Seite:FFC14.djvu/29

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

als Beispiele folgende Sammlungen: U. Jahn’s Volksmärchen aus Pommern und Rügen (I 1891), J. R. Bünker’s Schwänke, Sagen und Märchen in heanzischer Mundart (1906) und Wilhelm BuschUt ôler Welt (1910). Jahns direkt dem Munde des Volkes entnommene Märchen sind mit Anmerkungen versehen, in denen der Aufzeichnungsort der Märchen genau bestimmt und bisweilen noch erwähnt wird, von wem der Erzähler das Märchen gehört hat. Mitunter werden sogar mehrere pommersche Varianten wiedergegeben. Nach der auf dem Titelblatte befindlichen I zu schliessen hat der Herausgeber die Absicht gehabt seine Sammlung fortzusetzen, aber keine Folge ist erschienen. Bünker’s Märchen, 113 an der Zahl, fallen dadurch auf, dass sie alle von ein und derselben Person, von einem alten Manne erzählt sind, der sie teils von seinem Grossvater, teils von niederösterreichischen Arbeitsgenossen gehört hatte. Die an die Märchen geknüpften Hinweise vermehrt J. Bolte in der Zeitschrift des Vereins für Volkskunde (XVII S. 333–334). In Busch’s Sammlung finden sich neben den 41 Märchen viele Sagen u. a. Er hat seine Aufzeichnungen schon um die Mitte des vorigen Jahrhunderts gemacht, obwohl sie erst 1910 in die Öffentlichkeit gelangten.

Märchensammlungen sind auch in der Schweiz veröffentlicht worden. Von ihnen erwähne ich erstens O. Sutermeister’s Kinder- und Hausmärchen (1869), 56 Nummern. Auf Grund dieser Sammlung erklärt S. Singer in seinem Werke Schweizer Märchen, 2 Bde (1903, 1906) die Schweizer Märchen, anderswo angetroffene Varianten referierend. Die neueste Sammlung ist J. Jegerlehner’s Sagen und Märchen aus dem Oberwallis, deren erster Teil 1909 und zweiter 1913 erschien. Jegerlehner hat alle seine Erzählungen aus der volkstümlichen Überlieferung geschöpft. Die von H. Bächtold ans Ende des zweiten Teiles geknüpften Hinweise, welche sich auf ca. 30 Märchensammlungen gründen, erhöhen den Wert des Werkes bedeutend.

Empfohlene Zitierweise:

Antti Aarne: Übersicht der Märchenliteratur. Suomalaisen Tiedeakatemian Kustantama, Hamina 1914, Seite 25. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:FFC14.djvu/29&oldid=1709263 (Version vom 29.10.2011)