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Die reformerische israelitische Wochenschrift findet es doch der Mühe werth, ihren Lesern den Vers vorzulegen: Ueberall, wo es gilt zu sehen und zu hören, „Ganz sicher ist es, daß in Berlin nicht ein Viertel, wahrscheinlich, daß kaum ein Zehntel der jüdischen Gymnasiasten und Realschüler, wenn sie über 13 Jahre alt sind, ein Wort von Religionslehre hören.“ Die Moralität bleibt auf den Satz beschränkt: „was das Strafgesetz nicht verbietet, oder der Strafrichter nicht erreichen kann, ist erlaubt, nützlich, klug.“ Diese jüdischen Stimmen datiren vom Jahre 1871; es ist heute noch viel schlechter geworden. Die Juden bekämpfen unseren Glauben, aber sie wissen ganz gut, daß der Mensch ohne Religion nicht sein kann. „Es wird so – heißt es bei einem Reformer – jenes edle Geschlecht erzogen, welches schon in den Kinderschuhen nach Lust und Geld, Geld und Lust lechzt und dann vom Jünglingsalter an dem goldenen Kalbe dient, buchstäblich als einzigen Gott den Mammon hat – Israels Namen und Gedächtniß dem Spotte, dem einzig verdienten Spott und Haß, preisgiebt. Erziehet weiter Juden ohne Judenthum, und Ihr |
Adolf Stoecker: Das moderne Judenthum in Deutschland (Erste Rede). Wiegandt und Grieben, Berlin 1880, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Stoecker_Zwei_Reden.djvu/11&oldid=1423321 (Version vom 20.01.2011)