Seite:Dickens Der Weihnachtsabend.djvu/29

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schwer und wie lang die Kette ist, die Du selbst trägst? Sie war gerade so lang und so schwer, wie diese hier, vor sieben Weihnachten. Seitdem hast Du daran gearbeitet. Es ist eine schwere Kette.“

Scrooge sah auf den Boden herab, in der Erwartung, von funfzig oder sechzig Klaftern Eisenketten sich umschlungen zu sehen; aber er sah nichts.

„Jacob,“ sagte er flehend. „Jacob Marley, sage mir mehr. Sprich mir Trost ein, Jacob.“

„Ich habe keinen Trost zu geben,“ antwortete der Geist. „Er kommt von andern Regionen, Ebenezer Scrooge, und wird von andern Boten zu andern Menschen gebracht. Auch kann ich Dir nicht sagen, was ich Dir sagen möchte. Ein klein wenig mehr ist Alles, was mir erlaubt ist. Nirgendwo kann ich rasten oder ruhen. Mein Geist ging nie über unser Comptoir hinaus – merke wohl auf – im Leben blieb mein Geist immer in den engen Grenzen unsrer schachernden Höhle; und weite Reisen liegen noch vor mir.“

Scrooge hatte die Gewohnheit, wenn er nachdenklich wurde, die Hand in die Hosentasche zu stecken. Ueber das, was der Geist sagte, nachsinnend, that er es auch jetzt, aber ohne die Augen zu erheben, oder vom Stuhl aufzustehen.

„Du mußt Dir aber viel Zeit genommen haben, Jacob,“ bemerkte er mit dem Tone eines Geschäftsmannes, obgleich mit vieler Demuth und Ehrerbietung.

„Viel Zeit!“ sagte der Geist.

Empfohlene Zitierweise:

Charles Dickens: Der Weihnachtsabend. Übersetzt von Edward Aubrey Moriarty. J. J. Weber, Leipzig 1844, Seite 28. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dickens_Der_Weihnachtsabend.djvu/29&oldid=1005257 (Version vom 20.01.2010)