Seite:Schreiber Bundschuh zu Lehen 007
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Bald dort (zu Villingen[WS 1], Horb[WS 2] etc.[1] ), und verehelichte sich auch mit einem Weibe (einer Els Schmidin[WS 3]) aus Lenzkirch[WS 4] oder Stockach[WS 5][2] Später erst mag er sich in das Breisgau gewagt haben, wo e in dem nur eine Stunde von der Stadt Freiburg entlegenen Dorfe Lehen[WS 6] das damals dem edeln Balthasar von Blumeneck[WS 7] angehörte,[3] nicht nur Aufnahme und Sicherheit fand, sondern auch, um sich seinen Unterhalt zu verschaffen, den Dienst als Bannwart[WS 8] erhielt.[4] Sein Aeusseres zeichnete ihn vorteilhaft unter Seinesgleichen aus. Er trug mehrere Kleider, gewöhnlich einen schwarzen französischen Rock und weisse Beinkleider, zugleich zierte ihn ein silberner Fingerring. Auf dem linken Arme bemerkte man zunächst der Hand ein schwarzes Muttermal.[5]
Schon früher, wie ihn die Berichte nennen, der rechte Ursacher einer, „hatte er sich kaum einiges Zutrauen erworben, als er auch in seinem neuen Aufenthaltsorte darauf sann die alten Ränke wieder anzuknüpfen und sich zum Haupte der Mißvergnügten aufzuwerfen. Verschmitzt im höchsten Grade, fand er leicht das Mittel, den einfältigen Landmann, der sich in seinen Verhältnissen gedrückt fühlte, zu berücken. Kam er mit seinen Nachbarn zusammen, so nahm er anfänglich mit großer Scheinheiligkeit das Wort, und klagte, daß Gotteslästern, Zutrinken, Wuchern, Ehebrechen, und andere Laster so sehr überhand nähmen, und von den Obern nicht bestraft würden; daß aber auch der Druck von Seite der Herrschaften so groß sei, daß man zuletzt ein schweres
Anmerkungen WS
- ↑ Villingen-Schwenningen
- ↑ Horb
- ↑ Els Schmidin (* , †) Frau von Joß Fritz
- ↑ Lenzkirch
- ↑ Stockach
- ↑ Lehen
- ↑ Balthasar von Blumeneck (* , †)
- ↑
- Der Bannwart, des -es, plur. die -e, oder der Bannwärter, S. Bannvogt. Banwardia kommt bey dem du Fresne vor. aus Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 722
- Der Bánnvōgt, des -es, plur. die -vögte, in Oberdeutschland, der Aufseher über den Bann oder die Grenze eines Ortes; der Bannwart, oder Bannwärter, (welches in der Schweiz auch einen Förster bedeutet,) in Thüringen der Flurschütz, an andern Orten der Feldwächter. aus Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 722
- Bannvogt, 1) Aufseher über gewisse Grenzen; 2) so v.w. Flurschütz. aus Pierer's Universal-Lexikon, Band 2. Altenburg 1857, S. 300.
- Feldhüter (Flurschütz), der von Obrigkeits wegen zum Schutz der Feldflur bestellte Mann, s.u. Feldpolizei. aus Pierer's Universal-Lexikon, Band 6. Altenburg 1858, S. 171.