Seite:Theodor Storm Sommergeschichten und Lieder.djvu/18

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mehr die kleine Barbara; aber der eine Sommertag stand noch immer als ein heller Punkt in ihrer Erinnerung. - Dann war er endlich eines Tages wirklich wieder da.

Wer? fragte lächelnd der Enkel, der Sommertag?

Ja, sagte die Großmutter, ja, dein Großvater. Es war ein rechter Sommertag.

Und dann? fragte er wieder.

Dann, sagte die Großmutter, gab es ein Brautpaar, und die kleine Barbara wurde deine Großmutter, wie sie hier unter euch sitzt und die alten Geschichten erzählt. - So weit war’s aber noch nicht. Erst gab es eine Hochzeit, und dazu ließ dein Urgroßvater den Saal bauen. Mit dem Garten und den Blumen war’s nun wohl vorbei; es hatte aber nicht Noth, er bekam bald lebendige Blumen zur Unterhaltung in seinen Mittagsstunden. Als der Saal fertig war, wurde die Hochzeit gehalten. Es war eine lustige Hochzeit, und die Gäste sprachen noch lange nachher davon. - Ihr, die ihr hier sitzt, und die ihr jetzt allenthalben dabei sein müßt, ihr wart freilich nicht dabei; aber eure Väter und Großväter, eure Mütter und Großmütter, und das waren auch Leute, die ein Wort mitzusprechen wußten. Es war damals freilich noch eine stille, bescheidene Zeit; wir wollten noch nicht Alles besser wissen,

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Theodor Storm: Sommergeschichten und Lieder. Duncker, Berlin 1851, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Theodor_Storm_Sommergeschichten_und_Lieder.djvu/18&oldid=1183524 (Version vom 27.07.2010)