Seite:PhiloMos2GermanBadt.djvu/049
| Philon: Ueber das Leben Mosis (De vita Mosis) übersetzt von Benno Badt |
|
|
|
|
209 (27.) Nach der Ehrung des Schöpfers des Alls umgab der Prophet den heiligen Sabbat mit Feierlichkeit, da er mit seinem scharfblickenden Auge sah, dass seine alles überragende Schönheit dem Himmel und überhaupt dem ganzen Weltgebäude aufgeprägt ist und von der Natur selbst im Bilde wiedergegeben wird. 210 Er fand nämlich erstens, dass die Siebenzahl mutterlos sei, nicht durch ein Weib geboren, allein aus des Vaters Samen ohne Zeugung entsprossen und ohne Befruchtung entstanden. Zweitens erkannte er, dass sie nicht bloss überaus schön und mutterlos sei, sondern auch ewig jungfräulich, weder einer Mutter Kind noch selbst Mutter, weder aus Verwesung hervorgegangen [p. 167 M.] noch zu verwesen bestimmt[1]. Zum dritten bemerkte er bei seiner Forschung, dass der siebente Tag auch der Welt Geburtstag sei, den der Himmel feiert und die Erde und alle Wesen auf der Erde in Freude und Fröhlichkeit ob der in allem harmonischen Siebenzahl. 211 Aus diesem Grunde verfügte der in allem grosse Moses, dass die Bürger seiner heiligen Gemeinschaft der Ordnung der Natur gemäss den Sabbat als Volksfest feiern durch Heiterkeit und Frohsinn und durch Enthaltung von Feldarbeiten, von gewerblicher auf Gewinn bedachter Tätigkeit und von allen Beschäftigungen zur Beschaffung der Lebensbedürfnisse, durch friedliches
|
Philon: Ueber das Leben Mosis (De vita Mosis) übersetzt von Benno Badt. H. & M. Marcus, Breslau 1909, Seite 346. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:PhiloMos2GermanBadt.djvu/049&oldid=1390574 (Version vom 28.12.2010)