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150 (5.) In diesem Augenblick war es nun, wo viele Priester, als sie schon die feindlichen Soldaten mit blanken Schwertern auf sich losstürmen sahen, ganz kaltblütig bei ihrem heiligen Dienste aushielten: gerade beim Ausgießen des Trankopfers und bei der Darbringung des Räucherwerkes wurden sie selbst hingeopfert, so dass sie in Wahrheit dem Dienste der Gottheit ihr eigenes Leben nachsetzten! Die meisten Menschen wurden übrigens damals durch die jüdische Gegenpartei getödtet, und zahllose Juden stürzten sich selbst von den steilen Abhängen hinunter. Einige steckten in wahnsinniger Verzweiflung die um die Tempelmauer sich hinziehenden Gebäude in Brand und starben den Flammentod. 151 So fielen auf Seite der Juden 12.000 Menschen, bei den Römern dagegen gab es nur sehr wenige Todte, wohl aber eine größere Anzahl von Verwundeten. 152 (6.) Kein Schlag aber traf damals unter all’ dem Jammer das jüdische Volk so schwer, wie die Enthüllung des bis dahin verborgen gehaltenen Heiligthums durch die Hand eines fremden Volkes. Pompejus durchschritt nämlich mit seinem Stabe das Tempelhaus und kam selbst dorthin, wo nur dem Hohenpriester der Eintritt gestattet war, wobei er sich alle Gegenstände darinnen, den Leuchterstock mit den Lampen darauf, den Tisch mit den Schalen für das Trankopfer und den Gefäßen für den Weihrauch, alles von massivem Golde, eine Masse aufgehäuften Würzwerkes und den heiligen Schatz im Wette von 2000 Talenten besah. 153 Er rührte aber weder von diesem |
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 39. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/039&oldid=1237191 (Version vom 26.09.2010)