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Zeit zu einer anziehenden Lektüre. Von den Übersetzungen des ganzen Werkes erwähne ich die im Jahre 1824 erschienene, von Max Habicht, Fr. H. von der Hagen u. a. ausgeführte Verdeutschung (Tausend und eine Nacht, arabische Erzählungen, 15 Bände), wobei nach einer tunisischen Handschrift[WS 1] eine Anzahl neuer Erzählungen hinzugefügt worden sind, und eine 1886–88 veröffentlichte, sehr gelungene englische Übersetzung von Richard Burton (The Book of the Thousand Nights and a Night, 16 Bände). Nach der letztgenannten hat Felix Paul Greve im Jahre 1908 eine neue Verdeutschung herausgegeben (Vollständige deutsche Ausgabe in zwölf Bänden auf Grund der Burtonschen englischen Ausgabe, erschien im Insel-Verlag zu Leipzig). Das beste Quellenwerk für Tausend und eine Nacht bildet V. Chauvin’s ausführliche Bibliographie des ouvrages arabes, Bde IV–VII (1900–1903). Die neuesten Aufschlüsse über den Ursprung und die Schicksale der Sammlung bietet Karl Dyroff’s mit Greves Verdeutschung verbundene Untersuchung „Zur Entstehung und Geschichte des arabischen Buches Tausend und eine Nacht“ (XII Bd. S. 229–307).

Als morgenländisch kann man wohl auch die Sammlung der alten georgischen Märchen S. Orbeliani’s, die von A. Tsagareli auf russisch unter dem Titel „Книга Мудрости и Лжи“ (1878) veröffentlicht sind, betrachten. Die Sammlung ist nicht wegen ihres grossen Alters merkwürdig – Orbeliani lebte am Ende des 17. und im Anfang des 18. Jahrhunderts und hat seine Sammlung wahrscheinlich erst in vorgerücktem Alter abgefasst –, aber weil ihre Erzählungen, unter denen es bekannte Volksmärchen gibt, wahrscheinlich sich zum grossen Teil aus dem Volksmunde herleiten, verdient sie die Aufmerksamkeit des Forschers.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Handshrift
Empfohlene Zitierweise:

Antti Aarne: Übersicht der Märchenliteratur. Suomalaisen Tiedeakatemian Kustantama, Hamina 1914, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:FFC14.djvu/15&oldid=1709447 (Version vom 29.10.2011)