Seite:Die erzwungene Heirath-Molière-Baudissin-1866.djvu/24

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spricht. Erklärt mir also Eure Gedanken durch die Sprache, weil diese unter allen Zeichen das verständlichste ist.

Sganarelle (stößt den Doctor in sein Haus und hält die Thüre zu, damit er nicht herauskomme). Verwünschter Kerl! –

Pancratius (im Hause). Ja, die Sprache ist animi index et speculum. Sie ist der Dolmetscher des Herzens, das Ebenbild der Seele. (Er steigt an’s Fenster.) Es ist dieselbe ein Spiegel, der uns unbewußt die verborgensten Mysterien unsres Ich reflectirt: und da Ihr das Vermögen habt zugleich zu folgern und zu sprechen, was hindert Euch denn, Euch der Rede zu bedienen, und mir Eure Gedanken verständlich zu machen? –

Sganarelle. Das will ich ja auch: aber Ihr wollt mich nicht hören.

Pancratius. Ich höre zu; redet also.

Sganarelle. Ich sagte Euch also, Herr Doctor, ich wolle ....

Pancratius. Aber vor Allem befleißigt Euch der Kürze.

Sganarelle. Das werde ich.

Pancratius. Vermeidet jede Weitschweifigkeit.

Sganarelle. Ei zum .....

Pancratius. Kürzt Eure Rede und comprimirt sie wie ein lakonisches Apophthegma.

Empfohlene Zitierweise:

Molière übersetzt von Wolf Graf von Baudissin: Die erzwungene Heirath. S. Hirzel, Leipzig 1866, Seite 328. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_erzwungene_Heirath-Moli%C3%A8re-Baudissin-1866.djvu/24&oldid=1852106 (Version vom 26.07.2012)