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PRIMORUM AR-
CIUM MISNENSIUM
Ducum Principumq[ue] Saxo-
niae Origines.
I.
Schlos Meissen.
AVs beglaubten Historicis ist allerding kundbar / daß Keyser Heinricus Saxo, Auceps zugenamet / Anno 934. nach dem er die Vngern vor Merseburg allerding biß vffs Heupt erlegt / vnd von der grossen Menge derselben nicht mehr als jhr sieben vbrig vnd am Leben gelassen / welchen er doch die Ohren / Nasen vnd Hände abhawen / vnd also zerstümmelt anheim schaffen lassen / den andern die Zeitunge zu bringen / sich fort nicht mehr also mutwillig in andere Herrschafften zu wagen / vnd mit eusserstem Vnheil der Vnterthanen einen Tribut zu erzwingen / an dem Ort / da hernacher die Stadt Meissen angelegt / vnd nahe an der Elbe eine Burg / Castell vnd Landesfestung erbawet / daraus nicht allein den einfallenden Vngern / besondern auch andern Völckern / als die Laußnitzer / Dalomincier / vnnd Milciener Wenden / so er damals auch vnter seinen Gehorsam gebracht / zu wehren vnnd den Vnterthanen Schutz zu halten. Inmassen Ditmarus, als der Eltisten einer dauon also schreibet: Imperator Heinricus montem juxta Albim positum, & arborum densitate tunc occupatum, excoluit, ibiq[ue] arcem propugnaculum nec non urbem statuens, eidemq[ue] de rivo quodam, qui in parte Septentrionali fluit, nomen Misna imposuit, quam, ut hodie in usu habetur, praesidiis & aliis impositionibus munivit, ut ex ea Milcienos suae subactos ditioni, censum persolvere [4] coëgit. Das ist / Keyser Heinrich hat einen Berg an der Elben / so voller Beum vnd Gestreuche gestanden / einebnen reumen / vnd darauff ein Schlos / Burg / vnd dann darneben eine Stadt angelegt / vnd der Stadt den Namen von dem Wässerlein die Meisse / so nach Mitternacht seinen Vrsprung vnd Lauff hat / gegeben / das Schlos auch mit Kriegsvolck besetzt vnd befestiget / daraus die Milciener vnnd andere Völcker / so er bezwungen / in Gehorsam vnd zu Erlegung des Tributs anzuhalten.
Die Meißnischen vhralten Annales geben diese Nachrichtung / daß Keyser Heinrich der Erste / oder Vogler im Jahr Christi 930. vnd im 11. seines Regiments / das Schlos vnnd die Stadt darbey erstlichen angelegt / vnnd weil beydes zur Landfestunge wol gelegen / in etwas mit Wallen vnnd Graben befestiget / vnd das Schlos mit einer Besatzung von Riparensischen Kriegsleuten wider die Vngern / Lusatzer / Milciener / Böhmen vnnd Polen / so er alle bezwungen / versehen / vnd solche Festung vnd Stadt einem seiner Vettern / so zwar nicht genennet wird / vntergeben / welchen er hernacher zum Marggraffen vnd Iudicem Limitaneum gewidmet vnd endlichen gar vbereignet / welches Posteri vnnd Marggraff Echardus I. Guncelinus, Gunterus vnd Echardus II. mit den Polen vnd Böhmen darumb viel Kampffs gehabt / solche zum teil eine zeitlang daraus entsetzt / von jnen eingenommen / vnnd dagegen hinwieder von den Margraffen eröbert / vnd allerding besteiffet. Hernacher auch das hohe Stiefft daselbsten vom Keyser Ottone I. angelegt / vnd zum Schutz mit einem Burggraffen versehen / so dann auch seine sondere Residentz des Orts gehalten / inmassen dann von den dreyen Castellis des Orts vnnd sondern Burgen hernacher diß Sprichwort vnd Retzel erwachsen / da man zu sagen gepflogen / Raht / wo ist im Lande ein solcher Berg / darauff drey vnterschiedene Schlösser erbawet / vnd dann solche / als auch die Stadt darbey mit dreyen Wassern vmbgeben / vnd die Schlosbrücken vber den Kirchthurmb der Stad erhoben / da man diesen Ort damit gemeynet / der nicht allein die drey Schlössere / als der Marggraffen oder Fürsten Residentz / besondern auch des Bischoffs / so von Johanne dem Fünfften des Geschlechts von Weisbach erhoben / vnd dann der Burggraffen / dauon noch vor wenig Jaren ein hoher runder vnd zum theil eckichter Thurm zu sehen gewesen / gehabt / besondern auch die Schlosbrücken vber der Kirchen / so im Thal gelegen / erbawet / vnd dann die Stadt mit dem Schiffreichen Wasser der Elben / dann der Trebisa / vnd dann der Meisse / dauon die Stadt den Namen erstmal / vnd dann die gantze Gegend zusampt den Incolis erlanget.
Das Heupt vnnd Fürstenschlos ist von Hertzog Albrechten von [5] Sachsen / so man den deutschen Ruland / vnnd dann die Rechtehand des Römischen Reichs Ehren halben zugenamet / Anno 1471. auffs newe aussm Grund gantz steinern erhoben / also daß vier Gemach hoch alles vbereinander / auch biß vnter das Dach gewelbet / vnd recht Fürstlich vnd prechtig allerding zugerichtet / darüber Bawmeister Arnoldus Westphalus gewesen / ist wol zusehen / vnnd ein rechtes Fürstliches Sommerhaus / desgleichen keines im Lande der Gelegenheit vnd Lusts wegen / ob wol prächtigere vnd grössere derer verhanden / zu finden. Der Berg ist vor Alters mit einem Thiergarten vmbgeben gewesen / vnd hat dz Schlos einen trefflichen schönen Prospectum nach allen Plagis.
Neben diesem Fürstlichen Schlos haben in vorzeiten die Könige in Böhmen / vnd Vratislaus I. ein besonderes Schlos Anno 1088. nach der Höhe zur Gegenfestunge / daraus die Stadt in derer Gehorsam zu halten / zu demmal angelegt / als gantz Meissen vnd der Oberteil durch Keyser Heinrich den Vierdten / dem Königreich Böhmen zugeschlagen / vnd nach Böhmischer Sprach Guozedeck genant / dauon aber keine Vestigia jetzo in wenigsten der Rudera verhanden / vnnd allerding hernacher von dem alten Marggraffen vnd Erbherren zu grunde desolirt.
Auff diesem Schlos zu dem mal sich eine merckliche Historia zugetragen / so Cosmus Historicus mit diesen Vmbständen anziehen thut / Daß ein Böhmischer Herr / Beneda genant / des Königreichs Böhmen / aus was Vrsachen wird nicht angezogen / landreumig vnd ein Exul werden müssen / vnd als solcher sich nach Meissen / vnnd zu dem heiligen Mann Bischoff Bennoni, so ein Graff von Woldenburg aus Sachsen / vnd ingleichen in des Keysers vnd Königs Vngnaden gewesen / gewendet / vnd der König solches erfahren / habe er ihn durch gütliche Beschickung / aus Meissen zu sich ins Schlos Guozedeck bestellen lassen / Der Beneda trawte dem Könige / vnd stellet sich ein / dem der König mit guten Worten zugesprochen / sein Rapier vnd Mantel in Freundschafft abzulegen / welchem Beneda Folge thut / darauff wider Traw vnd Glauben der König solchen greiffen vnd anfassen lassen wil / Beneda so ein hertzhaffter Mann / erwischt in eil ein Schwerdt / so des Königs Cämmerling an der Seiten getragen / vnnd hewet zum ersten den Cämmerer / so den König schützen wollen / zu boden / der König / so allein / verheisset jhm in der Gefahr / Gnade zu erzeigen / als darauff Beneda einhalten thut / sticht vnd hawet der König auff solchen los / Beneda mus sich seiner Haut wehren / vnnd gibt dem Könige drey Streiche / also daß er fast zu boden gesuncken / in deme die Guardi wach worden / vnd auff Beneda zugeeilet / der dann in der ersten Furien zween Soldaten auff die Seel gefast / endlichen vbermannet / vnd gefenglichen angenommen / vnd ob er wol die Vntrew des Königes / vnd wie er zur [6] Noht vnd Gegenwehr höchst gedrungen / angezogen / ist er doch mit vier Pferden ad supplicium von einander gerissen / vnd dessen Cörper aus Gnaden vor dem Thumstifft zu Meissen ehrlichen begraben worden / da man dann hernacher wunderbare Lugenden geschrieben / vnd wie der Cörper gantz wiederumb in der Erden zusammen gewachsen / im Auffgraben gesehen / vnd sondere Mirackel darauff / Item / diß erfolget / daß der König in Böhmen bald hernacher erstochen / vnd also an jhm poena Talionis war gemacht / vnd jhm seine Vntrew belohnet worden / derwegen Beneda martyrisiret vnd canonisiret, vnd von Casma virum illustrem & Dei Martyrem nominirt wird.
II.
Scharffenberg.
ISt auch der vhralten Schlösser vnd Keys. Burgen eines / vom Keyser Heinrico Aucupe mit dem Schlos Meisen vnd Streela zugleich aus Vrsachen wie in Meissen angezogen / erstlichen vnnd Anno 934. angelegt / vnd mit einer Kriegsbesatzunge versehen / endlichen auch gar den Marggraffen von Meissen vntergeben / die es auch lange Jahr vor jhr Heuptschlos vnnd Fürstlichen Residentz gehalten / Den Namen sol es von Schurffen haben / weil daselbsten vnd vngefehr vmb die Jahr Christi 1226. im Silberbergwergk / so anfenglichen starck geschurffet / fundig worden / vnd noch biß auff diese Zeit in etwas im Brauch gehalten / vnd geben die Historien / daß / da zur Zeit Marggraff Heinricus Illustris, der erlauchte vnd gewaltige Fürst / dero Gegend seiner Jagtlust nachgezogen / habe sein Gaul einen Stein auffgestossen / so vom Glantz dermassen scheinbar vnd schön anzusehen gewesen / daß er vom Klepper abgestiegen / solchen auffgehoben / vnnd durch die Geschworne zu Freyberg / so vnter seinem Grosvater Marggraff Otten Anno 1171. zur Bergkstadt worden / probiren lassen / da dann befunden / daß es gut Silber Ertz gehalten / darauff der Marggraff einfahren lassen / vnd den Berg daselbsten / so reich von Silber Ertz vnd Bley befunden / auch darinnen solche starcke Ausbeuten erlangt / daß er mit solchen vnnd was jhm aus Freyberg zukommen / gantz Böhmen mit barem Gelde bezahlen können / inmassen er sich auch also bereichert / daß er damals vor den gewaltigsten Fürsten / vnnd sich sonderlichen in des Reichs Zusammenkunfften / vnd bey den Keysern also statlichen gehalten / vnd solchen Pracht geführet / daß es jhme leichtlichen keiner nachthun können / darumb er auch vom Keyser Friderico II. also respectiret, [7] daß derselbe seine Tochter Margrethen dessen Sohne Alberto ehelichen beygelegt / vnd mit jhm sondere Freundschafft gehalten.
Wie es aber pflegt zuzugehen / wann einem der liebe Gott ein Glück bescheret / er der Neider viel zu erwarten / also damals dem freudigen Fürsten begegnet / dann er von dem Bischoff von Meissen / Wittichen / einem Herrn von Camentz / castris aptior quàm quieti, wie solchen Lumbertus describirt, wegen dieses Bergwergks angefeindet vnd vorgegeben worden / als wann solches vnter dem Territorio des Stiffts gelegen / derwegen von jhm den Zehenden erfordert / Der Marggraff dagegen solches auff Vnterhandlung gestellet / inmassen sich dann der König in Böhmen Wenceslaus des Marggraffen Schwager darein geschlagen / vnd solches vertragen. Auff diesem Schlos dessen erstes Gemahl / vnd Fraw Agnes Königin in Böhmen verstorben / von der diese Historia in der Isenachischen Chronica zu lesen / daß / da solche im Siechbette gelegen / jhr im Schlaff ein Engel vorkommen / so jhr aus einem gülden Becher einen Trunck geboten / welchen sie genossen / vnnd gantz herb vnd bitter schmeckend / befunden / darüber sich die Fürstin erschottert / vnd gesagt / Ey wie ist diß ein herber Tranck / der Engel jhr geantwortet / Ja wol ein herber Tranck / wird aber bald in einen lieblichen süssen vnnd anmutigen Tranck verwandelt werden / so durch Christum geschehen wird / darüber die Fürstin erwachet / vnnd solchen Traum jhrem Herrn referirt, auch bald darauff hernacher verschieden / so dann wol zu mercken.
Dieses Schlos viel lange Jahr der Fürsten von Sachsen Landhaus gewesen / wie es aber hernacher an die von Schleinitz / so diß Haus durch Begnadung erlanget / dann hernacher auff die von Miltitz / so es noch jetziger Zeit besitzen thun / vnd derselben vhraltes Stamhaus ist / kommen / dauon findet man keine Nachrichtung. Ingleichen bewohnen die von Miltitz das Schlos Siebeneichen / nahe drunter vnd in solcher Gegend gelegen / als dann auch Batzdorff / ob dieses alte Heuser / vnnd von wem solche anfenglichen angelegt vnd erbawet / ist ingleichen vnwissend / aber vor langen Jaren jederzeit derer von Miltitz Erbstamheuser gewesen.
[8]
III.
Schlos Dreßden.
DAS Schlos zu Dreßden / so billich vor das Heuptschlos im Lande wegen allerhand Zierligkeit vnd der Grösse / auch wegen des steten Chur vnd Fürstlichen Hofflagers / zu achten / ist zwar ein alte vnd beruffene Burg vnd Vorwehre des Landes zu Meissen an der Böhmischen Grentze fast gelegen / vnd gleublichen / daß des Orts wegen guter Gelegenheit vnd der Elbenfart / zeitlichen vnnd je mit dem Auffkommen der newen Stadt eine Burg vnd Fürstenhaus angelegt / inmassen dann Nachrichtung verhanden / daß Marggraff Otto von Meissen vnter deme das Silberbergwergk zu Freywerg An. 1171. angangen / des Orts residirt, auch daselbsten Anno 1189. inmassen auch dessen Sohn / Marggraff Diderich vnd Nepos Heinricus illustris, vnter dem das Bergwergk zum Schurffenberg entstanden / verstorben / vnd in das Kloster Alten Zella vnter Freyberg begraben / vnnd ob wol die folgenden Marggraffen andere Residentz / darnach ein jeder seinen Willen vnd Lust gehabt / anderswo gehalten / ist doch jederzeit des Orts ein Fürstlicher Sitz verblieben / Vnnd ob wol beyde Städte / alt vnnd new Dreßden / als auch der Strich nach Bischoffwerda / Stolpen vnd Pirna / dem Stiefft Meissen incorporirt gewesen / vnd also demselben mit Lehnspflichten verwandt / ist doch zeitlichen mit dem Stiefft Handlung gepflogen / vnd diese Städte als auch Pirna gegen andern Gütern An. 1312. verwechselt / vnd allerding den Marggraffen zu Meissen erblichen vberlassen / inbesondern haben die Churfürsten Marggräffischen Stams / gern des Orts vnd in dero Gegend hausirt / in dem sie angesehen die gute frische Lufft / Bequemigkeit des Wassers vnd Zufure aus Böhmen / dann auch der Bergwergke halben / daraus sie dann ein statliches genommen / von den newsten aber hat Hertzog Albrecht von Sachsen / welchen man den Hertzhafften vnd der Deutschen Roland zugenamet / gerne des Orts residirt, sein Gemahl auch / so eine Königin in Böhmen / vnd Georgii Bodiebracii Tochter gewesen / jren Witwenstuel daselbsten vnd zum Torand / dauon diß alte Sprichwort / welches man jhr zulegen wil / Verlieren wir das Meißnerland / so behalten wir doch den Torand / wegen der Befestigung des Schlosses / so von Natur angelegen / stetig gehalten / darumb dann auch dessen Sohn / Hertzog Georg von Sachsen / weil er daselbsten jung worden / einen solchen Willen zu der Stadt Dreßden gewonnen / daß er die alten Schlosgebewde meistentheils zu Grund legen / vnnd gar ein newes [9] gantz prechtig / königlich vnd auff das allerzierlichste Anno 1530. bawen lassen / so den Namen von jhm vnd Hertzog Georgen Schlos bißanhero behalten / Vber solches Gebewde dann sich König Ferdinand / hernacher Keyser / nach der Zeit Gelegenheit dermassen verwundert / daß er gesagt sol haben / In gantz Spanien dergleichen zu befinden.
Nachdem vnd Anno 1550. Churfürst Moritz ingleichen ein new Gebewde nach der Elben warts vierkandicht anlegen / vnd dermassen mit Fürstlichen Zimmern vnnd andern Herrligkeiten versehen lassen / daß dergleichen im Lande keines zu befinden / so wol mit der Stadtfestunge einen starcken Anfang gemacht / welches alles hernacher Churfürst Augustus erweitert / ausgeführt / verbessert vnd allerding vollbracht / So wol das Zeughaus vnd die Artalarey mit allem Vorraht erbawet / vnd also steiff versehen / daß wol dergleichen in Germania nicht zu befinden. Als dann auch Churfürst Christian der Erste / das Schlos vnnd die Stadtfestunge dermassen verbessert vnnd fortificirt, daß fast daran kein Mangel zu befinden / wie er dann auch ein newes Schlosgebewde dem andern vnd alten weit prechtiger vn[d] fürtrefflicher / so man die Stallunge in gemein nennen thut / ausgeführt / welches alles an alten vnd newen Schlosgebewden Churfürst Christian der Ander / gantz prechtig mit grossen Vnkosten renoviren lassen / vnnd in summa / sind die Schlosgebewde des Orts also mit allerhand Regalischen Zierden vnd Ornat von inwendig vnd aussen versehen / daß es nicht allein jederman Verwunderungs gibt / besondern auch wol einem Keyserhaus zu vergleichen. Vnd Keyser Maximilian der Ander / Anno 1575. nicht vnbillich diesen Schlosgebewden damals / als auch der Festunge diß Elogium gegeben / Er müste bekennen / daß diese Stadt mit aller Notturfft also versehen / daß / da er dergleichen eine an den Vngerischen Frontier haben möchte / er sich vngeschewet einiger Gefahr / jedoch ausser Gottes Gewalt / eigener Person / nicht ein / sondern mehr Jahr / auffenthalten wolte / wüste dessen gleichen nicht in Germania, was zur Landesbefestigung nöhtig vnd nütz / zu Wasser aber hette es andere Meynunge / Haecille, vnd von dem gnug. Wann aber ermelter oder jetziger Keyser den jetzigen Zustand / so weit vbertrefflicher / anschawen solte / würde ein mehrers ludicium gefallen / vnd bleibt billich diß Distichon war / Omnibus optatis Dresda referta bonis.
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IV.
Pirna.
DAs Schlos zu Pirna ist nach der Höhe vnnd zweiffels ohn vor Alters zur Landesvorwehr vnd Grentzfestunge zugerichtet / inmassen an den Vestigiis der tieffen duppeln Gräben / als auch andern Propugnaculis zum Ernst angerichtet / zu sehen / vnnd ob wol keine Gewisheit verhanden / von weme solches erbawet / ist doch gleublichen / weil diese Stadt vor Alters dem Königreich Böhmen / vnd noch Anno 1340. immediatè incorporirt gewesen / daß dieses Schlos von den Hertzogen / hernacher Königen in Böhmen erhoben / Als es aber Anno 1408. hinwieder an die Marggraffen kommen / inmassen es dann tempore Heinrici Illustris, vnd Anno 1260. ingleichen Meißnisch gewesen / ist solches als ein Grentzhaus fortificirt, vnnd jederzeit vor eine Festung gehalten worden / Nach dem es aber Bischoffslehn gewesen / allerding auch nicht also in Esse, inmassen auch jetzo / weil das Haus Sachsen mit der Kron Böhmen gute nachbarliche Correspondentz halten thut / verblieben / jedoch gleichwol noch in einem zimlichen Bawwesen erhalten / also / daß es wol vor ein Fürstenhaus bestehen thut. Monachus Pirnensis setzet in seinem hinterlassenen Manuscripto, daß Marggraff Wilhelm / so man Coclem vnd den Eineugigten zugenamet / die Stadt Pirn sampt dem obern Tractu Regionis nach dem Lande zu Böhmen / vnd vnter andern die alten verwüsten Heuser vnd Schlösser / Donyn / Wissenstein / Königstein / Schreckenstein / Lilgenstein / Riesenburg / Totzaw mit aller Zugehörung aller der Schlösser vnd dem Thierstein / Item / Keferburg / Wintenstein vnd Werda / mit Gold vnd Gelt / wie die Wort lauten / zum theil auch durch Kriegesgerechtigkeit / an sich erkaufft vnnd gebracht / vnnd hernacher bey dem Hause Sachsen verblieben / vnd inbesonder das Schlos zu Pirna befestiget / mit schönen Gebewden gezieret / vnd jhm den Namen Sonnenstein / inmassen auch der Stadt auff deutsch Sonnenthal gegeben / dannenhero etliche Historici diesen Wilhelm vor den alterum Fundatorem arcis allerding halten thun / Die jetzogenanten Schlösser sind noch zum meisten bey dem Haus Sachsen / aber allerding biß auff den Wisenstein / so jtzo derer von Bunaw Erbstamhaus ist / vnd den Königstein / dauon bald Meldunge geschehen sol / vnerbawet.
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V.
Königstein.
SChlos obig Pirn vnd zwo Meilen dauon gelegen / darauff hat vor Alters ein altes zerfallenes Gemawer gestanden / vnnd lange Jahr wüste gelegen / auch gleublichen / solches vnd andere darbey liegende von den Böhmen / so stetige Kriege mit den Meißnern geführet / oder ja von den Hussiten Anno 1425. desolirt, biß daß zu den Zeiten Hertzog Georgen von Sachsen / vnnd durch jhn aus sonderer Andacht Anno 1505. ein Kloster daselbsten / Coelestiner Ordens angelegt / vnd aus dem Stifft Meissen / zum theil aus des Fürsten Rent-Cammer mit Einkommen versehen / so aber nicht lange Bestand gehabt / dann wie der Bischoff damals zu Meissen Johan von Salhausen / dauon judicirt, daß solches Kloster von den Bömischen Winden vnd der starcken Lufft / der Böhmischen Ketzer die Hussiten meynende / bald vmbgeworffen vnd zergehen werde / inmassen dann geschehen / dann die Mönche noch bey Hertzog Georgens Leben daraus entlauffen / vnd das Kloster wüste worden / auch also öde liegend verblieben / biß daß Churfürst Augustus die Gebewde zum theil wegen des hohen vnd von Natur festen Orts erhoben / vnnd endlichen noch bey seinem Leben zur Landeskron vnd Festung gewidmet / vnd zum theil mit allerhand Kriegesmunitionibus vnd Propugnaculis versehen lassen.
Diese Festung Churfürst Christian der Erste / nicht allein statlichen ausgeführt / besondern auch mit weitern vnd solchen Gebewden / Vowehren / Schies vnd Wachheusern / als auch Munition vnnd Prouiant also versehen / daß es zwar vnmenschlich scheinet dieselbe zu ersteigen / oder durch Menschen Gewalt vnd Kriegeslist zu gewinnen / hat nur einen einigen Zugang / vnd ist der Platz des Berges also geraumlichen / daß nicht allein die vielfaltigen Gebewde allerding jhre gute vnd bequeme Gelegenheiten haben / besondern auch noch ein vbriger Platz / so mit Holtz bestanden / zum theil zum Ackerbaw zugerichtet / vber das ein tieffer Wasserbrunn durch den Berg mit Stollen ausgeführt / so zwar je alles grosse Verwunderung gibt / Diese Gegend haben in vorzeiten ein sonder Herrngeschlecht die Clommen / so auff dem Schlos Wilen residirt, vnd Rathen / auch den gantzen obern Tractum vnter sich gehabt / besessen / hernacher aber erblos gestorben.
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VI.
Donyn.
ISt wol eine alte Herrschafft vnd die Burg des Orts gros vnnd von vielen Gebewden vnd ansehnlicher Herrligkeit gewesen / aber jetzo gantz desolat vnd fast dem Boden gleich geebnet / vor Alters Bömisch / jetzo aber Sächsisch Lehn worden / haben daselbsten die Herren Burggraffen von Dohna residirt, so ein altes Herrengeschlecht / vnd allbereit tempore Ludovici Pii, vnd Anno 840. in sonderm Beruff / vnd jetzo noch in Flore andere örter / als Schlesien vnd Böhmen / zum meisten seyn / vnter denen vnnd der Eltisten einer H. Conrad berühmbt / so also gewaltig vnd reich gewesen / daß er eine Brücke vor Dreßden zu beyden Vfern vff seine Vnkosten angelegt vnd ausgeführt / darumb auch diß Geschlecht noch bey Mansgedencken die Zollgerechtigkeit darauff gehabt / so durch Churfürst Augusten erst gar abgelöset.
Was die Desolirunge dieses Hauses geursachet / dauon findet man allerhand / jedoch widerwertige Bericht / Dann etliche wollen / daß solches Anno 1373. geschehen sey / da Burggraff Jonas des Orts residirt, welcher sich auff des Keysers Ludovici Bavari, dem er gedienet / Gnade verlassen / vnd dem Marggraffen von Meissen Guilhelmo Cocli rebellisch vnd widerspennig worden / auch auff dessen Vnterthanen vom Adel gestreifft / darüber der Marggraff mit Hülff der Böhmen verursacht / jhn zu belagern / inmassen geschehen / das Schlos eröbert vnd zu grunde gelegt. Andere wollen dieses Anno 1402. erfolgt sey / dann da die Burggraffen mit einem Adelstand vnnd denen von Körbitz / so auch grosses Vermügens gewesen / in einen Mißverstand vnd zum Faustrecht geraten / dieselben aber jhre Lehensherren vnnd Marggraffen von Meissen zu Hülffe genommen / sey das Schlos / daraus der Landschafft allerhand Plackerey beschehen / berandt vnd zu grunde gelegt / auch damals cavirt worden / daß solches zu ewigen Zeiten nicht hinwiederumb auffgebawet werden solle. Ein ander Autor wil vorgeben / solches aus Vrsachen / daß ein Herr von Dohna / wegen eines vnzüchtigen Tantzes / so der Marggraff mit dessen Gemahl vngeschewet getrieben / solchem einen Maulschlag gegeben / auch mit dem Dolch nach jhme gestochen / geschehen sey / also bißanhero desolat gelassen.
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VII.
Freyberg.
ISt auch zweiffels ohn ein altes Bergschlos vnd von Marggraff Otten / vnter dem das Bergwergk daselbsten / vnd beym Dorff Laußnitz Anno 1171. erstlichen auffkommen / erbawet / hernacher auch von dessen Nachkommen verbessert / hat aber viel Anstösse erlitten / vnnd inbesondern damals / da Keyser Heinrich der Sechste / Marggraff Diderichen / dessen Sohn wegen solches reichen Bergwergks biß in den Tod angefeindet / vnnd damals vnnd Anno 1198. das Schlos von jhme eröbert / doch solchen hinwieder mit Hülff des aus Landgraffen Thüringen Herman seines Schwagers ab vnnd ausgetrieben / auch damals da beyde Keyser Adolphus vnd Albertus dem Marggraffthumb Meissen vnnd inbesondern dieser Stadt viel Vnglücks zugefügt / vnd das Schlos sampt der Stadt eingenommen / vnd den rechten Erben vorenthalten / jedoch jederzeit wiederumb erlediget / vnd den Fürsten von Meissen biß auff diese Stunde verblieben / Haben auch daselbsten gerne residirt, inbesondern vnter dem newesten Hertzog Heinrich von Sachsen / den man Pium zugenamet / seine meiste Lebenszeit daselbsten zubracht / vnd sich öfftern hören lassen / Er wolle bey seinen Freybergern leben vnd sterben / inmassen auch daselbsten sein Begrebnis zum ersten angestellet. Dieses Schlos Churfürst Augustus als seinen Geburtsort gantz new renoviren vnnd mit sondern Fürstlichen Gebewden versehen lassen / inmassen dann dieser löbliche Churfürst sein Land aller örter fast dermassen gezieret / daß es billich zu loben / vnnd in Ewigkeit nicht vergessen werden kan / Daselbsten auch sein vnnd der seinen Begrebnis allerding / so mit solcher Magnificentz angeordnet / daß es zu verwundern / daran dann Churfürst Christian der Erste / ein statliches angewendet / vnd sich wol sehen lest.
Dieses Schlos sol den Namen vor Alters vnd noch den Freudenstein à liberis fossis inmassen die Stadt / haben. Iohannes Bocerus wil den Namen à laeticiis per V haben / wie er dann in seinem Epigrammate also discurrirt:
Huic à laeticia, cùm nil nisi gaudia praestet,
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His inventa locis foecundae copia venae
Formaq[ue] Fribergi, sidus & jucundior urbis,
Nomina perpetuae tribuerunt consona famae,
Vt Freudenstenu[m] nativo jure vocetur.
VIII.
Frawen vnd Porstenstein.
OB wol diese beyde Heuser jetzo denen von Schönberg einem fürnemen adelichen Geschlecht zustendig / auch vor langen Jaren derselben Erb vnnd eigen gewen / ist doch an dem / daß inbesondern Frawenstein der Burggraffen von Meissen / vnd Herren von Hartenstein / Sitz vnd Burg lange Zeit gewesen / vnd An. 1444. durch Churfürst Friedrichen den Ersten / dieses Stams / an das Haus Sachsen kommen / inmassen solches durch dessen Heuptleute / deren einer Storch / der ander Fincke / vnd der dritte Zeißke geheissen / vnnd derer einer eine gantze rauche Haut gehabt / durch Kriegsgewalt gewonnen / vnd lange Jahr der Fürsten von Sachsen Sitz / Ampt vnd Residentz gewesen / wie aber dieses / so wol der Porstenstein an die von Schönberg kommen / ist keine Gewisheit verhanden / gleublichen aber / daß wegen jhrer ritterlichen Thaten / derer Vorfaren einem aus Gnaden solche geeignet / sind beyde vorneme erbawte Heuser / vnd haben grosses Einkommen / auch eine vorneme statliche Landschafft.
IX.
Dippoldißwald.
OB auch dieses Schlos als auch Stadt vnd gantze Gegend nit vor langen Jahren derer von Maltitz / auch einem fürnemen Meißnischen Adels gewesen / ist doch solche Pflege durch Churfürst Augusten allerding ausgekaufft / vnd also an das Haus Sachsen kommen / daselbsten auch das Schlos als auch die vmbligende Forbergsgebewde dermassen in solch Ansehen vnnd Verbesserung gebracht / daß es numehr vor ein Fürstenhaus wol bestehen thut / sol den Namen von einem von Clomen des Geschlechts so Dippoldus geheissen / haben / vo[n] wegen seiner sondern Heiligkeit vom Bapst canonisirt, auch dessen Orts im Walde allda ein Capel vor alters gestanden / von dem gemeinen Volck venerirt [15] worden / welches Cappellichen noch bey Mannes Gedencken gestanden / vnd durch den Bischoff von Meissen Johan von Maltitz aus diesem Hause desolirt worden / dann damals allbereit der Aberglaub in Abfall kommen. Andere wollen à Fundatore vnd Dippoldo von Maltitz den Namen hero deriviren, so verisimilius.
X.
Wolckenstein.
ISt der alten Heuser eins / vnd jederzeit der Fürsten von Sachsen Hofflager / vnd zuförderst derer so zu regieren angefangen / inmassen Hertzog Heinrich von Sachsen bey Leben seines Brudern Hertzog Georgen mit solchem Ampt vnd Freyberg / dann Churfürst Augustus anfenglichen auch mit solchem vnd dem Ampt Weisenfels bey Churfürst Moritzen Zeiten sich benügen lassen müssen / Hat den Namen von der Höhe / vnd daß es fast die Wolcken erreichen solle / Ist aber allerding nicht so vbermennigter Höhe vnnd zimlichen wol erbawet.
XI.
Lichtenwald.
ISt auch der alten Heuser eins vnd hiezuuorn derer von Vitzdomb Erbschlos / hernacher derer von Harras / so es lange Jahr besessen / gewesen seyn / Als aber Eustachius der letzte dieses Geschlechts ohne Erben mit Tode abgangen / ist es an die Fürsten von Sachsen gefallen / die es jetziger Zeit vor sich vnd als ein sonders Ampt gebrauchen / darunter dann das Stifft Ebersdorff gehörig / in welcher Kirchen der beyder abgeführten Fürsten von Sachsen Ernesti vnd Alberti von dem Schlos Altenburg / Kleidunge von schlechter Art vnd allerhand Farben auffgehengt zu sehen.
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XII.
Augustusburg.
HAt zuuor der Schellenberg geheissen / nahe bey Chemnitz gelegen / Ist vor Alters nicht sonders an Gebewden ansehnlichen vnnd in acht gehalten / jetzo aber durch Churfürsten Augusten / von deme es auch den Namen erlanget / dermassen erhoben / daß es fast / ausser Dreßden / sonsten keinem Fürstenhaus innerlandes zu vergleichen / ist vierkandicht / vnnd jeder Ort nachm Morgen / Abend / Mittag / vnnd Mitternacht / vor ein sonderes Schlos zu achten / inmassen dann jeder Ort also mit Zimmern vnd anderer Notturfft zugerichtet / daß sich reichlichen eine Fürstliche Person darinnen mit allen Requisitis zu betragen / vnnd sol Keyser Maximilian der Ander / als er solches gesehen / gesagt haben / Er köndte nicht sagen / daß dieses Haus an Zierden / so einem Fürsten / ja wol Keyser vnnd Königen wol anstehen solle / in etwas vnnd geringsten mangeln könne / also wol vnnd ordentlichen ist es erbawet / Darunter dann die Tzschopa vorüber fleust / vnd die Gegend befeuchtet.
XIII.
Lauterstein.
AVch der alten Heuser eins / vnnd ein sonderes Ampt / nahe beym Marienberg gelegen / So wol das Ampt vnd Schlos.
XIV.
Schwartzburg.
SO auch ein alt Gebewde / jedoch von Gehöltzen vnd sondern Höhen vnd Beerjagten berühmet / Diese Heuser hiezuuor zur Kron Böhmen gehörig gewesen / wie aber solche zum Hause Sachsen [17] kommen / ist keine Gewisheit verhanden. Monachus Pirnensis setzet / solche pro dote sampt andern / Hertzog Albrechten von Sachsen mit seinem Gemahl König Georgen Tochter zugeschlagen / inmassen dann auch wolermelte Hertzogin nach dem Todesfall jhres Herrn / derer Gegend / vnd vmb den Torand jhren Witweibsstuel gehalten / vnd beyde Empter jhr zum Leibgut verschrieben / darbey der Wiesenthal gelegen / so ein herrlich Ort von Warmenbaden vnnd anderer Nahrungs Bequemigkeiten.
XV.
Tzschopaw.
ALlda auch ein alter Fürstensitz / so aber auch vor wenig Jahren mit sondern Gebewden verbessert vnd renovirt, dabey das Städlein / von guten Bieren / vnnd die Gegend von herrlichen Jagten vnnd Viehezucht beruffen. Hat den Namen von dem fürfliessenden Wasser der Tzschopaw / so jhren Vrsprung hat vberm Annaberg / zwischen Zwenitz vnd Scheibenberg / nicht fern von der Leßnitz / Schwartzenburg vnd Krotendorff / vnd vnter die Augustusburg / Franckenberg / vnd dem Dorff Flöhe vorüber fleust / dazu dann die Flöhe kommen thut.
XVI.
Waldheim.
ISt auch ein alter Sitz des Orts gewesen / jetzo aber vnd vor wenig Jahren durch Churfürst Christian den Ersten / renovirt, vnd mit schönen newen Gebewden / inbesonders einer zierlichen Kirchen dabey versehen. Sol diese Gegend den Herren von Schönburg / jetzo zu Penigk / zugestanden haben / aber durch einen Wechsel an die Fürsten kommen.
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XVII.
Leißnick.
DIeses Schlos / Stadt vnd Gegend ist vor Alters eine Praefectura Imperii oder Burggraffthumb gewesen / zu dem Ende allda angelegt / daß den Einwohnern derer örter vor den einfallenden Wenden vnd andern Völckern Schutz gehalten / so hernachmals erblich worden / vnd Graff Wiprechten von Groitzsch durch Keyser Heinrich den Vierdten / vorlihen / von deme es auff Marggraff Conradum vnd seine Erben kommen / Vnd als Graff Heinrich dem Kloster Bucha / so seine Vorfahren Anno 1190. gestiefftet / allerhand Widerwillen vnd Dampffs angelegt / sind die Fürsten von Sachsen / Friederich / Wilhelm / vnd Balthasar / daruor gezogen / solches belagert / eröbert / vnd den Graffen zu permutiren gedrungen / vnnd also Anno 1365. an das Haus Sachsen / von dem es zu Lehn gangen / kommen / ist im Spanischen Kriege Anno 1547. vom Keyser Ferdinand als Böhmisch verfallen Lehn zusampt Eilenburg vnd Colditz eingezogen / aber durch Churfürst Moritzen hinwieder gegen dem Fürstenthumb Sagen[3] permutirt vnd abgelöset worden. Ist eine gar alte Burg vnd Graffschafft / dann in der Vngerischen Niederlage vor Merseburg / Anno 1333. allbereit ein Burggraff von Leißnick mit im Zuge gewesen / hernacher auch lange Jahr / vnd biß in das Jahr Christi 1300. diese Familia florirt, Inmassen auch die Herren von Penigk das Wapen biß auff Albertum Hugonem vnd Georgium, so im Jahr 1538. gestorben / jederzeit noch geführt. Die Gebewde des Schlosses sind zwar von alter aber sehr starcker Manier / mit Thurnen vnd Mauren also versehen / daß es wol zum theil vor eine Landesfestunge zu achten.
XVIII.
Colditz.
SO auch in vorzeiten eine sondere Herrschafft gewesen / vnd zu dem Pleißnerlande geschlagen / Das Schlos liget birgicht / vnnd darunter mit der Mulden beflossen / Hat den Namen von den finstern vnd dicken Wälden / damit es vff allen Seiten vmbgeben / vnd sol das Wort Colditz auff Wendisch finster Wald heissen / Anno 1397. [19] erst vnter die Fürsten von Sachsen kommen / vnnd durch Wilhelmen den Ersten / erkaufft / welcher das Schlos in etwas reparirt, aber durch Churfürst Ernsten / als es Anno 1486. gar ausgebrandt / gantz new vnd prechtig erhoben / welcher auch gern des Orts residirt, Inmassen er auch daselbsten verstorben / jetzo aber durch Churfürst Christian den Ersten / also in eine ansehnliche Form vnnd Zier gebracht / daß es wol vor ein Fürstliches Haus bestehen thut / vnnd inbesondern mit einem Thiergarten vmbfangen / gebraucht solches vnnd residirt daselbsten sampt vmbligender Pflege dessen hinterlassene Witwe / Fraw Sophia / Marggräffin von Brandenburg / ex pacto datalitio.
XIX.
Rochlitz.
IST in vorzeiten auch eine sondere Herrschaft gewesen / so daselbsten residirt, gar vhralter Ankunfft / dann aus Historien wissend / daß Graff Wittichind der jünger / eine Gräffin von Rochlitz Iulandam, Anno Christi 860. zum Gemahl gehabt / dessen Posteri hernacher das Marggraffthumb Meissen / vnnd nochmals jetzo besitzen thun. Hat den Namen von den Rissen oder Hölen / derer des Orts viel zu sehen.
Andere sagen von dem Schachtspiel / dessen Notam die Graffen in jhrem Wapen vnnd Insigniis geführt. Etliche von dem Wort Rötlicht / von dem Rotenstein / so des Orts gebrochen wird vnd grossen Nutz gibt. Ist diese Herrschafft durch Marggraff Wilhelm dem Ersten / Anno 1390. erst zum Marggraffthumb geschlagen / inmassen auch solcher das Schlos von newen erbawet / vnd mit zweyen Thürmen ornirt, so wol die Schlösser zu Leißnick / Grim / vnd Colditz vernewret / vnnd mit mehrern Gebewden gezieret / jetzo aber von der Churfürstlichen Witwen / vnnd Christian des Ersten / Gemahl / zu einem fürnemen Fürstenhaus / nach der jetzigen Welt Lauff / gewidmet vnd statlichen renovirt.
Die Kirche am Schlos / so von lautern Quadratsteinen ausgefürt / sol ein gar altes Gebewde / vnd vom Keyser Heinrico I. oder dessen Gemahl Cunigundis / An. 1009. erbawet seyn / inmassen solches der gülde[n] Kelch so daselbst in der Stad oder Pfarrkirchen verhanden / vn[d] darauff diese Wort zu sehen: Heinricus & Mathildis me co[n]paraverunt, [20] dessen Anzeigunge gibt. Die Gegend dessen Orts ist sehr lustig vnd bequeme / wie dann das Gebirge im Walde daselbsten / neben dem Oschatzer / Colmberg für die höchsten zwey Gebirge in Meissen / ausserhalb den Bergstädten gehalten wird / dann solcher Rochlitzer Berg auff ein zehen Meilweges zu sehen.
XX.
Nossen.
DAs Schlos vnd Ampt Nossen ist in vorzeiten dem Stifft Meissen incorporirt gewesen / inmassen es von Bischoff Wittichen dem Andern / Anno 1357. dazu erkaufft / so endlichen dem Kloster Alten Zella Anno 1414. vnd dann den Fürsten von Sachsen zukommen / Ist jetzo gantz new durch Churfürst Augusten erbawet vnd renovirt, Ligt an der Molden / vnd hat ein fruchtbaren Boden dero Gegend.
XXI.
Chemnitz.
ISt in vorzeiten ein Kloster Benedictiner Ordens / vnd der Apt dessen ein Archidiaconus Romanae Ecclesiae gewesen / vnd vom Keyser Lothario Franco, Alii, Conrado Svevo fundirt, von Churfürst Mauritio aber des Orts ein Schlos daraus angelegt / vnd mit schönen Gebewden gezieret / Hat den Namen von dem fürfliessenden Wasser die Kemnitz / so wol die Stadt darbey ligend / so vor Alters eine Reichstadt gewesen / vnnd Anno 1308. vnter die Marggraffen von Meissen kommen.
XXII.
Zwickaw.
DAs Schlos daselbsten sol erstlichen von Graff Wiprechten von Groitzsch dem Eltern / erbawet / vnnd der Osterstein genennet worden seyn / vnnd hernachmals nach derer Erben Absterben [21] hinwieder an das Reich gefallen / vnd Schlos vnd Stadt zum Reich kommen / dann vnter Friderico Forti Marggraffen / neben Chemnitz vnd Altenburg an Meissen geraten / darbey es auch bißanhero erhalten / vnd das Schlos durch Churfürst Augusten gar Fürstlichen angerichtet vnd renovirt, ligt an der Grentze des Voigtlandes / wird von der Mulden befeuchtet / vnd hat einen fruchtbaren Boden.
XXIII.
Hoenstein.
DIeses Schlos sampt Lomen haben in vorzeiten die Herren Bircken von der Dauba Böhmischer Ankunfft / innegehabt / vnd Anno 1414. nochmals besessen / hernacher durch Zwang wegen dessen / daß sie dem Stifft Meissen in vielen zuwider gewesen / mutiren müssen / vnd sich nach Mülberg an die Elben gesetzt / Hernacher dieses Schlos als auch die Gegend durch Churfürst Friedrichen den Andern / Anno 1444. eingenommen / vnd der Kron Böhmen entzogen / aus Vrsachen / daß daraus dero Gegend grosser Schaden von den Streiffrotten beschehen / also vnter dem Fürsten von Sachsen verblieben / vnd jederzeit vor ein besonder Ampt / inmassen auch nochmals gehalten. Endlichen von Hertzog Georgen die von Schleinitz darmit begnadet / von denen es die Herren von Schönburg jetzo zu Penigk kauffsweise erlangt / vnnd dann hernacher durch einen Wechsel vor Rosla / wieder an die von Sachsen kommen / Ist ein altes jedoch festes Bergschlos / von sondern starcken Thürmen vnnd Gebewden / sol vor alten Jahren eine sondere Herrschafft / noch vor den Herren Bircken gewesen / vnnd solches das Geschlecht die Clommen innengehabt haben / so zu Wila an der Elben residirt, Rathen / Clomen oder jetzo Lomen / so wol Hoenstein / vnd den obern Tractum Königstein / Liligen vnd Schreckenstein besessen / vnd wegen jhrer Streifferey vnd Plackerey des Orts vertrieben seyn.
[22]
XXIV.
Stolpen.
IN vorzeiten der Bischoffe von Meissen fürnemer Residentz / inmassen auch auffm Schlos ein sonderlich Collegium Canonicorum gewesen seyn / welche diese Gegend sampt Jochern von einem Adelstand die von Mocken von adelischer Ankunfft / welche des Raubens gewohnet / vnnd damit den Benachbarten grossen Dampff angelegt / Anno 1218. erkaufft / vnd vom jhm / als auch hernacher Bischoff Johan von Weisbach Anno 1476. Fürstlich erbawet / vnd vnter dem Stifft biß auff das Jahr Christi 1555. gelassen. Zu der Zeit das Geschlecht die von Carlowitz mit Bischoff Johan von Haubitz / eines Testaments halben / so vnterdruckt werden wollen / vnnd darinnen von dessen Vorfahren dem Geschlecht ein Legatum beschehen / einen Streit vnnd Widerwillen angefangen / darüber der Bischoff verjagt vnd endlichen die Sache also vertragen / daß das Stiefft sich mit denen von Carlowitz vorgliechen / das Schlos Stolpen sampt der Stadt vnd Gegend gegen der Stadt Mülberg an der Elben / sampt andern Cohaerenten permutirt, vnd aus Stolpen ein Fürstliches Haus vnd Ampt worden / von Churfürst Augusten auch das Schlos statlichen renovirt, vnd recht zur Fürstlichen Residentz gewidmet.
XXV.
Moritzburg.
ISt ein newes Schlos vnd Jagthaus vnter Dreßden vnd beym Hayn gelegen / von Churfürst Moritzen aussm Grunde Fürstlichen erbawet / ligt am Friedewalde / vnnd wird von den Fürsten von Sachsen offtmals bewohnet wegen der Jagtlust / so dero Gegend angestelt.
XXVI.
DIeses Haus ist in vorzeiten der von Kommerstadt gewesen / inmassen solches H. Görg von Kommerstadt Churfüst Moritzen-Cantzler vnd vornemer Raht / noch Anno 1559. besessen / daselbsten [23] auch gestorben / durch Churfürst Christian den Ersten / aber hinwieder mit Gelde abgelöset / vnd mit statlichen Gebewden vnnd Fürstlichen Hofflager versehen / wird des Orts wegen sonderer guter Triefften vnd Gelegenheiten eine Pferdestruth gehalten / vnd viel junge Pferde allerhand Art erzogen.
XXVII.
Zabelutz.
INmassen auch das Schlos Zabelutz hiezuuorn vnd lange Jahr der Pfluge Erbsitz gewesen / ingleichen durch Churfürst Christian Caspar Pflugen jetzo zu Gauernitz mit Gelde abgelöset / vnd zur Fürstlichen Residentz gewidmet / auch mit sondern newen vnd statlichen Stallgebewden versehen / Darunter dann vnd an der Elben das Haus Seuselitz vnd Hirschstein / jetzo den Pistoriussen zustendig / gelegen / welche Heuser in vorzeiten Fürstliche Residentze / inbesondern der Hirschstein gewesen / dann daselbsten / wie in Chronicis gelesen wird / Marggraff Friederich Didrici des Weisen Sohn / Anno 1291. residirt, vnd jhme in Kirschen vergeben worden / vnd zu Suselitz / so hernacher zum Nonnenkloster gewidmet / begraben worden / Sind beyde Heuser jetzo wol erbawet / vnd der Hirschstein derer von Haubitz / Seuselitz aber lange Jahr der Pistoriussen gewesen / inmassen dann Herr Simon Pistorius Churfürstlicher Sächsischer Cantzler vnd Raht / solches zum ersten aus Gnaden erhalten / vnnd auff seinen Stamm gebracht / darbey es auch bißanhero verblieben.
XXVIII.
Hayna.
DAselbsten auch jederzeit ein Fürstlicher Residentz gewesen / inmassen der hohe vierkandichte Thurn sampt andern Ruderibus dauon noch zu sehen / Inbesondern Marggraff Friedrich Fortis daselbsten gerne hausirt / auch vor sein fürnembstes Hofflager gehalten.
[24]
XXIX.
Hohebucke.
OB dieses ein altes Haus / ist vnwissend / vom Churfürst Augusto aber zum Jagthaus gewidmet / vn[d] mit newen Gebewden versehen / ligt im Ampt Schlieben / vnd fast an der Grentze / des gleichen Namens auch eines an der Elben vor alten Jahren / wo aber / ist vnwissend / gelegen gewesen sol / so jederzeit vor eine der Sachsen wolverwarte Festung gehalten / vnd setzet Albinus in seinem Meißnischen Commentario, daß solche Festung von den Viltzer Wenden Anno 810. eröbert / vnd zu grunde eingerissen / vom Carolo Magno aber hinwieder erbawet / dauon aber keine vestigia mehr verhanden.
XXX.
Senfftenberg.
ISt fast ein Grentzhaus nach der Laußnitz / vnd vmb vnd vmb mit Wendischen Dörffern vmbgeben / vom Churfürst Moritzen von Sachsen anfenglichen erbawet / vnd insonderheit gezieret / Ob daselbsten zuuor eine alte Schlosstat gewesen / dauon ist keine Gewisheit verhanden.
XXXI.
Radeberg.
INgleichen von diesem Schlos Radeberg / so auch durch Churfürst Moritzen mit sondern newen Gebewden gezieret / vnnd beyde zu Emptern gewidmet / sind vorneme Grentz vnd Fürstenheuser.
XXXII.
Libenwerdaw.
SChlos vnd Ampt in der Chur Sachsen / vnd an der Grentze gelegen / Ist ein altes Haus daselbsten gestanden / so durch die von Rammelshain einem alten vn[d] abgegangenem Adelstand / bewonet / [25] vnd weil solche sich des Stegereiffs genehret / vnd allerhand Klagen von den Preßlauischen vnd Schlesischen Kauff vnd Fuhrleuten einkommen / sind die Churfürsten von Sachsen Anhaldischen Stams als Lehnherren / vnd inbesondern Churfürst Rudolph der Dritte / Anno 1384. verursacht worden / Sicherheit den Fürreisenden zu schaffen / sie darauff verwarnet / vnd da solche nicht ablassen wollen / des Orts gentzlichen auszusetzen gedräwet / inmassen jhnen auch das Haus feil gemacht / vnd andere örter verwiesen / darauff das Schlos eingenommen / vnd zum Fürstlichen Lager versehen / auch darauff eine Stadt darbey angelegt / da zuuorn nur wenige vnd etliche Diversoria vnd Gastheuser vnterm Schlos dabey gelegen / vnd die Stadt mit Sicherung vnd Freyheiten / auch Gerichten versehen. Nach dem aber vnd als der Letzte in diesem Anhaldischen Geschlecht vnd Churfürst Albertus III. mit Tode ohne Erben abgangen / vnnd die Chur dem Marggräffischen Stam von Meissen / vnd Friderico Bellicoso zukommen. Ist dieses Schlos sampt Stadt vnd etliche Dörffer desselben hinterlassenen Witwen / vnnd Frawen Offkam / einer Schlesischen Fürstin / vnd Hertzog Conraden von der Olß Tochter / ex pacto dotalitio eingereumet / welche dan[n] auff solchem Schlos fast ein Klosterleben geführt / inmassen noch bey Mannes Gedencken die Cellen vnnd Capell daselbsten noch zu sehen gewesen / der Stadt viel gutes bewiesen / vnnd diese Gnade erzeit / daß sie solcher zu jhrem Abzug vnd Gedechtnis (dann sie hernacher hinwieder von Fürst Georgen dem Schwartzen von Anhalt geheyrahtet) das Holtz / jetzo den Bürgerpusch genant / dann die Luckische Wiese / Item / die Frawenwiese / dann ein Forwerg / Kloitzschdorff genant / zusampt dem Ackerbaw vnd zugehörigem Wiesenwachs / als auch der freyen Fischerey auff der Elster / mehr / mit etlichen Zinsen aus den Fleischscherren aus Gnaden erblichen vnd vnwiederrufflichen verschrieben vnd geeignet. Nach derer Abzug wiederumb Stadt vnd Schlos zur Chur geschlagen / inmassen dann die Churfürsten Fridericus III. Sapiens, Item / Johan dessen Bruder / vnd Johan Friederich sein Sohn / alle Churfürsten / gerne des Orts wegen der Jagtlust / sich enthalten / So wol Churfürst Augustus auch die alten Schlosgebewde gentzlichen aussm Grunde erhoben / vnd zu einem Fürstlichen Lager allerding zierlichen auffbringen lassen.
Den Namen des Schlosses vnd der Stadt wollen etliche Scriptores dannenhero deriviren, daß solcher beyden von der Specula oder Wartta / so noch heut bey tage auff der Schlosstete / vnnd mitten im Hofe auffgeführt zu sehen / zugelegt / vnd Lubbwarth / das ist / Hohewarttha heissen sol / wie dann auff Wendisch das Wort Lubbe / hoch ausgelegt wird / auch dieses Wort in den alten Brieffen also / vnnd Lubbewarth [26] geschrieben befunden wird. Andere wollen die Deutung auff recht Deutsch geben / vnd Libenwerdaw / quasi ein guter oder lieber Anger auslegen / so ich an seinen Ort stelle / vnd zwar wolte ich mir die erste Deutuung / weil die Vestigia des Thurms / oder der Warthen / dauon dann noch vnter dem gemeinen Mann vor Alters ein Sprichwort auskommen / wegen dessen / daß es vor alten Zeiten da fürüber nicht sicher zu reisen gewesen / da man gesagt / Weren wir der hohen Warth hinweg / alsdann wir hetten sichern Steg / noch verhanden / vor der andern / so vbel dero Gegend zu beweisen / gefallen lassen.
XXXIII.
Torgaw.
SChlos vnd Ampt gar vhralter Originis, dann obwol Nachrichtung verhanden / daß Anno 960. Torgaw nur ein kleines Dörfflein von lauter Fischerheuslein gewesen / dauon dann noch die Fischergasse verhanden / Hat doch bald darauff die Stadt sehr zugenommen / also daß es zur sondern Graffschafft gediehen / inmassen dann deroselben Graffen noch Anno 1342. daselbsten zweene residirende Lutholdus vnnd Iohannes, in den Annalibus nominirt werden / denen durch Keyser Adolphum Nassaviensem, so mit dem Marggraffen von Meissen Friderico vnd Tizemanno schwere Kriege geführt / diese Stadt vnd zwar die gantze Graffschafft entzogen / welche sich hernacher vnd nach gestilten Kriegen / vnter der Marggraffen Schutz vnnd Gebiet gegeben / zumal weil bald darauff die Graffen ohne Erben mit Tode abgangen / vnd daß solche Graffen dem Schlos vnd der Stadt einen Anfang gegeben / ist kein zweiffel / hernacher aber durch die Fürsten von Sachsen / so gerne des Orts residirt in vielen verbessert / dann Anno 1491. die Brücke vber der Elben durch Hertzog Ernsten vnd Albertum Gebrüdere / erstlichen angelegt / inmassen auch an dem Schlos durch sie gegen dem Abend grosse Verbesserung geschehen / dann durch Churfürsten Fridrichen vnd Johan Gebrüdern / ingleichen ausgefürt vnd vollnbracht / wie dan[n] auch Churfürst Johan Friederich die andern beyde Theil am Schlos gegen Morgen vnnd Mittage aussm Grunde gar new vnd prechtig erhoben / vnd das Schlos allerding An. 1535. auff die Mas / wie es jetzo zu sehen / absolvirt, dessen gleichen in diesen Landen ausser Dreßden nit zu befinden ist / die Schloskirche D. Luther eigner Person Anno 1536. eingeweihet / vnd die erste Predigt gethan / [27] Ist auch vorgewesen / daß der Churfürst sein Begrebnis dahin legen wollen / wenn nicht leider ein Vnfall sich Anno 1547. da der Churfürst vom Keyser Carolo V. geschlagen / gefangen / vnnd der Chur benommen / sich zugetragen.
Den Namen Torgaw sol es haben nach Wendischer Sprach à Lucerna, von einer Leuchte / inde quod in illustri loco posita sit tanquam Lucerna seu Specula totius Regionis. Das Schlos aber sol Hartenfels heissen / darumb daß es allerding auff einen Steinfels fundirt vnd erbawet / wird jederzeit bawlichen vnnd im guten Stande erhalten. Ist ein recht Fürstliches ja fast Keyserliches Haus / inmassen es Carolus V. Keyser also getaufft.
XXXIV.
Weidenhayn.
IST ein Fürstliches Jagthaus / vor langen Jahren darzu erbawet vnd gewidmet / auch nochmals in gutem Esse erhalten. Inmassen auch
XXXV.
Sitzeroda.
SO zwar vor Alters ein Kloster Benedictiner Ordens gewesen / hernacher auch zu einem Fürstlichen Jagtlager verordnet / vnnd durch Churfürst Augusten mit sondern Fürstlichen Gebewden versehen / ligen beyde im Ampt Torgaw / werden auch daraus bestellet / vnd ligen beyde im Holtz / vnd sind darbey Dörffer erbawet.
XXXVI.
Lichtenberg.
IST vor alten Zeiten ein Antoniter Hoff vnnd Kloster gewesen / von sondern Gebewden vnd Einkommen / jetzo aber vnnd durch Churfürsten Augusti Gemahl / Fraw Anna / geborne Königin aus Dennemarck / zu einem Fürstlichen Haus vnnd Forwerg gewidmet / vnd mit sondern statlichen Schlosgebeuden versehen / Ligt an dem [28] Städtlein Pretien nicht weit von der Elben / auff einem fruchtbarlichen vnd genieslichen Boden zur Viehezucht vnd allerhand Nützungen angerichtet.
XXXVII.
Annaburg.
IN vorzeiten ein altes Jagthaus vnd Lochaw geheissen / jedoch ein sonderes Ampt / Ingleichen Anno 1579. von Churfürsten Augusti Gemahl / Fraw Anna / aussm Grunde gar new vnd prechtig erhoben / daß es numehr vor ein Fürstliches Haus wol zu halten / vnd von jhr / als der Fundatrice den Namen Annaburg erlanget / ligt im Holtz / nicht weit von der Schweinitz / dem Ampt vnnd Städlein / allda nicht vorlengsten ein vornemes Jagthaus / so durch Churfürst Ernsten Anno 1486. gantz prechtig erhoben vnd renovirt, auch gestanden / aber wegen des Hauses Annaburg desolirt, vnd der Abraum an Steinen vnnd andern dahin transferirt. Ist das Haus allda Churfürst Rudolphen von Sachsen des Geschlechts von Anhalt / Anno 1406. zween Söhne mit einem alten Thurm bey Nacht verfallen / vnnd sampt andern sechs Personen / Knaben vom Adel / vnd dem Praeceptori erschlagen. Item / Churfürst Johans Anno 1532. verstorben / Wie dann auch Churfürst Albertus der Letzte im Anhaldischen Stamme zur Lochaw in Fewersnöhten geraten / daß er bald darauff aus Erschreckens vnd andern zufallenden Kranckheiten / ohne Erben mit Tode abgangen / vnnd Churfürst Fridericus Sapiens, so die Vniversitet Wittenberg fundirt, allda Anno 1525. verstorben / vnnd alle zu Wittenberg in der Schloskirchen begraben ligen / daß also beyde örter wol vor ominosa zu halten.
XXXVIII.
Mülberg.
AN der Elben gelegen / ist in vorzeiten eine sondere Herrschafft gewesen / vnd den H. Bircken von der Tauba zugestanden / die es noch Anno 1492. besessen / vnnd endlichen von den Fürsten von Sachsen abgelöset / vnnd zu einem sondern Ampt gewidmet / Anno 1556. aber dem Stifft Meissen das Kloster vnnd die Stadt sampt dem [29] Schlos Dreßkaw vnnd der Stadt Belgern / an stat des Hauses vnd Ampt Stolpen eingereumet / Als aber hernacher der letzte Bischoff Johan von Haubitz vom Stifft abgetretten / vnnd sich verheyratet / auch auff Mögeln allerding auff sein Leben vorwiesen / ist alles hinwieder dem Ampt heimgefallen / da dann das Schlos von Churfürst Augusten statlich renovirt vnd verbessert. Dreßka aber das Schlos vnter Mülberg / einem wolverdienten vom Adel / Stellano von Holtzendorff aus der Marck / vnd Sächsischem alten Diener / aus Gnaden erblichen geeignet. Dieses Schlos Dreßka sol ein altes Burgwardum vnd Keyserliches Haus seyn / von Ludovico Pio Caroli Magni Sohn zum Schutz wider die Sachsen / Böhmen vnd Sorben Wenden angelegt / Andere wollen die Fundation dieses Hauses Carolo dem jüngern zulegen / so auch Belgern erbawet / vnnd seinen Hoff vnd Winterlager zu etlich malen allda gehalten / auch den Roland dahin gesetzt haben / vnnd wird dafür gehalten / daß Belgern vnnd Zwickaw die eltesten Städte in Meissen seyn sollen / Inmassen dann daselbsten auch ein altes Schlos gestanden / so nach der Stadt Namen / Weissenberg genennet / vnnd jtzo denen von Drandorff der Stadt keufflichen zukommen. Das Kloster daselbsten in Mülberg Virginum Cistertiensium, sol ein altes Stiefft / vnd von Marggraff Diderichs von Meissen Gemahl Jutta oder Juditha / Anno 1219. fundirt seyn / inmassen noch vor weniger Zeit jhr Bildnis daselbsten zu sehen gewesen.
XXXIX.
Mögelen.
SChlos vnd Stadt ist dem Stifft Meissen incorporirt gewesen / inmassen es noch dem letzten Bischoff Johan von Haubitz auff sein Leben gelassen / der auch daselbsten verstorben / vnnd das Schlos / so den Namen Kugethal vor Alters vnnd Anno 1261. gehabt / vnd von Bischoff Alberten des Geschlechts von Motzschen zum ersten erbawet / mit sondern zierlichen Gebewden renovirt, vnd statlichen verbessert / jetzo der Fürsten von Sachsen Amptshaus.
[30]
XL.
Eylenburg.
VOr Alters Ilenburg von Ilone oder Ilba, einem sondern Graffengeschlecht fundirt, inmassen es dann jederzeit ein sondere Herrschafft gewesen / vnd Anno 1127. an die Marggraffen von Meissen erstlich kommen / da es auch hernacher hinwieder von dem Stamm auff andere geraten / durch Marggraff Wilhelm / den man Coclem vnnd Eineugigten genant / Anno 1395. hinwider eingelöset / Von der Zeit an dann diese Herrschafft jederzeit beym Hause Sachsen geblieben / vnd das Schlos so Miltenaw vor Alters geheissen / zweiffels ohn / von dem vorfliessenden Wasser der Milden / vmb ein statliches verbessert vnd erweitert / also daß es wol vor ein Fürstenhaus bestehen thut / wird daselbsten ein sonderes Ampt gehalten. Im deutschen Kriege vnd Anno 1547. ist diese Stadt sampt Leißnick vnd Colditz vom König Ferdinand als Böhmisch Lehn vor die Vnkosten eingezogen / so durch eine sondere Transaction durch Churfürst Moritzen gegen dem Fürstenthumb Sagen / Pribas vnd Camberg hinwieder eingelöset / weil es fast mitten im Lande gelegen / so aber fast ein vngleicher Wechsel gewesen / jedoch damals nicht viel dawieder zu handeln. Vnter solchem Schlos ligt das vhralte feste Haus Grunna / so der Sorben Wenden starkes Propugnaculum vnd Heuptschlos Anno 927. allbereit gewesen / vnd durch Keyser Heinricum Aucupem eröbert vnd zerstöret / vnd aus der vornemen Stadt ein Dorff gemacht / jetzo den Spiegeln einem Adelgeschlecht zustendig.
XLI.
Wurtzen.
IST vor Alters ingleichen eine sondere Herrschaft gewesen / vnnd Anno 985. dem Stifft Meissen nach Absterben Graffen Esiconis des Letzten / so keine Erben gelassen / durch Keyser Otten dem Dritten zugeschlagen. Andere Historici setzen nur von jhm confirmirt, vnd durch Volckhulden dem andern Bischoff von Meissen / beneben Bichen / Bauchen / Lubenitz vnd Gerischo jetzo Groitz erkaufft / vnd der Thumb als eine Collegiata Ecclesia Cathedralis Ecclesiae Misnensis von Hervvigo dem Andern / in der Ordnung Bischoffen Anno 1112 fundirt, Das Schlos aber daselbsten erstlichen durch Bischoff [31] Johan von Saalhausen Anno 1497. angelegt / vnd aussm Grunde erbawet / welcher auch in willens gewesen / die Stadt zu erweitern vnnd die Wentzelskirche mit in die Ringmauer zu beschliessen. Jetzo numehr nach dem der Bischoff Haubitz allerding abgetretten / zu einem Fürstenhaus vnnd sonderes Ampt gewidmet / doch wird daselbsten noch eine sondere stifftische Regierung gehalten.
XLII.
Mutzschen.
IST ein altes Haus / denen von Starscheddel zustendig gewesen / so nochmals jetzo darbey vnd auff Kannewitz gesessen / vnnd gegen andern Gütern verwechselt / zum theil auch mit barem Gelde abgelegt / von Churfürst Augusten eingelöset / vnnd zu einem sondern Ampt gewidmet. Vor alten Zeiten sol allda ein sonderes Geschlecht vnd Herrenstandes daselbsten die von Mutzschen residirt haben / so aber ohne Erben abgangen / vnd das Kloster daselbsten Servorum Mariae fundirt, Das Schlos wird in gutem bewlichen Stand erhalten / darbey dann das Jagthaus Wernßdorff gelegen / ist der Ort von Jagten vnd anderer Herrenlust namhafft / inbesonders von herrlichen Teichen / so wol auch einem austreglichen Ackerbaw vnnd guter Viehezucht.
XLIII.
Grimb.
DAs Schlos daselbsten ist auff zween vnterschiedene Sitz vor Alters erbawet / inmassen dann die Fürsten von Sachsen gerne des Orts / vnd inbesonders Churfürst Friederich Placidus residirt, allda dann auch Hertzog Ernst vnd Albertus Gebrüdere jung worden / so sich des Orts auch gerne enthalten / Ist ein altes Gebewde / vnnd der viereckichte Thurm darinnen durch Marggraff Wilhelm den Ersten / erbawet / der dann zum meisten allda Hoff gehalten.
Man wil auch wol sagen / daß Keyser Heinricus Auceps daselbsten zu demmal residirt, vnnd sich gestercket / als er die Hungern vor Merseburg vberfallen vnnd geschlagen / inmassen dann vor wenig Jahren bey dem Dorff Grosse Barda / dessen silbern Müntz / [32] so dessen Bildnis in der Rechtenhand einen Vogel haltend / repraesentirt gefunden worden. In diesem Schlos dann auch der erste Fürstliche Conventus Anno 1288. gehalten / vnd ein Verbündnis gemacht / die grassirenden Reuber vnd Beuähdere zu dempffen / einander wider jhre Feinde Beystand zu leisten / jetzt wird es die Erbvorbrüderung genennet zwischen den Heusern Sachsen / Hessen vnd Brandenburg / so gemeiniglich zur Naumburg renovirt wird.
XLIV.
Pleissenburg.
DAs Schlos zu Leipzig also genant / zur Landesfestung mehr als zur Zier vnd Wohnunge zugerichtet / wiewol es auch dermassen mit Fürstlichen Gebewden versehen / daß es zu rühmen / Hat den Namen von dem Wasser die Pleissa / so darbey fliessen thut. Churfürst Augustus hat auff diese Schlosfestung ein statliches vnnd vber eine Tonne Goldes auffgewendet / Ist auch dermassen mit Munition, Kraut vnd Loth versehen / daß es wol vor eine Festung bestehet / vnnd austauren könne / werden daselbsten fort vnd fort 30. Soldaten sampt einem Heuptman zur Wache vnterhalten / ist sonsten gar ein altes Gebewde vor dessen jederzeit des Orts gewesen / dann in Historien gelesen wird / daß Anno 945. Graff Günther von Pleissen des Orts allbereit residirt, vnnd die drey Schlösser / Pleissenburg / Aldenburg vnnd Skeuditz erbawet / hat die Zeit vnd lang hernach vnter die Graffschafft Merseburg gehöret / biß daß solche endlichen mit Graff Isacio oder Esico dem letzten Anno 1007. abgangen / vnd hernacher eine Zeitlang / vnd biß auffs Jahr Christi 1134. vnter dem Stifft Merseburg gewesen / vnd dann von Marggraff Otten / Conrads Sohn / mit andern Schlössern vnd Gütern vorwechselt / zum Marggraffthum Meissen geschlagen / Dieser dann auch den alten Flecken Liptz mit Mauren vmbziehen lassen / vnd also damals zur Stadt ein Anfang gemacht / von deme es dann auch die Fürstlichen Insignia erlangt / jedoch mit andern Farben zum Vnterscheid vermenget / hernach die succedirenden Marggraffen / dann die Chur vnd Fürsten von Sachsen ein jeder das seine bey dieser Stadt vnd dero Gegend gethan / biß daß solche zu einem solchen Stand kommen / wie es Gott lob zu sehen / vnd ist sonderlich die Festung am Schlos wegen der Märckte / vnd zum Schutz der frembden Handelsleute angelegt. In dero Gegend dann auch die vhreltesten beyde Schlosgebewde gelegen / Als
[33]
XLV.
Landesberg vnter Hall / vnd Groitzsch
bey Pegaw.
WElches erst von Diterico III. Anno 1165. erbawet vnd besessen / jetzo aber gantz desolirt, vnnd wird des Orts mehr nicht als die alte Capell zum Gedechtnis / darinnen eine Marmorseule / so gantz spiegelicht / vnd darauff das Gewelbe im Chor ruhen thut / zu sehen / erhalten. Ist vor Alters ein sonders grosses Bergschlos gewesen / starck befestiget / darumb es dann auch desolirt, vnnd bißanhero vnerbawet gelassen / Inmassen auch das ander vnd Groitzsch vor Alters ein vornemes Propugnaculum, vnnd Graff Wiprechts des Eltern / Hauptschlos / jetzo gantz desolat zusehen / wird auch wol also vorbleiben / jedoch bleiben die beyde Herrschafften vor sich / vnd werden deroselben Regalien in der Marggraffen von Meissen vnnd Hertzogen von Sachsen Fahnlehn gebraucht vnd geführt / vnter denen Petersberg / dann auch die beyde sondere Herrschafftsheuser / Als
XLVI.
Zörbigk.
JEtzo noch etlicher massen erbawet / vnnd ein sonderes Churfürstliches Ampt / Dann
XLVII.
Wettien.
SO denen von Krossig einem Adelsgeschlechte zustendig / sind beyde Heuser von Alters hero berühmbt / vnd in der Marggraffen von Meissen / vnd Fürsten von Sachsen Fahnlehen.
Wann nun das Meißner / Oster vnnd Pleißnerland absolvirt, müssen wir auch zur Chur Sachsen schreiten / ehe wir das Landgraffthumb Thüringen vor die Hand nemen / Vnter denen dann:
[34]
XLVIII.
Wittenberg.
WIttenberg das Heuptschlos von Wittichindo II. Anno 812. alii 779. erstlichen angelegt / hernacher von Churfürst Bernhardo II. Alberti Vrsi Sohn Anhaldischen Stammes Anno 1147. erweitert / vnd mit Wallen / Gräben vnnd Mauren befestiget / dann die Stadt ingleichen mit Mauren bezogen / von Churfürsten Alberto I. Item II. dann Rudolpho I. & II. Wenceslao I. vnd Rudolpho III. allen Churfürsten Anhaldischen Stammes / auff die Mas / wie zu sehen / erweitert vnd verbessert / welche auch allesampt jhr Begrebnis des Orts in der Franciscaner Klosterkirchen / so jetzo zum Kornhaus gewidmet / vnd derer Ossa in die Schloskirche transferirt, sampt den jhren gehalten. Von Churfürsten Friderico III. aber / Sapienti genant / so die Vniversitet daselbsten Anno 1502. angelegt / in ein sondere newe Form / mit schönen Thurnen vnnd Erckern gebracht / darzu dann auch die schöne Schloskirche Anno 1518. aussm Grunde auff die Mas gantz zierlichen vnd prechtig erbawet / inmassen die Vberschrifft vber der Kirchenthür mit diesen Worten dessen Anzeigunge gibt: Domini Friderici Ducis Saxoniae S. R. I. & ejusdem Caesareae Majestatis Archimarschalli Electoris & Locumtenentis generalis Landgr. Thuringiae & Marchionis Misniae Structura Anno 1518. absoluta, pro Domus Saxonicae salute & posterorum incolumitate in Dei Opt. Max. laudem inchoata. Welcher ingleichen seine Fürstliche Sepulturam, sampt seines Brudern Churfürst Johans / in der Schloskirchen daselbst anordnen lassen / Vnd zwar wenn man die jetzigen Schlosgebewde sampt dero Kirchen / vnnd dann die gantze Structura der Stadtfestunge recht ansehen vnd erwegen wil / ist zu bekennen / daß dergleichen im Lande ausser Dreßden vnd zum theil Torga an den Schlosgebewden nicht zu finden / die Festung auch also angelegt / daß man derselben leichtlichen ausser Gottes Gewalt nicht beykommen könne / vnd vor einem zimlichen starcken Anlauff mit allen Requisitis wol versehen / inmassen dann Keyser Carolus V. als S. M. Anno 1547. dafür gelegen / gesagt haben solle / Er müsse bekennen / diese Festung allerding vnd wol angelegt / vnnd würde noch manchen Kopff gekostet haben / wenn er solche durch Kriegesmacht hette eröbern sollen. Ist bißanhero etlicher massen erhalten / vnnd wo es nöhtig gewesen / Besserung angewendet. Vnter diesem ligt das Schlos Pretzsch / den [35] Lösern / Erbmarschalchn der Chur Sachsen zustendig / ein schön herrlich vnd Fürstliches Gebewde / dauon weiter in der Adelschlössere Relation Bericht gethan werden solle.
XLIX.
Beltzig.
IST ein altes Ampt vnd Grentzhaus / von Churfürst Ernsten Anno 1462. auff die Form / wie jetzo zu sehen / restaurirt vnd renovirt, vnd in etwas inmittelst in Besserung erhalten / weil solches Schlos sampt dem Hause Rabenstein drunter gelegen / Anno 1406. vom Ertzbischoff Alberto von Magdeburg gantz desolirt vnd zu grunde gelegt / folgend auch in den Merckischen Kriegen allerhand Schaden empfangen / an den alten Ruderibus, so wol dem runden Thurm / so mitten im Schloshoff stehet / ist zu sehen / daß es ein grosses Gebewde vor Alters müsse gewesen seyn / mit Rondelen vnnd starcken Mauren also starck vnd in der Weite vmbfangen / daß demselben mit Pflitzbogen vnd Steinwürffen / so vor Alters an stat der Büchsen gebraucht / leichtlichen nicht abzubrechen gewesen / zu dem jetzigen Ernst der Büchsen würde es keinen Bestand haben / jedoch eine zeitlang darauff sich noch auffzuhalten. Sol den Namen von Bellsitz / das ist ein Herrnsitz / haben / vnd mit dem Wort Stolpen / quasi Stuhlbahn / so einen Herrnhoff bedeutet / eins seyn.
L.
Gommern.
IST auch ein alter Sitz / so zum Burggraffthumb Magdeburg sampt Elbenaw / Plötzig / vnd derselbe Refier herumb / vor Alters vnd nochmals gehörig gewesen / jetzo aber dauon exempt gemacht / vnd zur Chur Sachsen geschlagen / inmassen es dann ein sonderes Churfürstliches Ampt ist. Churfürst Augustus hat dieses Schlos fast aussm Grunde / vnd von newen erhoben / vnd mit allerhand schönen Gebewden Anno 1578. ziehren lassen.
[36]
LI.
Glücksburg.
EIn Jagthaus Anno 1576. gantz new von Churfürsten Augusten / zwischen den beyden Lindischen vnd Seidischen Heyden in flachen Feldern bey dem Dorff Mügeln angelegt / ist in das Ampt Seidaw geschlagen / daraus es dann auch bestellet wird / Grentzet zum theil mit den stifftischen Magdeburgischen Dörffern / anderthalb Meil von der Stad Juterbock gelegen / der Plan mit einer Ringmauren von einfachen Steinen / zum Garten angerichtet / vmbfangen / nicht sonders gros von Gebewden.
LII.
Weissenfels in Thüringen.
DAs Schlos daselbsten ligt der nach der Höhe mit allerhand Gebewden zum Fürstlichen Lager zur guten Notturfft versehen / inmassen dann Churfürst Augustus / ehe er zur Regierung geschritten / daselbsten etliche Jar seinen Residentz gehalten / Ist vor Alters eine sondere vn[d] alte Herrschaft gewesen / vn[d] durch Marggraff Otten / Diderici Sohn / Anno 1180. allbereit beherrschet / hat den Namen von dem weissen Steinbruch / so vmb vnd vmb ausser der Stadt vnd dero Gegend gebrochen werden / inmassen dann auch die Stadt drunter den Namen dauon erhalten / jetzo ein Churf. Ampt vnnd mit sondern Einkommen versehen / wie man dann sagen wil / daß dieses vnd das Ampt Aldenburg einander an Einkommen vnd Dörffern fast gleich / vnd die fürnemsten Empter im Lande sind. Das Kloster daselbsten / ist wegen der vhralten Fundation beruffen / darinnen dann statliche Gebewde vor Fürstliche Personen verhanden / inmassen dann Fraw Sidonia / Churfürsten Augusten Fraw Schwester / Hertzogin von Braunschweig / darinnen jhr Leben zubracht.
LIII.
Naumburg.
DAs Schlos daselbsten vor Alters Neweburg genant / ist Anno 1170. von Landgraff Ludowig / so man den eisernen Landgraffen von des wegen / daß er gleich Eisenhart gewesen / vnnd was er [37] vorgenommen / seinen Fortgang haben müssen / zugenamet / erstlichen angelegt / von solchem dann eine gedenckwirdige Historia in Scriptis referirt wird / daß zur Zeit Keyser Friederich zu diesem seinem Schwager eingekeheret / vnd als er das newe Schlos besehen / gesagt haben sol / demselben nichts als eine Mauer zur Befriedung / mangeln thete / Dem der Landgraff geantwortet / Er gar bald auch noch bey des Keysers Anwesen darzu kommen wolte / dessen der Keyser gelächelt vnd ferner gefraget / wie bald solches geschehen solte / Der Landgraff geantwortet / Auffs lengste in dreyen Tagen / Der Keyser fast abermal gehönlechelt / vnnd gesagt / das were ein vnmügliches Werck / da er auch gleich alle Werckleute in gantz Deutschland darzu auffbrechte / Darauff der Landgraff den Keyser zur Malzeit geführt / vnd inmittels Bestallunge thun lassen / das ein jeder vo[n] Adel / so viel er derer vnter sich gehabt / sampt dem beste[n] Kern aus den Städten mit jhrem besten Schmuck / auch jhrem Harnisch vnd besten Wehren zur Stete kommen / Vnd als solches geschehen / dieselben ringsherumb in eine Ordnung vmb das Schlos anstellen lassen / also / wo ein Thurm auffgebawet werden sollen / dahin ein Graff oder Freyherr mit einem Fendrich gestellet / vnd demselben ein Schlachtschwerdt blos in die Hand geben lassen / also alles dermassen angeordnet / vnd die Glieder in einander geschoben / daß auch bald nicht müglichen ein Hund dadurch reissen solte / Darauff nach der Malzeit den Keyser angesprochen / wofern seine Majestet die Mauer / so allbereit fertig / sehen wolte / geschehe jhm zu willen / Der Keyser solches vor einen Schertz auffgenommen / als aber der Landgraff solches betewret / vnd der Keyser sich vmbgesehen / auch das Schlos mit geharnischten Kriegsleuten allerding in guter Ordnung vmbgeben / vnnd gleichsam vermauret befunden / hat er sich drüber verwundert / vnd gesagt / Er die Zeit seines Lebens keine schönere vnd wolbestalte Mauer gesehen / dem Landgraffen vor seinen Dienst gedanckt / vnnd solches offtermals berühmet. Dieses Schlos ist jetzo gantz vnd gar niedergelegt / vnd andere Gebewde dahin transferirt, auch Stadt vnd Schlos zum Stifft Zeitz geschlagen.
LIV.
Freyburg.
ISt gar ein altes vnd weit vmbfangenes Bergschlos / vom Landgraff Ludowigen dem Springer / Anno 1125. an der Vnstruth erbawet / jetzo ein sonderes Amptshaus / mit sondern newen vnnd [38] Fürstlichen Gebewden versehen / vnd durch Churfürst Augusten renovirt, hat dieses Schlos zu etlich malen wegen der Belagerung / so von Keyser Friedrichen dem Ersten / geschehen / welcher diesen Landgraffen wegen dessen / daß er Pfaltzgraff Friedrichen erstochen / darauff gefangen nemen / vnd nachm Gibichenstein in die Custodia bringen lassen / Schaden empfangen / vnnd also damals das Schlos zu grunde gelegt / dann von den Nachkommenden wiederumb erbawet / vnnd Anno 1260. hinwieder von Keyser Adolphen von Nassaw zerstöret / dennoch hinwieder auff die Mas / wie jetzo noch zu sehen / erhoben.
LV.
Eckhardsberg.
SChlos vnd Ampt / von Marggraffen Eckhardo dem Ersten / in Meissen vnd Thüringen Anno 1013. erstlichen erbawet / vnnd nach jhm genennet / so aber hernacher vnnd noch bey seinen Zeiten hinwieder zerstöret / dann er sich grosses Dinges vnterstanden / vnnd Keyser seyn wollen / als jhm Keyser Lotharius der Sachse vorgezogen / ist er denselben in allen zuwider gewesen / vnd sich auff seine Gewalt vnd festes Haus verlassen / darüber das Schlos belagert / eröbert / vnd zu grunde gelegt / er auch hernacher bey Nordheim erschlagen worden / vnd ob wol dieses Schlos hernacher durch dessen Nachkommen hinwieder erbawet / vnd in eine sondere Form vnnd schönes grosses Gebewde gebracht / hat es doch niemals keinen Bestand haben wollen / offtermals desolirt vnd zerstöret / inmassen es noch heut zu tage also vnerbawet legen thut / vnd das wenigste daran nur zur Auffschüttunge des Ampts Getreidichs erhalten worden / sonsten ist das alte Gebewde an Thürmen vnd Gemeuren gantz fest.
LVI.
Sachsenburg.
AMpt vnd Schlos in vorzeiten die Hagkenburg genennet / ist jetzo gantz wüste / vnnd nur die Rudera dauon zu sehen / Sol ein sehr altes Gebewde / vnd von den Sachsen / inmassen auch Scheidingen derselben festes Propugnaculum An. 534. erst erbawet seyn / vnd [39] solches Schlos zum ersten einem tapffern Ritter / so den Sachsen trewlichen Beygestand geleistet / vnd durch eine sonderliche Kriegslist Scheidingen die Königliche Burg vnd Stadt gewinnen helffen / eingegeben / dannenhero es den Namen die Hackenburg erhalten / sol der eltesten Heuser eines seyn / so jemals in diesen Landen gewesen / doch wil man sagen / daß das Schlos Kyffhausen vor Alters die Hartzburg genant / so jetzo auch gantz desolat ligen thut / vnnd vom Iulio Caesare dem ersten Römischen Keyser / vor Christi Geburt / erbawet seyn sol / Elterer Ankunfft wird die Gegend das Finnische Gebirge genennet / darbey dann auch das Schlos Beichlingen / darauff Keyser Heinrich der Vierdte / offten residirt vnd solches erbawet haben sol / jetzo aber denen von Werttern zustendig / darunter dann auch Kindelbrück das vhralte Städtlein gehörig gelegen / vnd ist sich zu verwundern / wie dero Gegend vnd vmb den Hartz viel Schlösser desolirt, daraus dann zu vermuten / daß dero Gegend vnnd in Thüringen grosse Kriege müssen gewesen seyn / inmassen dann auch aus den Speculis vnd Warthen / so daselbsten hin vnd wieder erigirt, zu sehen.
LVII.
Weissensee.
SChlos vnd Ampt / ist auch gar ein altes Gebewde vom Landgraff Ludowig dem Eisernen / Anno 1172. erstlichen angelegt / wird aber noch jetzo in gutem bewlichen Wesen erhalten / Hat den Namen von dem grossen See / so drunter gelegen / vnd nicht zu ergründen / jedoch Fischreich seyn sol / ist eine herrliche Gegend von Ackerbaw vnd Viehezucht / auch zum Fürstlichen Lager allerding bequem.
LVIII.
Langensaltza.
AMpt vnd Schlos in vorzeiten eine sondere Herrschafft / so man die Edlen Herren von Saltza / zu Dulstadt vnd Vfhoffen / genant / Hat den Namen von dem vorlauffenden Wasser die Saltza / Ist wegen grosser Vneinigkeiten der dreyen Gebrüdere / so vmb das Jahr Christi 1343. daselbsten gesessen / vnd sich vnter das Stifft Mentz ergeben wollen / vnter die Landgraffen in Thüringen kommen / jedoch das Stifft Mentz lange Jahr den halben Theil besessen / biß endlichen solches auch abgelöset / vnd allerding Schlos vnd Stadt den Fürsten von Sachsen zukommen / die es noch besitzen thun.
[40]
LIX.
Sangerhausen.
SChlos vnd Ampt / so vor Alters auch eine sondere Herrschafft vnd vnter der Hertzogen von Braunschweig Botmessigkeit gewesen / die es durch Heyraht an sich gebracht / Anno 1370. aber durch einen Kauff an die Fürsten von Sachsen kommen / darbey es auch jederzeit gelassen.
LX.
Plauen.
IM Voigtlande / Stadt / Ampt vnd Schlos gelegen / ein alter Sitz der Herren Voigte von Plauen und Herren zu Gera / so dem gantzen Strich vmb Weida / Ziegenrück / Ronneburg vnd dero Gegend vnter sich gehabt / vnnd Anno 1464. vnter die Fürsten von Sachsen dergestalt kommen / daß da Herr Heinrich Voigt vnd Burggraff / welchen man den Reichen wegen dessen / daß er alle vorangezeigte Güter und diese Herrschafft allein vnter sich gehabt / seine Vnterthanen zu viel Dampffs angelegt / auch drüber der Fürsten von Sachsen Leut vberzogen / ist er von Hertzog Ernsten Churfürsten zu vielmals verwarnet worden / dauon abzustehen / als aber keine Warnung helffen wollen / endlichen zur Scherffe gegrieffen / das Schlos Plauen belagert / eröbert / vnd den Herrn daraus verjagt / jedoch die Sache dahin endlichen verglichen / daß ihm eine Summa Geldes daruor ausgezalt / dauon dann die Herrschafften Drüsing vnd Engelsburg in Böhmen erkaufft / jedoch dessen Söhne noch Gera / Gretz / Kranichfeld behalten / Sol den Namen à caerulea vel Cyanea valle, von plauen Thal haben / weil solche Stadt im Thal gelegen / wird sonsten die Gegend Terra Advocatorum vnd Praetoriana genant / vnd sol Drusus der Römer diese Gegend erst bezwungen / vnnd vnter der Römer Gebiet gebracht / das Schlos erstlichen angelegt / vnd mit einem Voigt besetzt haben / inmassen die alte Schrifft vberm Thor zum Voigtsberg ausweiset / so also lauten thut:
Castra locans Drusus hîc Praetoria nomina monti
Fecit posteritas servet ut illa sibi.
Würde also die Rechnung zu machen seyn / daß diese Burg vor Christi Geburt gestanden.
[41]
LXI.
Voigtsberg.
AMpt vnd Schlos gar vhralter Ankunfft / inmassen die Einwohner dero Gegend sich berühmen / daß solches als auch Schöneck / vber 300. Jar vor Christi Geburt in Flore gewesen / vn[d] von Druso Germanico erst hernacher wiederumb vernewert / so aber alles Fabelwerck ist / An deme ist es zwar / daß dieses Schlos von alter Manier anzusehen / von den Voigten der Römischen Herrschafft erbawet / vnd viel lange Jahr in jhrer Gewalt gewesen / wie durch vorangezeigte Schrifft zu erweisen / auch die deutschen Reimen am Schlos also lautende / Anzeigung geben:
Drusus der edle Römisch Voigt
Erbawet diesen Berg in Noth /
Da er Kriege im Deutschland pflag /
Voigtsberg heist er auff diesen Tag /
Darnach ward von jhm recht genant
Die Gegend / vnd heist Voigtland /
Die Burg die blieb ein lange Zeit /
Wie durch die Schrifft wird ausgeseit /
In des Römschen Keysers Gewalt /
Hernach wurde sie zugezalt
Einr edlen Herrschafft lobesan /
Die gwan von Voigtsberg jhrn Nam /
Die Burg die Stund viel manche Jahr
In jhrer Hand / ohn all Gefahr /
Biß dreyzehenhundert Jahr nach Christi Geburt /
Sechs vnd funfftzig / am Sontag Laurenti fuhrt /
Dann ist sie an die Landesfürsten kommen /
Friedrich vnd Wilhem haben sie eingenommen /
Thüring / Meissen vnd Osterland
Stund die Zeit alls in jhrer Hand /
Die Pfaltz zu Sachsen auch dazu /
Sie erhiltn den Landen Fried vnd Ruh /
Gott / in welchs Händen alles steht /
Wol segnen jhr Posteritet.
Daraus dann zu vernemen / daß zuuorn An. 1356. diese Herrschafft bekrieget vnnd eingenommen / inmassen es auch die Historien geben / [42] daß Keyser Carolus IV. denen von Plauen mit Hülff Marggraff Friedrichs bekrieget von des wegen / daß er etliche Schlösser vnd Städte zum Königreich Böhmen gehörig / Pfandweis inne gehabt / vnnd der Kron gegen ausgezelten Geldern / vorenthalten / damals dann auch die Marggraffen diese Stadt an sich gezogen / hernacher aber wieder abgehandelt / vnd erst Anno 1464. zum Hause Sachsen erblichen geschlagen / Vnter diesem Ampt ligt auch die Stadt Olßnitz an der Elster / so jederzeit demselben zugethan gewesen / vnd beyde in der Hussiten Direption grossen Schaden genommen / vnnd beyde allerding ausgebrandt / hernacher hinwieder auff die Form wie zu sehen / restaurirt.
LXII.
Weida.
EIn altes Bergschlos / Ampt vnd Stadt im Voigtlande / so auch der Herren Voigte gewesen / vnd neben andern Anno 1356. zu dem Hause Sachsen durch Kriegsrecht geschlagen / ist eine sondere Herrschafft jederzeit vor dessen gewesen / dann Anno 1140. einer vnd Herr Heinrich / Herr zu Weida daselbsten residirt, so das Kloster Miltenfort fundirt, so vier Söhne / eines Namens / vnd Heinriche alle / gelassen / welche hernacher sich auff Weida / Gretz / Plauen / vnnd Gera vortheilt / vnd dauon die andere Stämme propagirt, vnnd weil auch Anno 1356. der letzte dieser Linien ohne Erben abgangen / ist die Succession auff die Lehensfürsten geraten / vnd dargegen die Mitbelehnten auff andere Güter verwiesen.
LXIII.
Adorff.
SOl vor Alters Hagdorff quasi saltus villae, Waltdorff ab Hag vel Hagen, so ein Wald bedeutet / ein sehr altes Haus vnd Stad vnter den Voigten vnd Burggraffen von Plauen / gehörig / hernacher vnter Churfürst Ernsten dem Hause Sachsen / Anno 1467. zukommen / bey deme es noch bißanhero geblieben / vnd wird ausdrücklichen in Historien angezogen / daß erwenter Churfürst durch viel Vnbilligkeit dazu verursacht / den Herrn von Plauen bekriegt / vnd jhm insonderheit Plauen / Olßnitz vnd Adorff / Schlösser vnnd Städte genommen / [43] eröbert vnd besetzt / aus diesen sondern Vrsachen / daß des Herrn von Plauen Weib eine von Bünaw aus dem Hause Elsterburg / die Edelleut hin vnd wieder vertrieben / welche nicht weichen wollen / ausgejagt / vnd Schäffereyen angerichtet / Item / des Fürsten Vnterthanen an der Grentze angegriffen / beuähdet vnnd vbel mit jhnen handtieret / darüber die Fürsten von Sachsen zugreiffen müssen.
Nun solten wir auch von andern Voigtländischen Städten Erzehlung thun / weil aber dieselben vnter dieser Sächsischen Herrschafft nicht gelegen / ist es eingestelt.
Beschlus.
WAs belanget die stifftischen Schlösser / als Merseburg / Zeitz / auch die vornemsten vnd eltesten Adelsheuser vnnd Rittersitz / sol in einem sonderlichen Buch / nach der Städte in Meissen / der Chur Thüringen / Voigtland vnd Graffschafft Hennenberg Description insonderheit angezogen / vnd geliebts Gott / eingebracht werden.
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