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Er liebte sie nicht, er begehrte sie nur, und nahm begierig das ängstliche Feuer von ihren Lippen. Wenn ich geschwätzig wäre, sagte er, so könnte ich morgen erzählen, daß mich das schönste Mädchen in der Stadt geküßt hat. Sie glaubte nicht, daß er sie für die Schönste halte; sie glaubte auch nicht, daß er schweigen werde. Ein niedriger Zaun trennte den Fleck, worauf sie standen, von der Straße. Nun hörten sie Schritte in ihre Nähe kommen. Er wollte sie mit sich fortziehen; aber sie hielt ihn zurück. Es ist einerlei, sagte sie. Er machte sich von ihren Armen los, und trat allein zurück. Sie blieb stehen, regungslos; nur daß sie ihre beiden |
Theodor Storm: Sommergeschichten und Lieder. Duncker, Berlin 1851, Seite 115. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Theodor_Storm_Sommergeschichten_und_Lieder.djvu/123&oldid=1154580 (Version vom 28.06.2010)