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| Carl Hau: Das Todesurteil. Die Geschichte meines Prozesses. |
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Meine Frau konnte es nicht fassen. „Die Mutter sollst du erschossen haben? Aber weshalb? Das ist doch Wahnsinn.“ „Ja, das ist es. Aber vielleicht steckt in dem Wahnsinn Methode. Ich vermute, daß mich irgend jemand bei der Staatsanwaltschaft denunziert hat, um mich für einige Zeit schachmatt zu setzen. Eines scheint jedenfalls sicher: deine Mutter ist erschossen worden.“ Sie sann eine Weile nach. Die Tränen kamen ihr. „Arme Mutter! Sie hatte doch gar keine Feinde. Wer kann es gewesen sein?“ „Ich habe keine Ahnung. Fahre sofort nach Baden-Baden und sieh zu, ob du Licht in die Sache bringen kannst. Vielleicht klärt sich alles rasch auf. Wenn nicht, so sichere dir die Dienste des besten Detektivs, den du in Deutschland finden kannst.“ „Aber wie kommt man dazu, gerade dich für den Täter zu halten?“ Ich zuckte die Achseln. Rätselhaft. Zwecklos, sich darüber jetzt den Kopf zu zerbrechen. „Fahre mit dem nächsten Zuge und gib mir sofort Nachricht. Eventuell kommst du wieder hierher zurück.“ Sie warf einen Blick auf den eifrig in seinen Akten hantierenden Kerkermeister, der uns gar keine Beachtung schenkte. Wir hatten unser Gespräch in gedämpftem Tone geführt. „Werde ich dich wieder hier sprechen können?“ „Entweder hier oder im Untersuchungsgefängnis. Jedenfalls ohne Zuhörer. Ein Glück noch, daß dies Mißgeschick mich gerade in England trifft; wäre ich auf dem Kontinent verhaftet worden, so hätte man dich gar nicht zu mir gelassen.“
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Empfohlene Zitierweise:
Carl Hau: Das Todesurteil. Die Geschichte meines Prozesses.. Ullstein, Berlin 1925. Seite 18. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Das_Todesurteil_(Hau).djvu/19&oldid=860491 (Version vom 25.9.2009)