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Professor Chow eröffnete daher seine Meinung darüber dem Capitain Wang. Der alte Soldat gab seine Einwilligung und bemerkte, dass, da sie von gleichem Range wären, der Sohn des Professors daselbst wohnen und bei ihm speisen möge, da er ihn nicht damit belästigen wolle, die Speisen herüberzuschicken.

Der alte Herr Chow dankte dem andern Herrn von ganzem Herzen, kehrte nach Haus und erzählte dies umständlich seinem Sohne. Tingchang sagte darauf: „Obwohl ich diesen Beweis der grössten Güte des Herrn Wang annehmen möchte, so fühle ich doch, da er weder ein Verwandter, noch ein alter Freund von uns ist, ein inneres Widerstreben, den guten Herrn so zu belästigen. Das Beste wäre wohl für Ihren Sohn, dass er ein artiges Geschenk oder irgend Etwas hinüberbrächte und die Frau Chow bäte, dass sie seine Adoptivtante würde. So leben dann Tante und Neffe in ein und demselben Hause, und das wird sich ganz wunderhübsch ausnehmen!“

Der Professor Chow war ein närrischer Mann. Sein ganzes Bestreben ging nur darauf, irgend woraus einen Vortheil zu ziehen, darum bemerkte er blos: „Sehr wohl, mein Sohn mag darin ganz handeln, wie es ihm beliebt.“

Tingchang suchte eine Person auf, die das Nämliche dem Herrn Wang und seiner Gattin mittheilen musste, und nachdem er einen günstigen Tag im Kalender aufgesucht hatte[1], nahm er


  1. Die Chinesen berathen, gleich den Römern, Wahrsager, bevor sie irgend ein wichtiges Geschäft unternehmen.
Empfohlene Zitierweise:

unbekannt, Adolf Böttger (Übersetzer): Die blutige Rache einer jungen Frau. Wilhelm Jurany, Leipzig 1847, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Die_blutige_Rache_einer_jungen_Frau.djvu/034&oldid=949332 (Version vom 27.12.2009)