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VII. Geschichte und Sage. Legende.
Das Verhältnis von Sage und Geschichte ist schon öfter der Angelpunkt von Streitigkeiten gewesen, vor allem, wenn es sich um eine besondere Tatsache handelte, die von dem einen als Sage, von dem andern als Geschichte aufgefaßt wurde. Und doch müssen wir daran festhalten, daß Sage und Geschichte nicht nebeneinander, sondern einander gegenüber stehen. Wo das Gebiet der Geschichte beginnt, hört das der Sage auf, denn diese ist nicht durch beglaubigte Zeugen und Urkunden überkommene Geschichtserzählung. Die Geschichte kann nur nackte Tatsachen berichten, ihr fehlt aber der warme Hauch, da sie jenen kühl bis ans Herz gegenüber stehen soll. Doch gebrauchen wir lieber einige Vergleiche: Die Geschichte ist mehr Leib, die Sage mehr Seele; die Geschichte gleicht dem klaren Sonnenlicht, die Sage dem blauen Duft weiterer Entfernung; die Geschichte ist die bis
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Karl Wehrhan: Die Sage. Wilhelm Heims, Leipzig 1908, Seite 42. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sage-Karl_Wehrhan-1908.djvu/50&oldid=1139958 (Version vom 12.06.2010)