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Liste.png Philon: Ueber das Leben Mosis (De vita Mosis) übersetzt von Benno Badt

den andern fängt er in einer untergehaltenen Schale auf und bestreicht damit drei Teile am Körper der zu weihenden Priester, das Ende eines Ohres, das einer Hand und eines Fusses, alle [p. 158 M.] auf der rechten Körperseite. Damit will er sagen, dass der Vollkommene in allem, in Wort und Tat und Leben, rein sein muss. Ueber das Wort urteilt das Ohr, die Hand ist das Sinnbild für die Tat, das für den Lebenswandel der Fuss. 151 Da nun alle drei Handlungen am äussersten Ende der betreffenden Gliedmassen und auf der rechten Seite vorgenommen werden, so ist anzunehmen, dass damit der günstige Fortschritt auf allen Gebieten gemeint ist, der die äusserste Glückseligkeit und das Ziel zu erreichen sucht, nach dem man streben und auf das man alle Handlungen richten muss, indem man, wie beim Bogenschiessen das Ziel, das Lebensziel fest ins Auge fasst. 152 (18.) Zuerst also bestrich er mit dem ungemischten Blute des einen Opfertieres, des sogenannten Weihewidders, die erwähnten drei Gliedmassen der Priester. Dann nahm er von dem von allen geopferten Tieren herrührenden Blute am Altar und von dem erwähnten Salböl, das die Salbenbereiter angefertigt hatten, mischte das Oel mit dem Blute und besprengte mit dieser Mischung die Priester und ihre Gewänder, denn er wollte, dass sie nicht allein an der Reinheit ausserhalb und in dem unbedachten Raume des Heiligtums teilhaben sollten, sondern auch an der im Allerheiligsten, da sie auch innen den Dienst verrichten sollten; alles zum Innern Gehörige war aber mit Oel gesalbt worden. 153 Nachdem sie nun ausser den bisherigen Opfern noch andere, und zwar teils die Priester für sich selbst, teils die Aeltesten für das ganze Volk, dargebracht hatten, geht Moses in das Zelt und führt seinen Bruder mit sich – es war der achte und letzte Tag der Weihezeit, in den sieben vorhergehenden hatte er ihn und die Bruderssöhne in die heiligen Weihen eingeführt – und unterwies ihn wie ein guter Lehrer einen gelehrigen Jünger, auf welche Weise der Hohepriester den Dienst im Innern zu verrichten habe. 154 Darauf treten beide heraus und verrichten, die Hände vor dem Angesichte ausstreckend, die geziemenden Gebete für das Volk aus reinem, frommem Herzen. Während sie

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Philon: Ueber das Leben Mosis (De vita Mosis) übersetzt von Benno Badt. H. & M. Marcus, Breslau 1909, Seite 333. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:PhiloMos2GermanBadt.djvu/036&oldid=1390561 (Version vom 28.12.2010)