Seite:De Der Mord an der Jungfrau Barres Maurice.djvu/22

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Und da fiel auch den Greis und Lucius das Weinen an.

Athene sprach noch einmal sanft:

»Ich bitt’ euch, lieben Freunde.«

Und Amaryllis erbebte am ganzen Leib.

Dann war eine erdrückende Stille draußen. Du fühltest: eine ganze Stadt wartete auf etwas und ein ungeheueres Verbrechen lauerte im Hinterhalt.

Und die Jungfrau sprach zum Greis, der jetzt nur noch bei ihr war:

»Vater, laß mich.«

Aber der schluchzte:

»Ich hab’ dich gekannt, als du klein warst .... Ich bin sehr alt, und du allein unter den Lebenden hast mich lieb ....«

Plötzlich schwiegen sie.

Was marschierte da unten auf, so dröhnend auf den Fließen?

»Die Legionen!« rief der Alte.

Eine ungeheure Freude packte die beiden und zugleich bekümmerte sie etwas wie der Verlust einer Märtyrerkrone .... Die Barbaren, die im Sold des Kaiserreichs, warens, die mit den ehernen Helmen, die mit den klingenden Schwertern bei jedem Schritt .... Aber wie denn! Wie stellen sie sich auf? Schmach! Die Stadt, nur die Stadt beschützen sie! Und Serapis, den opfern sie den Fanatischen,

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Maurice Barrès, Übersetzung: Heinrich Lautensack: Der Mord an der Jungfrau. Kurt Wolff Verlag, Leipzig 1913, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Der_Mord_an_der_Jungfrau_Barres_Maurice.djvu/22&oldid=1203367 (Version vom 18.08.2010)