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Die Liebe zehrt an mir
Gleich sieben Uebeln, –
Nichts mag ich essen schier.
Lebt wohl, ihr Zwiebeln!

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Der Mond gieng schon in’s Meer,

Müd sind alle Sterne,
Grau kommt der Tag daher, –
Ich stürbe gerne.


 *     *     *


„Diesen ungewissen Seelen“.

Diesen ungewissen Seelen
Bin ich grimmig gram.
All ihr Ehren ist ein Quälen,
All ihr Lob ist Selbstverdruss und Scham.

5
Dass ich nicht an ihrem Stricke

Ziehe durch die Zeit,
Dafür grüsst mich ihrer Blicke
Giftig-süsser hoffnungsloser Neid.

Möchten sie mir herzhaft fluchen

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Und die Nase drehn!

Dieser Augen hülflos Suchen
Soll bei mir auf ewig irre gehn.


 *     *     *


 Narr in Verzweiflung.

Ach! Was ich schrieb auf Tisch und Wand
Mit Narrenherz und Narrenhand,
Das sollte Tisch und Wand mir zieren? …

Empfohlene Zitierweise:

Friedrich Nietzsche: Lieder des Prinzen Vogelfrei. E. W. Fritzsch, Leipzig 1887, Seite 344. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_fr%C3%B6hliche_Wissenschaft-1887-Nietzsche.djvu/354&oldid=1043607 (Version vom 14.03.2010)