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Bleiben wir zuerst bei einer Statistik von Berlin. Es ist Thatsache, daß Berlin 45,000 Juden hat und daß es ebensoviel hat wie ganz England, ganz Frankreich. Die Ignoranten der Magdeburgischen Zeitung haben freilich behauptet, das sei eine lächerliche Uebertreibung; sie wissen es eben nicht und schreien nur. England hat 46,000, Frankreich 51,000 Israeliten; gewiß darf man in einem Vortrag, bei dem es sich nicht um Statistik handelt, sagen, daß Berlin ebensoviel jüdische Bewohner hat. Diese Zahlen müssen doch auch den Stumpfsinnigsten zum Nachdenken bringen, denn jene Tausende sind meist in einer social ungemein bevorzugten Lage. Die Volkszählung Berlins vom Jahre 1867 mit 700,000 Einwohnern zeigt 3,9 Procent jüdischer Bevölkerung, unter ihnen 30 Procent der Familien, welche in der Lage sind, Erziehungspersonal für ihre Kinder zu halten. Leider findet sich betreffs der socialen Verhältnisse nichts Weiteres. Der Bericht über die Volkszählung von 1871 giebt mehr Daten. Danach sind unter 100 Juden 71,3 Procent Arbeitgeber, unter 100 Protestanten 38,7 Procent; unter 10,000 Juden 1132 Directoren, 259 Directricen, unter 10,000 Protestanten 509 dirigirende Männer, 188 dirigirende Frauen; an dem |
Adolf Stoecker: Das moderne Judenthum in Deutschland. Wiegandt und Grieben, Berlin 1880, Seite 37. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Stoecker_Zwei_Reden.djvu/37&oldid=1980673 (Version vom 31.03.2013)