Seite:Nanak der Stifter der Sikh-Religion.djvu/12

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Ehrerbietung gezollt werden! (वडा भगतु जगतु निस्तारण कउ आइआ इस कउ निमस्कार कीजीऐ). Seine Kindheit wird nicht weiter berührt, sondern nur bemerkt, dass er mit Knaben seines Alters nicht gespielt, sondern immer in seinen Gedanken mit dem höchsten Herrn beschäftigt gewesen sei.

In seinem siebenten Jahre brachte ihn sein Vater in eine Hindu- Schule um Schreiben und Lesen zu lernen. Hier soll er gleich den Schulmeister, als er ihm auf ein Holztäfelchen die Buchstaben des Alphabets zum Nachmachen niederschrieb, durch seine überlegene Kenntnisse in Erstaunen gesetzt haben.

Zum Beweis dafür werden 34 Verse aus dem Granth angeführt, welche „die Schultafel“ überschrieben sind und auf die Verehrung des einigen, höchsten Herrn dringen. Der Verdacht liegt nahe genug, dass die ganze Erzählung, wie manche andere, dazu erfunden worden ist, um den erwähnten Versen eine historische Unterlage zu geben.

Die weitere Entwicklung Nānak’s wird nicht berührt, weil man damals offenbar nichts weiteres davon wusste. Nur eine Erzählung wird eingeschaltet, dass Nānak, der die Buffalos seines Vaters auf der Weide hüten sollte, dieselbe in ein angebautes Feld brechen und abweiden liess. Auf die Klage des Eigenthümers des Feldes verneinte Nānak seine Schuld, und als das Feld in Augenschein genommen wurde, soll sich kein Schaden vorgefunden haben. Die Heirath Nānak’s, sowie die seiner Schwester Nānakī mit Jairām, die den späteren Compilatoren ein so ausgiebiges Feld dargeboten hat, wird hier übergangen. Es wird nur kurz bemerkt, dass auf Gottes Befehl in Nānak’s Hause zwei Söhne geboren worden seien, Lakhmī-dās und Sirī-čand, dass aber Nānak nichts destoweniger ein von der Welt abgezogenes Leben geführt habe.

Dann folgt eine Wundergeschichte, dass Nānak eines Tages sich unter einen Baum gelegt und eingeschlafen sei. Rāe Bulār kam zufällig dahin und sah, dass der Schatten der andern Bäume gegangen war, während der Schatten des Baumes, unter dem Nānak

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E. Trumpp: Nanak, der Stifter der Sikh-Religion., München 1876, Seite 8. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Nanak_der_Stifter_der_Sikh-Religion.djvu/12&oldid=917597 (Version vom 24.11.2009)