Seite:De Suchende Seelen (Meisel-Heß).djvu/035

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Sie hielt an. Das war die Straße. Sie ging hinüber auf die andere Seite, die Nummer suchend: zwei – vier – sechs – es war ganz unten. Ein paar Leute begegneten ihr. Arme Leute, ein Hausierer, ein bettelnder Krüppel; drüben taumelte ein Betrunkener. Die verbaute, enge Gasse starrte von Kot und Schmutz. Immer mehr regnete es in die großen Wasserpfützen hinein. Von ihrem Schirm, von ihren Kleidern, von ihren Haaren troff die Nässe. Noch ein Mädchen begegnete ihr, in ein großes, braunes Tuch gewickelt, mit zerlumpten Schuhen, aus denen kleine Bäche rieselten, dick und feucht in die Stirn hinein hängenden Haaren, mit einem Hut auf dem Kopf und schmutzig-weißem

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Grete Meisel-Heß: Suchende Seelen. Leipzig 1903, Seite 36. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Suchende_Seelen_(Meisel-He%C3%9F).djvu/035&oldid=1445368 (Version vom 1.02.2011)