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| Carl Hau: Das Todesurteil. Die Geschichte meines Prozesses. |
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Das berührte mich einigermaßen peinlich. „Glauben Sie, daß mir das Sterben schon so nahe bevorsteht? Sie sehen mich wohl schon auf dem Schafott?“ „Ach nein,“ versetzte er lachend, „das war nur ein Scherz, man wird Sie nicht hinrichten. Der alte Großherzog wird das Todesurteil nicht unterzeichnen. Ohnehin schon nicht, und dieses Jahr erst recht nicht. Über den Punkt brauchen Sie sich keine Sorge zu machen.“ „Wer sagt Ihnen, daß ich mir über den Punkt Sorge mache? Auch bin ich ja noch nicht zum Tode verurteilt.“ „Sie rechnen doch nicht mit einem Freispruch?“ Ich zuckte die Achseln und schwieg. Er betrachtete eine Weile tiefsinnig seine Zigarre und meinte dann: „Wissen Sie, für mich liegt der Fall nicht so einfach. Die Anklagebehörde nimmt Mord an. Daß Sie den Schuß abgefeuert haben, darüber kann ja vernünftigerweise kein Zweifel sein. Aber ich könnte mir doch auch denken, daß es sich nicht um einen Mord handelt, sondern um einen Totschlag. Mir kommt das sogar wahrscheinlicher vor. Die ganze Art und Weise, wie Sie die Sache inszeniert haben, Ihr Benehmen an dem Tage und vorher, die Maskerade, das alles deutet nicht so sehr auf ein mit kalter Überlegung begangenes Verbrechen als auf ein im Affekt begangenes. Den Eindruck hatte ich schon, als ich bei meinen Nachforschungen |
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Carl Hau: Das Todesurteil. Die Geschichte meines Prozesses.. Ullstein, Berlin 1925. Seite 71. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Das_Todesurteil_(Hau).djvu/72&oldid=860555 (Version vom 25.9.2009)