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Er drehte die Tonstatue um. „Sie ist beschädigt. Man hat sie gekittet. Und hier dies kleine Loch auf dem Rücken habe ich noch bei keiner einzigen dieser Raritäten bemerkt.“ Harst griff nach der Statue. Die Bewegung war seltsam hastig. – „Darf ich sie mir mal ansehen?“ meinte er. Wir wurden dann durch den Eintritt des Polizeiarztes abgelenkt. Dieser erklärte nach kurzer Untersuchung der Leiche, daß äußere Verletzungen nicht vorhanden seien. Eine Vergiftung sei möglich. Fitzgerald, Harst und ich standen beieinander am Fenster. Ich hörte, wie Harst Fitzgerald zuraunte: „Untersagen Sie eine Obduktion, selbst auf die Gefahr hin, daß Garner daraus für Pook ungünstige Schlüsse zieht. Weigern Sie sich auf jeden Fall. Der Tote darf nicht aus dem Hause.“ Fitzgerald verharrte einen Moment regungslos. Inzwischen hatte der Polizeiarzt sehr bestimmt gesagt: „Eine Obduktion ist unbedingt nötig. Inspektor Garner hält hier einen –“ Da rief Fitzgerald schon: „Ich verbiete eine Leichenöffnung. Mein Neffe ist meiner Überzeugung nach kein Dieb. Das genügt mir.“ Garner kam schnell aus dem Schlafzimmer herbei. „Ich verlange eine Obduktion,“ erklärte er beinahe grob. „Willigen Sie nicht ein, Master Fitzgerald, so weiß ich Bescheid. Ich denke aber, es liegt Ihnen daran, meinen Verdacht zu zerstreuen.“ „Das wird Herr Harst tun!“ erwiderte Fitzgerald scharfen Tones. „Es bleibt dabei: Edwards Leiche wird so beerdigt, wie sie ist.“ „Ich protestiere!“ fuhr Garner auf. „Das Gesetz –“ Er stockte. Und Fitzgerald beendete schnell den begonnenen Satz: „– entzieht den Angehörigen eine Leiche nur, wenn |
Walther Kabel: Die Rätselbrücke. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1920, Seite 44. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_R%C3%A4tselbr%C3%BCcke.pdf/44&oldid=1852354 (Version vom 26.07.2012)