Semele
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Semele,
eine lyrische Operette von zwo Scenen.
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Personen.
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Der Schauplaz ist zu Thebe im Pallast der Semele.
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Erste Scene.
Saal im königlichen Pallast zu Thebe.
Juno
(aus einer hellen niederfließenden Wolke, der Pfauenwagen halb sichtbar.)
Hinweg den geflügelten Wagen (Wagen und Wolken verschwinden.)
[200]
Ha! sey gegrüßt Haus meines grauen Zornes! 5
Sey grimmig mir gegrüßt, feindseliger Pallast!Verhaßtes Pflaster! – Hier also die Stätte, 10
Ein Weib aus Thon gewoben, sich erfrecht,Den Donnerer aus meinem Arm zu schmeicheln, 15
Auf des Himmels Throne,Zevs liebt dich nicht mehr! Arie.
Götterbrod und Nektarpunsch 20
Sklavisch frohnt mir jedes Knie.Was ist, ohne Liebe, Ehre? [201]
Weh mir! meinen Stolz zu beugen, 25
Götter gestrudelt der Zauberin zu – Weh mir! meinen Gram zu mehren, (heftig entschlossen.)
Nein, im Staube will ich nicht mehr trauern, 30
Länger nicht der Stolzen Siegeswagen ziehn!Bin ich nicht Fürstin der Götter? 35
Meinem Gebot? Umrauscht nicht mein Haupt die olympische Krone?Ha! ich fühle mich! – Kronos Blut in den unsterblichen Adern! [202]
40
Ungestraft die Erinnys hinauf in den Göttersiz rufen? –Ha! der Würmerfraß! – Auf ein lakirtes Gesichtgen (mit Würde.)
45
Trägt es auch wohl den grosen Stempel Uranos?Oder frohlockt nicht Verwesung schon 50
Niederschmettern deine Göttersucht! – –Rachegepanzert [203]
Schmeichelnde Reden 55
Hab ich ersonnen,Tod und Verderben lauren darinn. 60
Naht dem Sturz dem Verderben!Verhülle dich Gottheit in sterblich Gewand! 65
Kann die Liebe mit dem Stiere grasen,Was darf die Rache nicht? (Sie entfernt sich.)
Semele (tritt auf)
(In die Scene.) Die Sonne neigt sich schon – Auf Zofen, eilt! 70
Vergeßt auch nicht das goldgewebte Polster –[204]
(vor sich.) Er kommt noch nicht – die Sonne neigt sich schon – Juno (stürzt in Gestalt einer Alten herein.)
Gelobet seyen die Götter! Meine Tochter! Semele.
75
Ha! wach ich? träum ich? Götter! Beroe?Juno (an ihrem Hals.)
Sollt ihre alte Amme Semele Semele.
Beroe! beym Zevs. Juno.
Ich bins! Semele. (umarmt sie.)
Laß an mein Herz dich drücken – deine Tochter – 80
Du lebst? Was führt von Epidaurum dichZu mir? Wie lebst du? Du bist doch noch immer Juno.
Mutter? Semele.
Du bist es noch, 85
Ich trunken bin –Juno.
Bald wird wohl Beroe Semele.
Wie das? den doch mein Eltervater Agenor Juno.
Wird Semele nicht kosten. Semele.
90
Wie meine Gute? räzelhaft war sonstNie deine Rede, nie geheimnißvoll, Juno.
So sagt’ ich, ja! was spottest du 95
Der grauen Haare? – Freilich haben sieNoch keinen Gott bestriket wie die blonden – Semele.
Verzeih der Unbesonnenen[1] – wie wollt’ ich 100
Was aber wars, das zwischen deinen ZähnenDu murmeltest? – Ein Gott? – Juno. (rasch.)
Sagt’ ich, ein Gott? [207]
Sie anzuflehn, steht schwachen Menschen schön. 105
Was fragst du mich?Semele.
Wie? meine Beroe? Juno.
Wollt’ ich mehr 110
Die Götter wohnen gern um Semele?Semele.
Boshaftes Herz! – doch sprich was führte dich Juno.
Beim Jupiter nur das! 115
Welch Feuer fuhr in deinen Wangen auf,Als ich das Jupiter aussprach? – nichts anders 120
Den Sohn verbrennt die Mutter, seine BrautDer Bräutigam, die feuerflammenden 125
Blikt Zevs auf unser armes Volk herab,Vergebens strömt ihm Opferblut, vergebens 130
Mein wehbelastet Vaterland, ob ichVon ihr erbitten könnte seinen Grimm [209]
Von uns zu wenden – Beroe die Amme 135
Versteh noch weniger, was sie damitBedeuten: Semele vermag bey Zevs so viel. Semele. (heftig, und vergessen.)
Die Pest wird morgen weichen – sags dem Volk, Juno (auffahrend mit Staunen.)
Ha! ist es wahr? was tausendzüngiges Gerücht 140
Vom Ida bis zum Hömus hat geplaudert?Zevs liebt dich? Zevs grüßt dich in aller Pracht, 145
Zum Orkus fahren – satt hab ich gelebt –In seiner Götterpracht steigt Kronos groser Sohn Semele.
O Beroe! er kam. 150
Auroras Schooß entflossen, paradisisch reinerAls Hesperus, wenn er balsamisch haucht, 155
Das reizendste Gemisch von Finsterniß und Licht –Elysium sein Blik, sein schimmernd Angesicht 160
Die Schultern niederschwirren, wieVom Ozean sich heben Silberwoogen 165
Wie Silberklang aus fliessenden Krystallen –Entzükender als Orpheus Saiten schallen – [211]
Ein Zauberbild wie noch vor keinem Auge schwam, 170
Erreicht den Schatten nicht von meinem Bräutigam.Juno.
Ha! meine Tochter! – die Begeisterung 175
Von hinnen rükt in delfischem Entzüken? –Wie aber? warum schweigst du mir 180
Willst du mir geizig schweigen? – LiebenswürdigkeitMag auch Prometheus und Deukalion [212]
Die Donner die zu deinen Füßen 185
Die zu der Herrlichsten auf Erden dich gemacht. –Semele. (stuzt.)
Wie, was sagst du? hier ist von keinen Donnern Juno. (lächelnd.)
Semele! auch Scherzen steht dir schön! Semele.
So himmlisch, wie mein Jupiter, war noch Juno.
190
Ey! Eifersucht!Semele.
Nein Beroe! beim Zevs! Juno.
Du schwörst? Semele.
Beim Zevs! Bei meinem Zevs! Juno (schreyend.)
Du schwörst? Semele.
Wie wird dir? – Keine Spur von Donnern! Juno (erschrocken.)
Keine Spur Semele.
Wahrhaftig, kein Gedanke! Juno.
Entsezlich! was nicht ein Gedanke? Semele (ängstlich.)
Beroe! Juno.
195
Sprichs noch einmal das Wort, das zur ElendestenAuf Tellus ganzem großem Rund dich macht! – Semele.
Ihr Götter! kann ich anders sagen? Juno (mit verzweifeltem Geschrey.)
Ha! 200
Du Feuerrad des Titans! – Nordische Trionen!Du Trillingsstirn der Gräber Pilgerin! Semele.
Nicht Zevs 205
Abscheuliche!Juno.
Ein lockerer Geselle (Semele sinkt um.)
Ja stürz nur hin! Steh ewig niemals auf! 210
Um dein Gehör sich lagern ew’ge Stille![215]
Bleib ewig hier ein Felsenzaken kleben! – 215
Nach sechszehn schwer durchlebten TrennungsjahrenDie Tochter Kadmus wiedersehn! – Frohlockend 220
Die Pest mag ruhig bis zur zwoten UeberschwemmungFortwüten, mag mit aufgebäumten Leichen 225
Betrogen ich und du und Griechenland und alles!Semele (richtet sich zitternd auf, und strekt einen Arm nach ihr aus.)
O meine Beroe! Juno.
Ermuntre dich mein Herz! 230
Fliehst ewig seine Spur, gibst den AbscheulichenDer ganzen Todesrache Thebens Preiß. – 235
Versuchen Semele?Semele.
Nein bei den Göttern! Juno.
Würdest du Semele (verbirgt das Haupt in Junos Schoos.)
Ach! Er ists nicht! Juno.
Und sich in allem Glanz 240
Worinn er je die schimmernden GestirneVerdunkelte, er je ein endlich Aug 245
Im Tanz die Sphären stille standen, –Dir sichtbar stellte? – Semele! wie nun? Semele (auffahrend.)
Ha! Enthüllen muß er sich! Juno (schnell.)
Eh darf er nicht in deine Arme sinken – 250
Enthüllen muß er sich – drum höre gutes KindWas dir die redliche getreue Amme räth, [218]
Was Liebe mir izt eben zugelispelt, Semele.
Eh noch Hyperion in Thetis Bette steigt, 255
Versprach er zu erscheinen –Juno (vergessen, heftig.)
Wirklich? Ha? 260
Gerührt zurück. Ha! wie er stuzen wird,Nicht lange lässest du mein Kind ihn stuzen, 265
Bestürmt er dich, die Sprödigkeit der SchönenIst nur ein Damm der einen Regenstrom [219]
Die Fluten an – Izt hebst du an zu weinen – 270
Wenn Typheus hundertarmiger GrimmDen Oßa und Olymp nach seinem Erbthron jagte – 275
Nun bittest du den Gott, dir eine kleine kleineUnschuld’ge Bitte zu gewähren, die 280
„Eh sollst du diesen Leib nicht kosten, bisIn aller Kraft, worinn dich Kronos Tochter 285
Die um ihn krachen, dir die Donner die[220]
Den Kommenden umknallen, zu Popanzen 290
Der Herrlichkeiten gegen Menschen karg –Beharre du nur starr auf deiner ersten Bitte, Semele.
Die Häßliche mit ihren Ochsenaugen! 295
Geklagt, wie sie mit ihrer schwarzen GalleIhn martere – Juno (ergrimmt, verlegen bey Seite.)
Ha! Wurm! den Tod für diesen Hohn! Semele.
Wie meine Beroe? – Was hast du da gemurmelt? Juno (verlegen.)
Nichts – meine Semele. Die schwarze Galle quält [221]
Auch mich – Ein scharfer strafender Blik 300
Muß oft bey Buhlenden für schwarze Galle gelten –Und Ochsenaugen sind so wüste Augen nicht. Semele.
O pfui doch! Beroe! die garstigsten 305
Des gift’gen Neides sichtbarliche Strafe –Mich jammert Zevs, daß ihn die Keiferin Juno (in der äusersten Verwirrung und Wuth auf und ab rasend.)
310
Nichts mehr davon!Semele.
Wie Beroe? so bitter? Juno.
Mehr hast du gesagt 315
Dich nicht zu früh in Charons Nachen lächeln!Saturnia hat auch Altär’ und Tempel, Semele.
Sie wandle hier, und sey des Hohnes Zeugin! 320
Was kümmerts mich? – Mein Jupiter beschüztMir jedes Haar, was kann mir Juno laiden? – 325
Zum Orkus finden sollte –Juno (beiseit.)
Diesen Pfad [223]
Ja Semele, sie mag vor Neid zerbersten 330
Hoch im Triumfe zum Olympus steigt! –Semele (leichtfertig lächelnd.)
Meinst du? Juno.
Ha! ob man auch von Sidon bis Athen 335
Götter vor dir niederknien,Sterbliche in demuthsvollem Schweigen Semele (frisch aufhüpfend ihr um den Hals fallend.)
Beroe! Juno.
Ewigkeiten – grauen Welten 340
Wirds ein weißer Marmor melden:[224]
Hier verehrt’ man Semele! 345
In den Staub herunter zwang,Und auf Famas tausendfach rauschenden Flügeln Semele (ausser sich.)
Pythia! Apollo! – Wenn er doch Juno.
Und auf dampfenden Altären 350
Werden sie dich göttlich ehren –Semele (begeistert.)
Und erhören will ich sie! Juno (vor sich.)
355
Armes Ding! das wirst du nie. –(nachdenkend.)
Bald zerschmilzt – – – doch – garstig mich zu heißen! – 360
Deiner harren, daß er feurigerNach dir schmachte – Semele.
Beroe! der Himmel 365
Sterbliche in demuthsvollem Schweigen – –Laß nur – laß – ich muß von hinnen fliehn! (eilig ab.)
Juno (siegjauchzend ihr nachblikend.)
Schwaches! stolzes! leichtbetrognes Weib! [226]
Seine Küsse Zermalmung, Gewittersturm 370
Seine Umarmung dir! – Menschliche LeiberMögen nicht ertragen die Gegenwart 375
Niederschmilzt, wie vor der Sonne GlutFlokigter Schnee, – der Meineidige 380
Rufen herüber, daß in der Hand ihm der DonnerkeilNiederbebt! – Pfui doch! umarme (sie eilt davon.)
(Simfonie.)
Zweyte Scene.
(Der vorige Saal.)
Plözliche Klarheit.
Zevs (in Jünglings Gestalt.) Merkur (in Entfernung.)
Zevs.
Sohn Maja! Merkur (kniend mit gesenktem Haupt.)
Zevs! Zevs.
Auf! Eile! Schwing 385
Dort weint am Grabe seiner SchäferinEin Schäfer – Niemand soll weinen Merkur (aufstehend.)
Deines Hauptes ein allmächtiger Wink 390
Führt mich in einem Huy dahin, zurükIn einem Huy – Zevs.
Verzeuch! Als ich ob Argos flog, 395
Zu Zeres meiner Schwester – so spricht Zevs, –Zehntausendfach soll sie auf fünfzig Jahr Merkur.
Mit zitternder Eile 400
Allvater deine Huld; denn Wollust istsDen Göttern Menschen zu beglüken, zu verderben Zevs.
405
Nieden im Göttersiz! – Im PallasteMeiner Semele! Fleuch! (Merkur geht ab.)
[229]
– – – – – – – Sie kommt mir nicht entgegen 410
Warum kommt meine Semele mir nichtEntgegen? – Oedes – todes – grauenvolles Schweigen 415
Stand siegfrohlokend Juno – ihrem ZevsWill Semele nicht mehr entgegen eilen – – – (Pause, Er fährt auf.)
Ha! sollte wohl die Frevlerin gewagt 420
Entsezen Ahndung! – Semele – – Getrost! –Getrost! Ich bin dein Zevs! Der weggehauchte Himmel [230]
Wo ist die Luft, die sich erfrechen wollte 425
Der Ränke spott ich – Semele, wo bist du? –Lang schmachtet’ ich mein weltbelastet Haupt 430
Und im Genuß der Seligkeit vergangen!O Wonnerausch! Selbst Göttern süßer Taumel! 435
Was Allmacht, Ewigkeit, Unsterblichkeit, ein Gott? Ohne Liebe? 440
Sie naht – Sie kommt – O Perle meiner Werke[231]
Weib! – Anzubeten ist der Künstler, der 445
Verdammet mich? – Wie unbemerkt, verächtlichVerschwinden meine Welten, meine stralenquillenden 450
Gegen eine Seele?Semele (kommt näher ohne aufzuschauen.)
Zevs.
Mein Stolz! Mein Thron ein Staub! O Semele! (fliegt ihr entgegen, sie will fliehen.)
Du fliehst? – Du schweigst? – Ha! Semele! du fliehst? Semele (ihn wegstoßend.)
Hinweg! Zevs (nach einer Pause des Erstaunens.)
Träumt Jupiter? Will die Natur 455
Wie, keine Antwort – Gierig strekt mein ArmNach dir sich aus – so pochte nie mein Herz 460
Als jezo –Semele.
Schweig Verräther! Zevs (unwillig zärtlich.)
Semele! Semele.
Fleuch! Zevs (mit Majestät sie ansehend.)
Ich bin Zevs! Semele.
Du Zevs? [233]
Erzittre Salmoneus, mit Schreken wird Zevs (groß.)
465
Der Weltbau dreht im Wirbel sich um michUnd nennt mich so – Semele.
Ha! Gotteslästerung! Zevs (sanfter.)
Wie, meine Göttliche? Von wannen dieser Ton? Semele.
Mein Herz war dem geweyht, deß Aff du bist – 470
Oft kommen Menschen unter GötterlarveEin Weib zu fangen – Fort! Du bist nicht Zevs! Zevs.
Du zweifelst? Kann an meiner Gottheit Semele Semele (wehmüthig.)
Wärst du Zevs! Kein Sohn 475
Zevs ist diß Herz geweiht – – – O wär’st du Zevs!Zevs.
Du weinest? Zevs ist da, und Semele soll weinen? 480
Und Helikon, und Kaukasus und CynthusUnd Athos, Mykale, und Rhodope und Pindus, 485
Gebeut, und Nord und Ost und WirbelwindBelagern den Allmächtigen Trident, [235]
Durchrütteln Posidaons Throne, 490
Der Donner brüllt aus tausendfachem Rachen,Der Ocean lauft gegen den Olympus Sturm, Semele.
Ich bin ein Weib, ein sterblich Weib, 495
Der Künstler knien vor seiner Statue?Zevs.
Pygmalion beugt sich vor seinem Meisterstücke – Semele (heftiger weinend.)
Steh auf – Steh auf – O weh! mir armen Mädchen! [236]
500
Und Götter lachen mein, und Zevs verachtet mich!Zevs.
Zevs der zu deinen Füßen ligt – Semele.
Steh auf! Zevs (mit Heftigkeit)
Ha! – Semele und Juno! – Wer 505
Ein Wurm?Semele.
O unaussprechlich glücklich wär Zevs (steht auf.)
Ich bin’s! (rekt die Hand aus, ein Regenbogen steht im Saal.) Semele.
Stark ist des Menschen Arm, wenn ihn die Götter stüzen, 510
Ich lieben –Zevs.
Noch! Noch zweifelst du 515
Tod und Verderben ist der Gottheit Siegel,Tödend enthüllt sich Jupiter dir! (er rekt die Hand aus. Knall, Feuer, Rauch
und Erdbeben. Musik begleitet hier und in Zukunft den Zauber.) Semele.
Zieh deine Hand zurük! – O Gnade! Gnade! Zevs.
Ha! Leichtfertige! [238]
520
Soll Zevs dem Starrsinn eines Weibes wohlPlaneten drehn, und Sonnen stillsteh’n heißen? 525
Das kann nur Zevs!(er rekt die Hand aus, die
Sonne verschwindet, es wird plözlich Nacht.) Semele (stürzt vor ihn nieder.)
Allmächtiger! – O wenn Zevs.
Ha! die Tochter Kadmus fragt Semele.
530
Das thäte Zevs?Zevs.
Sprich, Semele, was mehr? [239]
Apollo selbst gestand, es sey Entzüken Semele (fällt ihm um den Hals.)
O Jupiter, die Weiber Epidaurum schelten 535
Die von dem Donnerer geliebet, nichtsVon ihm erbitten kann – Zevs (heftig.)
Erröthen sollen 540
So soll der Gott in einem einz’gen NuHinunter mich in die Vernichtung donnern! Semele (froh aufspringend.)
Daran erkenn ich meinen Jupiter! 545
Als wie –Zevs (erschroken, schreyend.)
Unglükliche halt ein! Semele.
Saturnia – Zevs (will ihr den Mund zuhalten.)
Verstumme! Semele.
Dich umarmt! Zevs (bleich, von ihr weggewandt)
Zu spät! Der Laut entrann! Der Styx! Du hast den Tod Semele.
Ha! So liebt Jupiter? Zevs.
Den Himmel gäb’ ich drum, hätt’ ich dich minder nur 550
Geliebt! (mit kaltem Entsezen sie anstarrend.) du bist verloren –Semele.
Jupiter! Zevs (grimmig vor sich hinredend.)
Ha! merk ich nun dein Siegfrohloken, Juno? Semele.
Du geizest nur mit deiner Herrlichkeit! Zevs.
555
Fluch über meine Herrlichkeit, die dichVerblendete! Fluch über meine Größe, Semele.
Das sind nur leere Schrecken, Zevs, mir bangt 560
Vor deinem Drohen nicht!Zevs.
Bethörtes Kind! [242]
Von deinen Freundinnen – nichts – nichts vermag Semele.
Neidischer! der Styx! 565
Du wirst mir nicht entschlüpfen.(sie geht ab.)
Zevs.
Nein! triumfiren soll sie nicht. – Erzittern 570
Mit diamantnen Ketten ich die Arge schmieden,Auch diesen Schwur – Merkur erscheint in Entfernung.
Merkur.
Feurigen geflügelten weinenden Dank Zevs.
Verderbe sie wieder! Merkur (erstaunt.)
Zevs! Zevs.
Glüklich soll niemand seyn! 575
Sie stirbt –(Der Vorhang fällt.)
Y.
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Anmerkungen von Wikisource:
- ↑ Vorlage: Unbesonnnen
