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Die arme Frau hat es nicht einmal fertig gebracht, dem Hause O’Doyle Erben zu schenken – und Charles W. hat deshalb einen Neffen und eine Nichte an Kindesstatt angenommen. Der Sohn war nicht anwesend, dagegen die Tochter, Prinzessin von Armenfelde, die zur Zeit mit ihrem Manne in Scheidung liegt, weil Charles W. den stets von neuem verschuldeten Schwiegersohn nicht zum viertenmal von seinen Gläubigern retten will. So muß sich denn die Prinzessin scheiden lassen, ob sie selbst will oder nicht. Sie wird den Namen ihres Mannes behalten, und Charles W. findet, daß er ihn allmählich teuer genug bezahlt hat. Es war übrigens amüsant zu beobachten, wie sehr die »Prinzeß« der ganzen Familie imponiert, obschon sie doch vor ein paar Jahren auch noch eine einfache Miß O’Doyle war, die aus einer Anzahl armer Verwandten zur Adoption ausgesucht wurde.

Zwei entfernte junge Vettern von Mrs. O’Doyle waren auch anwesend. Der eine erfreut sich der klangvollen Vornamen Washington Montgomery. Ich war ganz gespannt, welcher Familienname für solchen Anfang hochtrabend genug sein würde, und denken Sie sich, er heißt Baggs. Washington Montgomery – Baggs! Es ist ein Sprung wie von einem Palais am Central-Park in eine Mietskaserne der neunten Avenue!

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Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1903, Seite 51. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Briefe_die_ihn_nicht_erreichten_Heyking_Elisabeth_von.djvu/52&oldid=1196719 (Version vom 11.08.2010)