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17 Sie ebneten rauhe Wege vor seinem Einzug,
öffneten die Thore Jerusalems, bekränzten ihre Mauern.
––––
18 Er zog ein wie ein Vater in seiner Kinder Haus mit Frieden,
faßte mit großer Sicherheit festen Fuß,
19 nahm ihre Turmfesten ein und Jerusalems Mauer;
denn Gott führte ihn sicher, während sie verblendet waren.
20 Er richtete ihre Führer hin und alle Weisen im Rate,
vergoß das Blut der Bürger Jerusalems wie unreines Wasser,
21 führte ihre Söhne und Töchter fort, die sie in Unzucht gezeugt hatten[1].
––––
22 Sie thaten in ihrer Unreinigkeit wie ihre Väter,
entweihten Jerusalem, und was dem Namen Gottes heilig ist.
23 Gott [aber] erwies sich gerecht in seinen Gerichten an den Völkern der Erde,
und die Frommen Gottes sind unter ihnen wie unschuldige Lämmer.
24 Gelobt sei der Herr, der die ganze Erde richtet in seiner Gerechtigkeit!
25 Ja, Gott, du hast uns in deiner Gerechtigkeit dein Gericht gezeigt;
unsere Augen sahen deine Gerichte, o Gott.
26 Wir priesen deinen in Ewigkeit herrlichen Namen gerecht;
denn du bist der Gott der Gerechtigkeit, richtest Israel durch Züchtigung.
27 Wende, Gott, dein Mitleid uns wieder zu
und habe Erbarmen mit uns!
28 Bringe das zerstreute Israel zusammen aus Mitleid und Güte,
denn deine Treue ist mit uns!
30 Wohl haben wir uns halsstarrig bewiesen,
aber du warst unser Zuchtmeister.
31 Wende dich nicht von uns ab, unser Gott,
damit uns die Heiden nicht verschlingen, ohne daß ein Retter ist!
31 Du bist ja unser Gott von Anfang an,
und auf dich steht unsere Hoffnung, Herr.
32 Und wir lassen nicht von dir,
denn deine Satzungen über uns sind gütig.
33 Uns und unseren Kindern [bleibe] die Gnade in Ewigkeit!
Herr, unser Heiland, wir wollen ferner nicht wanken auf ewige Zeiten.
34 Gelobt sei der Herr wegen seiner Gerichte durch den Mund der Frommen
und gesegnet Israel vom Herrn in Ewigkeit!


Vergebung für die Frommen[2].
Von Salomo; zur Zurechtweisung.

9

1 Da Israel in Verbannung in ein fremdes Land weggeführt ward,
als sie vom Herrn, ihrem Erlöser, abgefallen waren,
da wurden sie von dem Erbe, das der Herr ihnen gegeben, verstoßen.

  1. S. die vor. Anm.
  2. Es ist das Vorrecht der Frommen, daß ihnen Gott trotz ihrer Sünden vergiebt; wozu wäre er sonst Gott? und was hätte er sonst zu vergeben? (vgl. V. 6f. 8). — Anlaß, um Vergebung zu bitten, giebt es immer. Insofern ist im Psalm keine besonders charakteristische Lage vorausgesetzt. Doch wird V. 6c und besonders 8c erkennen lassen, daß Feindesnot den Anlaß zur Bitte gab.
Empfohlene Zitierweise:

Rudolf Kittel (Übersetzer): Die Psalmen Salomos. Tübingen: J.B.C. Mohr (Paul Siebeck), 1900, Seite 139. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DiePsalmenSalomosGermanKittelKautzsch2.djvu/013&oldid=1331935 (Version vom 4.11.2010)