Seite:De Die blutige Rache einer jungen Frau.djvu/032

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

meine innere Unruhe und so oft ich Deine Verse erhalte, so oft steigert sich mein Gefühl der Einsamkeit! Lass künftighin davon ab, über die östliche Mauer zu springen oder die Übung zu erlernen, Blumen zu stehlen; sieh lieber in den Nordstern, den Ort, woher die Ehre fliesst und steige auf ein Herz, um den duftigen Ölzweig zu pflücken[1]. Da Du keinen Zwischenträger genommen, so bestrebe Dich, die Geliebte in Deinen Büchern zu finden, wie meine Liebe für Dich in ihren Verschluss zurückgekehrt ist. Bitte, erkundige Dich bei meinem Boten um Nichts. Achtungsvoll erwiedere ich Deine brennenden Zeilen, in der Hoffnung, dass Du mir verzeihen wirst.“ Die beiliegende Poesie war folgende:

„Der Herbstmond und die Frühlingsblumen sind auch nicht ohne ihre Liebe[2]. Sie wissen auch, dass ihr Werth höher steht, als tausend Goldstücke!

Aber Du musst das Betragen von Han Seang tsze erlernen und Dich bemühen, in das azurne verschlossne Gemach zu kommen[3].

Erröthend musst Du an der östlichen Mauer die Laute der zeichengebenden Tsuy hören[4].

Meine thörichten Gedanken löse ich fortan in Äther auf. –


  1. S. Note c. am Ende.
  2. Im Original endet Keaou Lẅan’s Poesie mit den nämlichen Charakteren, wie die von Tingchang; aber sie weiss dabei kunstvoll diesen Buchstaben einen ganz andern Sinn unterzulegen.
  3. S. Note g. zu Ende.
  4. S. Note h. zu Ende.
Empfohlene Zitierweise:

unbekannt, Adolf Böttger (Übersetzer): Die blutige Rache einer jungen Frau. Wilhelm Jurany, Leipzig 1847, Seite 30. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Die_blutige_Rache_einer_jungen_Frau.djvu/032&oldid=949284 (Version vom 27.12.2009)