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In Deutschland kam die Anregung zur Veröffentlichung von Märchen aus Frankreich. So sind die von den Brüdern Grimm erwähnten Märchen einer Amme (1764) und Einige Feenmärchen für Kinder (1780) Übersetzungen aus dem Französischen; die letztgenannten stammen aus den Sammlungen Perrault’s und d’Aulnoy’s. Die bekanntesten der deutschen Märchenwerken dieser Zeit sind Musäus’ Volksmärchen der Deutschen (1782), die einige gewöhnliche Volksmärchen, wenn auch in freier Bearbeitung, enthalten. Eine besondere Erwähnung in der europäischen Märchenliteratur verdienen die sogenannten Schwanksammlungen, die eine grosse literarische und kulturhistorische Bedeutung haben. Es ist für den Forscher notwendig, sich mit diesem Zweige der Literatur vertraut zu machen, denn viele der gegenwärtigen volkstümlichen Schwänke kommen in den alten Schwanksammlungen vor. Die Verfasser der Sammlungen haben oft ihre Erzählungen aus volkstümlicher Quelle geschöpft und andrerseits sind |
Antti Aarne: Übersicht der Märchenliteratur. Suomalaisen Tiedeakatemian Kustantama, Hamina 1914, Seite 15. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:FFC14.djvu/19&oldid=1709402 (Version vom 29.10.2011)