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worden war und endlich eine Partei eifriger Bekenner gefunden hatte, und daß man zuließ, daß die finstere Reaktion an seine Stelle trat – das rächt sich heute, denn es rächt sich immer, aus Bequemlichkeit und Angst vor Komplikationen wissentlich das Höhere unterdrücken zu lassen, so schlau es auch im Moment erscheinen mag, Einmischungen zu vermeiden. Wer heute von idealen Gesichtspunkten in der Politik redet, begegnet nur mitleidigem Achselzucken, und doch wäre die Macht, die damals für das ideale Streben der Reformpartei eingetreten wäre, heute wohl die führende in China, und die unvermeidlichen anfänglichen Schwierigkeiten, denen sie begegnet wäre, hätten sicher nicht die Tragweite des Konfliktes angenommen, dessen kleines Vorspiel wir eben erst erleben. Die Vereinigten Staaten hätten diese Rolle übernehmen können, um so mehr, als sie China gegenüber reine Hände haben. Aber um solche Entschlüsse fassen zu können, gehören große, leitende Gedanken – und der Laden, wo Ideen für Staatsmänner und Diplomaten und Bücherstoffe für Autoren verkauft werden, existiert leider noch immer nicht.«



Empfohlene Zitierweise:

Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1903, Seite 206. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Briefe_die_ihn_nicht_erreichten_Heyking_Elisabeth_von.djvu/207&oldid=1214280 (Version vom 26.08.2010)