Seite:PoincareKrise.djvu/5

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Einzelheiten des Baues des Weltalls einzudringen, die einzelnen Teile dieses ausgedehnten Mechanismus zu trennen, die Kräfte, die sie in Schwung setzen, einzeln zu bestimmen, und man begnügte sich damit, gewisse allgemeine Prinzipien zum Führer zu nehmen, die gerade den Zweck haben, uns dieser kleinlichen Studien zu überheben. Auf welche Weise? Nehmen wir an, daß wir irgend eine Maschine vor uns haben; das Anfangsräderwerk und das Endräderwerk sind allein sichtbar; aber die Übertragung, die vermittelnden Räderwerke, durch die die Bewegungen des einen dem anderen mitgeteilt werden, sind verborgen und entgehen unserem Blick; wir wissen nicht, ob die Bewegung durch Verzahnung oder Riemen, durch Kurbeln oder andere Vorrichtungen übertragen wird. Können wir sagen, daß es uns unmöglich ist, etwas von der Maschine zu verstehen, solange es uns nicht erlaubt ist, sie auseinander zu nehmen? Wir wissen wohl, daß dem nicht so ist; das Prinzip von der Erhaltung der Energie genügt, um unsere Aufmerksamkeit auf dem wichtigsten Punkt festzuhalten; wir stellen mit Leichtigkeit fest, daß das Endrad sich zehnmal langsamer dreht als das Anfangsrad, da diese beiden Räder sichtbar sind; wir können daraus schließen, daß ein an das erste angelegtes Kräftepaar einem zweiten, zehnmal so großen Paar, das an das zweite angelegt ist, das Gleichgewicht hält. Es ist hierzu durchaus nicht nötig, in den Mechanismus dieses Gleichgewichtes einzudringen und zu wissen, wie sich die Kräfte im Innern der Maschine ausgleichen; es genügt, sich zu überzeugen, daß diese Ausgleichung nicht ausbleiben kann.

In bezug auf das Weltall kann uns das Prinzip von der Erhaltung der Energie den gleichen Dienst leisten. Es ist auch eine Maschine — und eine sehr viel kompliziertere als die der Industrie — deren Teile uns fast alle tief verborgen sind. Indem wir aber die Bewegungen

Empfohlene Zitierweise:

Henri Poincaré: Der gegenwärtige Zustand und die Zukunft der mathematischen Physik. Der Wert der Wissenschaft, B. G. Teubner, Leipzig 1904/6, Seite 133. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:PoincareKrise.djvu/5&oldid=1130485 (Version vom 2.06.2010)