Seite:Die erzwungene Heirath-Molière-Baudissin-1866.djvu/23

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Sganarelle. Nein. Ich .....

Pancratius. Ob das Gute mit dem Endzweck coincidirt? –

Sganarelle. Ach Gott bewahre! – Ich .....

Pancratius. Ob uns der Endzweck durch seine reale oder seine intentionirte Wesenheit bewegen kann?

Sganarelle. Nein, nein, nein, nein. Zum Teufel, nein.

Pancratius. So explicirt mir also Eure Gedanken, denn ich kann sie nicht errathen.

Sganarelle. Das will ich ja auch, in’s Teufels Namen; aber Ihr müßt mich anhören. Die Sache ist die: ich bin Willens mich mit einem schönen jungen Mädchen zu verheirathen. Ich liebe sie, und habe bei ihrem Vater um sie angehalten; weil ich aber fürchte ....

Pancratius (zugleich mit Sganarelle, ohne auf ihn zu hören). Die Sprache ist dem Menschen gegeben, damit er seine Gedanken offenbare; und gleichwie die Gedanken das Abbild der Sache, so sind auch die Worte das Abbild der Gedanken.

(Sganarelle hält in seiner Ungeduld dem Doctor den Mund zu; so oft er losläßt, spricht dieser weiter.)

Aber diese Bilder unterscheiden sich von andern Bildern insofern, als diese letzten etwas anderes sind als ihre Originale, die Rede dagegen ihr Original in sich begreift, weil sie eben nichts Andres ist, als der durch ein äußeres Zeichen ausgedrückte Gedanke; woher es denn auch kommt, daß wer am besten denkt auch am besten

Empfohlene Zitierweise:

Molière übersetzt von Wolf Graf von Baudissin: Die erzwungene Heirath. S. Hirzel, Leipzig 1866, Seite 327. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_erzwungene_Heirath-Moli%C3%A8re-Baudissin-1866.djvu/23&oldid=1852105 (Version vom 26.07.2012)