Seite:Die erzwungene Heirath-Molière-Baudissin-1866.djvu/45

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Anmerkungen.

1) Moliere spielte den Sganarelle; Frau Du Parc mit ganz besonderm Beifall die Dorimene.

2) Die alte Schule hatte bekanntlich verschiedene bizarre Benennungen für die verschiedenen logischen Schlüsse aufgestellt: so gab es Syllogismen in Barbara, in Celarint, in Darii und Ferio u. s. w. Der Doctor substituirt hier das Wort Balordo (Tölpel) für Barbara.

3) Die Peripatetiker erklärten allerdings das Wort Form nicht als Bezeichnung der äußern Gestalt, sondern des innersten Wesens; der Eigenschaft, die einen Gegenstand zu dem macht, was er ist, also dessen, was dem Stoff seine individuelle Bestimmtheit giebt. So z. B. ist ein Knochen noch etwas Andres als hart, dicht, kalt u. s. w. Das Alles sind Eigenschaften, die er mit andern Körpern gemein hat. Es ist seine eigenthümliche Natur als Knochen, die die Schule des Aristoteles seine Form nennt; die Form, sagen sie, ist das bestimmende Princip jedes Dinges und nennen demnach die Seele die Form des Körpers. Nach dieser Definition mußte Pancratius allerdings empört sein, wenn von der Form eines Huts gesprochen ward.

4) Die drei Thätigkeiten des Geistes sind die Vorstellung (perception), die Beurtheilung (jugement), und die Schlußfolgerung (raisonnement).

5) Das Wahrsagen durch Vermittlung eines Spiegels und durch Erklärung der Meteore. Chiromantie ist die Prophezeihung aus den

Empfohlene Zitierweise:

Molière übersetzt von Wolf Graf von Baudissin: Die erzwungene Heirath. S. Hirzel, Leipzig 1866, Seite 349. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_erzwungene_Heirath-Moli%C3%A8re-Baudissin-1866.djvu/45&oldid=1852130 (Version vom 26.07.2012)