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Graf Guy Chevreuse an Delphine.
Straßburg, den 3. März 1775.
In jedem Buchstaben Ihrer Antwort, verehrteste Marquise, bebt die Entrüstung: Weil ich „eine trunkene Tänzerin herausforderte“, von Ihnen Märchen zu erzählen, weil ich „so tief gesunken“ bin, zu glauben, die Marquise Montjoie könnte mit einer Guimard auch nur einen Gedanken teilen. Ich fühle mich geschlagen, vernichtet, gnädigste Marquise; ich bin bereit, für meine Sünden kniefällig um Verzeihung zu bitten, – wenn Sie mir gestatten wollten, es nicht nur auf dem Papier zu tun Fordern Sie, was Sie wollen, – nichts wird mir zu erfüllen unmöglich sein, ist Ihre Gunst der Preis dafür. Ich fühle mich schon als Ihren Beauftragten gelegentlich meines heutigen Gesprächs mit dem Herrn Marquis. „Nur des Königs ausdrücklicher Wunsch würde |
Lily Braun: Die Liebesbriefe der Marquise. München 1912, Seite 115. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Die_Liebesbriefe_der_Marquise_(Braun).djvu/121&oldid=1577199 (Version vom 24.06.2011)