903, Seite 108. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_%C3%9Cber_den_physiologischen_Schwachsinn_des_Weibes_(M%C3%B6bius).djvu/108&oldid=2013831 (Version vom 11.06.2013)