Seite:Die Haare der heiligen Fringilla.djvu/066

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Objekte: Leuchter, Vasen, Büsten und dergleichen. – Der Herr bleibt am Fenster stehen und blickt hinaus.)

Das einzig Reinliche: die Natur. (Mentor, der Hund, steht hinter ihm auf und legt ihm die Pfoten auf die Schulter.) Ja ja, du auch, und die Muinz auch. Wo ist die Muinz? (Muinz, die schwarze Katze auf dem Sopha, miaut: Wo wird sie sein? hier!) Guten Morgen, alte Schachtel! Immer noch verliebt? (Muinz miaut: dumme Frage!) Ein infames Alter, wo man melancholisch wird, wenn man beschneite Bäume sieht. Alte, schwarze Linden, so alt, und jedes Frühjahr beladen sie sich neu mit Laub und Blüten, und duften Sommers nach lauter Liebe und Märchen. Lindenbäume – Ludwig Richter – erste Liebe – Möricke, – das ist alles nicht modern. Die heutige Lyrik und Malerei hat eine andere Botanik, und die Verliebten schnitten ihre Namen lieber in gigantische Kakteen oder so was. Na ja! Wenn sie sich nur nicht die Fingerchen zerstechen. Und lieber in einen Kaktus, als gar nicht. –

Empfohlene Zitierweise:

Otto Julius Bierbaum: Die Haare der heiligen Fringilla. München: Albert Langen, 1904, Seite 66. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Haare_der_heiligen_Fringilla.djvu/066&oldid=1167200 (Version vom 9.07.2010)