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Prinz Friedrich-Eugen Montbéliard an Delphine.
Montbéliard, den 6. Januar 1784.


Geliebteste! Fürchte dich nicht. Wie kann mir etwas geschehen, da ein Engel wie Du mich mit seiner Liebe schützt! Der Reitknecht erzählte mir alles, selbst gerührt von dem, was er gesehen hatte im Rittersaal von Laval die Menschenmenge, blasse Gesichter, zerlumpte Kleider, magere, von Frostbeulen bedeckte Glieder, von den glühenden Scheiten im Kamin grell beleuchtet, Du selbst mitten unter ihnen, furchtlos auch angesichts der rohesten Gesellen!

Ich schicke Dir heute ein paar handfeste Leute zum Schutz. Ein Feuersignal auf dem Bergfried, und ich selbst bin in kürzester Frist bei Dir.







Prinz Friedrich-Eugen Montbéliard an Delphine.
Etupes, den 9. Januar.


Landstreicher erbrachen das Schloß. Ich warf sie mit meinen Leuten hinaus. Ein Schuß traf mich in die Hüfte. Ich habe nur einen Gedanken: Dich. Mein Reitknecht jagt dem Wagen voran, der mich zu Dir bringt. Niemand außer ihm und dem Kutscher kennt das Ziel der Fahrt.

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Lily Braun: Die Liebesbriefe der Marquise. München 1912, Seite 355. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Die_Liebesbriefe_der_Marquise_(Braun).djvu/361&oldid=1720160 (Version vom 15.11.2011)