Seite:Der Bundschuh zu Lehen im Breisgau.djvu/4

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sie durchwandelt hat, und die Kräfte und Einflüße genau kennen zu lernen, welche ihrem Werden zum Grunde lagen.

Zwar kann bei Empörungen des gemeinen Mannes, wie wir ihn im sechzehnten Jahrhundert in Deutschland finden, nicht von Charakteren oder Thaten die Rede seyn, wie sie sich in Bewegungen der Völker des Altertums auszeichnen, und den Forscher wenigstens durch ein großartiges, erfreuendes oder schreckendes Bild, für seine Mühe entschädigen. Doch ist auch diese Geschichte keineswegs, wie man wohl bei flüchtiger Ansicht glauben möchte, ein flaches Einerlei von alltäglicher Gemeinheit und niedern Bestrebungen und Leidenschaften; auch hier treten Helden oft in der entschiedensten und merkwürdigsten Haltung auf, und ziehen an dem Blicke vorüber; nur ihre Stellung ist verändert, ihre Rednerbühne sind Schenken oder abgelegene Fluren, und der Kreis ihrer Wirksamkeit umfaßt anfänglich nur benachbarte ärmliche Hütten, bis er sich endlich auch über ganze Länder verbreitet.

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Heinrich Schreiber: Der Bundschuh zu Lehen im Breisgau. Freiburg im Breisgau, 1824, Seite IIII. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_Bundschuh_zu_Lehen_im_Breisgau.djvu/4&oldid=1722578 (Version vom 18.11.2011)