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Der Königliche Hofschauspieler Hermann Hendrichs übernahm nach seiner Pensionierung die Direktion des Viktoriatheaters.[WS 1] Dies war ein in der Münzstraße, zwischen der Dragoner- und Grenadierstraße belegener Musentempel, der viele Jahre auch schon lange vor der Hendrichschen Direktion zu den besten und besuchtesten Theatern Berlins gehörte. Es gab dort keinen Tunnel, aber dicht neben dem Theatergebäude war ein besseres Restaurant. In diesem war eine Art homosexueller Stammtisch vorhanden, der, ganz besonders nach Schluß der Theater, so stark besetzt war, daß noch eine ganze Anzahl Tische herangerückt werden mußten. Hier kam in der Hauptsache die homosexuelle Schauspielerwelt zusammen. Zu den ständigen Gästen dieses Stammtisches gehörte der ehemalige langjährige Sekretär des Viktoriatheaters, Schriftsteller Ruppert Mohortschitsch[WS 2]. Dieser, ein geborener Triester, war ehemals österreichischer Offizier. Er war ein sehr vornehmer Herr, eine stattliche Erscheinung. Er besaß viel Wissen und beherrschte wohl in Wort und Schrift Anmerkungen (Wikisource) |
Hugo Friedländer: Aus dem homosexuellen Leben Alt-Berlins. Max Spohr, Leipzig 1914, Seite 55. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Aus_dem_homosexuellen_Leben_Alt-Berlins.djvu/12&oldid=1525398 (Version vom 4.04.2011)