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„Genug, genug,“ sagte Wolodja, näher rückend und ihr beide Hände küssend. „Wir wollen es den Schopenhauers überlassen, zu philosophieren und Beliebiges zu beweisen; wir wollen nur Ihre Händchen küssen.“ „Sie verachten mich und wissen gar nicht, wie sehr ich darunter leide!“ sagte sie unsicher, denn sie wußte im voraus, daß er es ihr nicht glauben würde. „Wenn Sie aber wüßten, wie sehr ich eine andere werden und ein neues Leben beginnen möchte! Ich denke daran mit Begeisterung,“ sagte sie, während ihr vor Begeisterung wirklich Tränen in die Augen traten. „Ich will ein guter, ehrlicher Mensch sein, niemals lügen, ein Lebensziel haben…“ „Bitte, bitte, spielen Sie keine Komödie! Ich mag es nicht!“ sagte Wolodja mit unzufriedener Miene. „Ganz wie auf der Bühne. Wir wollen uns wie Menschen benehmen.“ Damit er nicht böse werde und nicht weggehe, fing sie an, sich zu rechtfertigen und ihm zuliebe zu lächeln. Dann brachte sie aber wieder die Rede auf Olja und darauf, wie gerne sie alle Lebensfragen lösen und ein Mensch werden möchte. „Ta – ra – ra – bumdiä…“ sang er leise. „Tara – ra – bumdiä!“ Und plötzlich nahm er sie um die Taille. Sie aber legte ihm, ohne zu wissen, was sie tat, beide Hände auf die Schultern und sah eine Minute lang entzückt, wie berauscht auf sein kluges, spöttisches Gesicht, auf seine[WS 1] Augen und auf seinen schönen Bart… |
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Anton Pawlowitsch Tschechow: Von Frauen und Kindern. Musarion, München 1920, Seite 191. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Von_Frauen_und_Kindern_(Tschechow).djvu/191&oldid=1102943 (Version vom 15.05.2010)