Seite:Die Haare der heiligen Fringilla.djvu/017

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von der heiligen Fringilla und Holz vom Judasbaume?

– Hier, antwortete Pater Ivo prompt, griff in seine Kutte und brachte eine Kapsel zum Vorschein, hier sind Haare und Kapsel. Ich bedarf ihrer ohnehin längst nicht mehr, fügte er mit einem milden Lächeln hinzu.

Die Prinzessin nahm die Kapsel mit Dank und Andacht entgegen und hätte sie gerne geküßt, wenn sie nur etwas gelüftet gewesen wäre; so mußte sie sich begnügen, sie mit Devotion zu betrachten. Das Ding sah eigentlich wie eine der alten Taschenuhren mit hohem, runden Glasdeckel aus, nur, daß unter dem Glas kein Ziffernblatt, sondern, auf einem Pölsterchen von weißem Samt, eine Anzahl brauner, ganz, ganz feiner schlichter Haare zu sehen war, die sich fast wie Seidenfäden ausnahmen, so fein waren sie.

Mit dieser Kapsel in den überaus weißen und natürlich hellblau geäderten Händen begab sich die Hoheit Eulalias in die Gemächer ihres Gatten, der eben die Kniegeige traktierte, indem

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Otto Julius Bierbaum: Die Haare der heiligen Fringilla. München: Albert Langen, 1904, Seite 17. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Haare_der_heiligen_Fringilla.djvu/017&oldid=1163963 (Version vom 7.07.2010)