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| Reinhold Steig: Literarische Umbildung des Märchens vom Fischer und siner Fru. In: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Litteraturen |
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Mondschein, Mondschein überm Rhein, Das geschah dann wieder, im nächsten Monate fror sie sehr, weil sie keine Königskrone hatte, im folgenden, weil ihr die Kaiserkrone fehlte, endlich wollte sie Papst werden, und auch das geschah. Als aber die Frau wieder vorm nächsten Mondschein den Mann Nachts mit dem Ellenbogen anstieß, daß sie friere, sie müsse aller Welt Gott sein, da wurde dem Fischer recht bange, er ging ganz kleinlaut an den Rhein und rief: Mondschein, Mondschein überm Rhein, Bei diesem Worte riß ein Fisch dem armen Fischer die Angelschnur ab, er wachte aus seinem Traume auf, seine Frau klapperte vor Frost mit den Zähnen, da war weder Haus, Schloß, weder Königs-, Kaiser- noch Papstkrone, von der Welt regierten sie nichts als nur mit Mühe ihren Kahn, aber sie hatten beide dasselbe geträumt, und weil die Angel gerissen, konnte der Alte keinen Fisch mehr fangen, weil seine Frau Gott werden wollte, mußte er in Hunger mit seiner Frau auf dem Rheine sterben und verderben, ohne Beichte und Absolution.“ Arnim trägt also die Erzählung nicht, wie Runge, als (wenn auch phantastische) Wirklichkeitsgeschichte, sondern als Traumgeschichte vor. Dadurch daß er die Frau jung, den Mann alt sein läßt, wird sehr leicht ihr Verschwenden, begehrendes Wünschen und sein mangelndes Widerstehen erklärt. Das durchgeführte Motiv des Frierens der jungen Frau ist bei der nächtlichen |
Reinhold Steig: Literarische Umbildung des Märchens vom Fischer und siner Fru. In: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Litteraturen. Georg Westermann, Braunschweig 1903, Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Steig_Umbildung_Fischer_und_siner_Fru.djvu/9&oldid=1375627 (Version vom 12.12.2010)