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Auch von Kruft, dem ältesten Dorfe dieser Gegend, ist manches Lustige zu erzählen. Die alten Krufter waren Leibeigene der Abtei Laach und hatten als solche besondere Rechte und Pflichten. Bei einem Aufgebote mußten sie das Kloster mit Wehr und Waffen schützen. Doch berichtet die Chronik bloß, daß sie einmal bei einem Überfalle davon gelaufen sind. Im Volksmunde werden die Krufter Sarazenen genannt. Bei manchen von ihnen will man orientalische Gesichtszüge bemerken. Man leitet die Sage daher, daß ein Graf Siegfried aus einem Kreuzzuge gefangene Sarazenen mitgebracht und hier seßhaft gemacht habe. Zur Erinnerung an die Kreuzzüge wallfahrteten die Bürger von Mayen alljährlich in Harnischen nach Frauenkirchen und stellten die Kreuzfahrer vor. Vor Frauenkirchen harrten ihrer die Krufter als Sarazenen gekleidet. Es entspann sich ein Scheingefecht, in welchem die Kreuzfahrer Sieger blieben. Nach der Schlacht zogen Sieger und Besiegte friedlich zusammen in die Kirche und wohnten dem Gottesdienste bei. Nach dem Gottesdienste aber ging es zum Trunke. Bei demselben aber kam es gewöhnlich noch zur Prügelei, wobei die Sarazenen trotz ihrer in der That nur sehr geringen Tapferkeit doch den Kreuzfahrern die Hiebe, die sie vor dem Kirchgange dem Herkommen gemäß hatten hinnehmen müssen, mit Zinsen zurückzugeben suchten. |
Heinrich Pröhle: Rheinlands schönste Sagen und Geschichten. Tonger & Greven, Berlin 1886, Seite 137. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Rheinlands_Sagen_und_Geschichten.djvu/148&oldid=1400345 (Version vom 5.01.2011)