Seite:Storm Der Schimmelreiter.djvu/111

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

<pagequality level=„1„ user=„„ />

Vorland, das unserer Hofstatt gegenüber beginnt und dann nach Westen ausgeht, zu einem festen Kooge eingedeicht werde: die hohen Fluthen haben fast ein Menschenalter uns in Ruh’ gelassen; wenn aber eine von den schlimmen wiederkommt und den Anwachs stört, so kann mit einem Mal die ganze Herrlichkeit zu Ende sein; nur der alte Schlendrian hat das bis heut’ so lassen können!“

Sie sah ihn voll Erstaunen an: „So schiltst Du Dich ja selber!“ sagte sie.

– „Das thu’ ich, Elke; aber es war bisher auch so viel Anderes zu beschaffen!“

„Ja, Hauke; gewiß, Du hast genug gethan!“

Er hatte sich in den Lehnstuhl des alten Deichgrafen gesetzt, und seine Hände griffen fest um beide Lehnen.

„Hast Du denn guten Muth dazu?“ frug ihn sein Weib.

– „Das hab’ ich, Elke!“ sprach er hastig.

„Sei nicht zu rasch, Hauke; das ist ein Werk auf Tod und Leben; und fast Alle werden Dir entgegen sein, man wird Dir Deine Müh’ und Sorg’ nicht danken!“

Er nickte: „Ich weiß!“ sagte er.

Empfohlene Zitierweise:

Theodor Storm:Der Schimmelreiter. Berlin: Gebrüder Paetel, 1888, Seite 111. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Storm_Der_Schimmelreiter.djvu/111&oldid=2054794 (Version vom 22.08.2013)