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3 Des Herrn Fromme werden in ihm ewiges Leben haben;
des Herrn Paradies, die Bäume des Lebens[1], sind seine Frommen.
4 Ihre Pflanzung ist festgewurzelt in Ewigkeit;
sie werden nicht ausgerottet werden, so lange der Himmel steht:
5 Denn Gottes Teil und Erbe ist Israel.
––––
6 Nicht also die Sünder und Gottlosen,
die sich einen Tag lang freuen im Genuß ihrer Sünden.
7 An ein bißchen Moder[2] haben sie ihre Lust,
aber Gottes gedenken sie nicht.
8 Denn die Wege der Menschen sind ihm allezeit bekannt,
und des Herzens Schrein kennt er, ehe [etwas] geschieht.
9 Darum ist ihr Erbe Hölle, Dunkel und Verderben,
und am Tage der Gnade über die Gerechten wird man sie nicht finden.
10 Des Herrn Fromme aber erben das Leben in Freuden.


Der Fromme zum Heil gezeichnet[3].
Eie Psalm von Salomo mit Gesang[4].

15

1 In meiner Drangsal rief ich den Namen des Herrn an,
auf die Hilfe des Gottes Jakobs hoffte ich und ward errettet;
denn Hoffnung und Zuflucht der Armen bist du, o Gott!
2 Denn wer vermag etwas [anderes], o Gott, als daß er dich aufrichtig preist?
und wozu ist der Mensch im Stande, als deinen Namen zu preisen?
3 Einen neuen Psalm mit Gesang aus fröhlichem Herzen,
die Frucht der Lippen auf dem wohlgestimmten Instrumente der Zunge,
den Erstling der Lippen aus frommem und gerechtem Herzen —
4 wer das bringt, wird nimmermehr vom Unglück erschüttert werden;
des Feuers Flamme und der Zorn über die Gottlosen wird ihn nicht erreichen,
5 wenn er ausgeht über die Gottlosen vom Antlitze des Herrn,
zu vernichten der Gottlosen ganzes Wesen.
6 Denn die Frommen tragen Gottes Zeichen an sich, das sie rettet.
––––
7 Hunger, Schwert und Tod [bleiben] fern von den Gerechten;
denn sie fliehen vor den Frommen wie in der Schlacht Verfolgte.
8 [Aber] sie verfolgen die Gottlosen und fassen sie,
und die Unrecht thun, entgehen nicht des Herrn Gericht.
9 Wie von kriegskundigen Feinden werden sie erfaßt,
denn das Zeichen des Verderbens ist auf ihrer Stirn.
10 Und der Sünder Erbe ist Verderben und Finsternis,
und ihr Unrecht verfolgt sie bis in die Hölle hinunter.
11 Ihr Erbteil geht ihren Kindern verloren,
denn die Sünden veröden die Häuser der Sünder.
12 Und die Sünder gehen am Gerichtstage des Herrn für ewig zu Grunde,
wenn Gott die Erde mit seinem Gerichte heimsucht.
13 Die aber den Herrn fürchten, finden dann Barmherzigkeit
und leben in der Gnade ihres Gottes;
die Sünder aber gehen ins ewige Verderben.
    • Bildliche Verwendung des Lebensbaumes im Paradies, ähnlich auch bei Philo. Weil die Frommen das Leben haben, heißen sie Lebensbäume; und weil der Lebensbaum einer der Paradiesesbäume war, heißen sie als solche Paradiesesbäume geradezu selbst ein Paradies.
    • Hebr. מְעַט רׅמָּה (Wellh.).
    • Die feste Zuversicht, daß Gottes vergeltende Gerechtigkeit am jüngsten Tage (V. 12) unfehlbar jedem das Seine zuteilen werde, erzeugt das Bild, daß beide, Fromme und Gottlose, von Gott gezeichnet sind — jene zum Leben, diese zum ewigen Gericht (V. 6, 9 ff.)
    • Nicht שׁׅגּׅיוֹן (vgl. LXX Hab. 3, 1), sondern, wie V. 3 zeigt, einfach: mit Gesang (und Spiel). Del. בְּשׁׅיר.
    Empfohlene Zitierweise:

    Rudolf Kittel (Übersetzer): Die Psalmen Salomos. Tübingen: J.B.C. Mohr (Paul Siebeck), 1900, Seite 143. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DiePsalmenSalomosGermanKittelKautzsch2.djvu/017&oldid=1331939 (Version vom 5.11.2010)