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Die Nacht, licht, sternklar und völlig windstill, bot den beiden einsamen Reitern all die wunderbaren Reize eines nächtlichen Marsches durch die weite Wüste. Doch der Knabe und sein dunkelhäutiger Begleiter hatten wenig Sinn heute für das Poetische dieses Rittes. In der Oase mußte der Wasservorrat notwendig ergänzt und den Dromedaren Zeit gegönnt werden, auf der Weide neue Kräfte zu sammeln. War die Oase womöglich von den Iringi besetzt, so mußte man warten, bis sie wieder abgezogen waren. Und diese Gedanken, ob man den Platz frei vom Feinde finden werde, nahmen die beiden Reiter neben der Aufmerksamkeit auf die Umgebung völlig gefangen. Mit äußerster Behutsamkeit näherten sie sich dem schon von weitem erkennbaren toten, versteinerten Wäldchen. Dann blieb Ali Mompo bei den Tieren zurück, und der Knabe schlich zu Fuß auf die verkieselten Stämme zu, hinter denen nur zu leicht die ernstesten Gefahren lauern konnten. Jetzt hatte Paul die ersten Bäume erreicht, jetzt kroch er auf allen Vieren auf eine Stelle zu, wo er zwischen den engstehenden Stämmen sich gerade noch hindurchwinden konnte. Da – etwas Metallglänzendes reckte sich ihm plötzlich entgegen – – der Lauf eines vernickelten Revolvers …! Gleichzeitig hörte er Shlooks Stimme …: „Keine Bewegung – keinen Laut, wenn Dir Dein Leben lieb ist …!“ Der Engländer lag zwischen den Steinsäulen und hatte den Knaben, dessen er schon von weitem gewahr geworden, vollständig überrumpeln können. Den Revolver |
W. Belka: Der Tempel Salomonis. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 23. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_Tempel_Salomonis.pdf/24&oldid=1805098 (Version vom 10.05.2012)