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Mann und sagte leise: »Willst du nicht lieber mal mit ihm reden?«

Nun ging der Konsul hinaus, und bald hörten wir erregte Stimmen und darauf etwas Schweres, das die Treppe hinabpolterte. Der Konsul kam wieder herein, etwas aufgeregt und außer Atem: »Meine Herrschaften, ich bitte sehr um Entschuldigung – ein kleiner amerikanischer Zwischenfall – der Neger Sam war schwer betrunken – ich fand ihn, mit dem Eidamer Käse Ball spielend. – Da habe ich die Rollen umgekehrt und mit ihm etwas Ball gespielt – und dabei ist er die Treppe hinab und auf die Straße geflogen.«

»Und als ich vorhin draußen war,« erzählte die Frau Konsul mit kläglicher Stimme, »aß er die Austern auf und sagte mir, er nähme ja nur die schlechten, um uns vor Vergiftung zu bewahren.«

Der Generalkonsul lachte in seiner herzhaften Art, und wir alle stimmten mit ein. Und dann folgte das komischste Weihnachtssouper, das ich je mitgemacht, denn es stellte sich heraus, daß die irische Köchin dem schwarzen Sam nachgelaufen war. So gingen wir denn mit der Frau Konsul in die Küche, retteten, was zu retten war, trugen die Gerichte hinauf in das Speisezimmer und sprachen außerdem tüchtig den Würsten zu, die wir aus der Weihnachtskiste ausgepackt hatten.

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Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1903, Seite 82. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Briefe_die_ihn_nicht_erreichten_Heyking_Elisabeth_von.djvu/83&oldid=1204126 (Version vom 18.08.2010)