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4 Möchte Gott, weg von den unschuldigen Leuten, die Lippen der Gottlosen in Verzweiflung stoßen,
und die Gebeine der Verleumder müssen fern von den Gottesfürchtigen zerstreut werden;
im flammenden Feuer vergehe die verleumderische Zunge fern von den Frommen!
5 Der Herr behüte die friedliche Seele, die die Ungerechten haßt,
und der Herr richte auf den Mann, der Frieden im Hause übt!
6 Des Herrn [Werk] ist die Erlösung über seinen Knecht Israel in Ewigkeit.
Die Sünder mögen allzumal vor seinem Antlitz vergehen,
und des Herrn Fromme erleben des Herrn Verheißungen!


Dank für Rettung[1].
Von Salomo; ein Psalm. Tröstung der Gerechten.

13

1 Die Rechte des Herrn beschützte mich,
die Rechte des Herrn hat unser geschont.
2 Des Herrn Arm errettete uns vor dem Schwerte, das umging,
vor Hunger und dem Tode der Sünder.
3 Wilde Tiere haben sie angefallen,
mit ihren Zähnen ihr Fleisch zerrissen
und mit ihren Kinnbacken zermalmten sie ihre Knochen.
4 Aber aus dem allen hat uns der Herr befreit.
––––
5 Der Gottesfürchtige geriet in Angst wegen seiner Übertretungen,
ob er nicht mit den Gottlosen weggerafft werde.
6 Denn der Fall des Gottlosen war erschütternd;
aber den Gerechten trifft von alledem nichts.
7 Denn die Züchtigung der Gerechten infolge [ihrer] Unwissenheit
ist nicht zu vergleichen dem Falle der Gottlosen.
8 Der Gerechte wird insgeheim gezüchtigt,
damit sich der Gottlose nicht über den Gerechten freue.
9 Er warnt nämlich den Gerechten wie einen geliebten Sohn
und züchtigt ihn wie einen Erstgeborenen.
10 Denn der Herr schont seiner Frommen,
und ihre Übertretungen tilgt er durch Züchtigung.
11 Denn der Gerechten Leben währt ewig;
die Gottlosen dagegen werden ins Verderben geschafft,
und ihr Andenken ist nicht mehr zu sinden.
12 Über die Frommen aber [ergeht] des Herrn Gnade,
und über die, die ihn fürchten, sein Erbarmen.


Der Frommen und der Gottlosen Teil.
Loblied von Salomo.

14

1 Der Herr ist denen getreu, die ihn in Wahrheit lieb haben,
die seine Züchtigung auf sich nehmen,
2 die in Gerechtigkeit wandeln seinen Geboten gegenüber,
im Gesetz, das er uns zu unserem Leben geboten hat.
    • In gemeinsamer Gefahr vor heidnischen Feinden besorgten die Frommen, samt den Gottlosen weggerafft zu werden. Aber es zeigte sich bald, daß Gott zwischen Frommen und Gottlosen wohl zu scheiden weiß. Er straft freilich die Frommen auch, wenn sie gesündigt haben (9,6 ff.), aber er züchtigt sie im Geheimen (V. 8), und vor allem: er vernichtet sie nicht, sondern hat ihnen (im Gottesreiche) das ewige Leben zugedacht, während die Gottlosen vernichtet werden (11). — Die heidnischen Feinde können nur die Jerusalem belagernden Römer unter Pompejus sein. Das ergeben die verwandten Lieder unserer Sammlung.
    Empfohlene Zitierweise:

    Rudolf Kittel (Übersetzer): Die Psalmen Salomos. Tübingen: J.B.C. Mohr (Paul Siebeck), 1900, Seite 142. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DiePsalmenSalomosGermanKittelKautzsch2.djvu/016&oldid=1331938 (Version vom 5.11.2010)