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     Weh euch, weh euch! Ihr Volkbezwinger,

Schon klopft an euren morschen Thron
Mit ehernem, gewicht’gem Finger,
Das Schreckenskind: Revolution!
Ihr glaubtet längst, die bleiche Braut

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Sei schon dem Himmel angetraut!

Doch sie zerreißt den Schleier,
Und naht zur Hochzeitfeier!
Sie erhebt sich von ihrem Todtenbett,
Trifft euch mit zerschmetternden Strahlen!

20
Sie feiert ein blut’ges Reformbankett,

Und ihr müsst die Zeche bezahlen!

     Herbei zu dem Bankett, ihr Gäste!
Ihr Blousenmänner, kommt herbei!
Die Neige trinken wir bei’m Feste,

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Und schmausen froh die Ueberreste

Vom letzten Mahl der Tyrannei!
Der Becher kreist von Mund zu Munde,
Voll von der Freiheit Feuerwein!
Begeistrung macht mit ihm die Runde,

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Und zieht in alle Herzen ein.


Empfohlene Zitierweise:

Rudolf Gottschall: Barrikaden-Lieder. Adolph Samter, Königsberg 1848, Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Barrikaden_Lieder_(Gottschall).djvu/18&oldid=1731292 (Version vom 4.12.2011)